StrawberrySwing 26.05.2012, 15:33 Uhr 0 5

Scott

Tränen sammelten sich in meinen Augen, obwohl ich das Bedürfniss hatte zu lachen, ihm um den Hals zu fallen und alles zu vergessen.

Draußen wurde es dunkel, drinnen saßen wir und schwiegen uns an.
Saßen ohne auch nur einen Laut von uns zu geben vor der Balkontür und starrten auf die hell beleuchtete Stadt, die wir sonst immer wieder aufs neue zusammen bewunderten.
Tränen sammelten sich in meinen Augen, obwohl ich das Bedürfniss hatte zu lachen, ihm um den Hals zu fallen und alles zu vergessen, so wie wir es sonst immer getan hatten.
Doch das konnte ich nicht, mein Magen verkrampfte sich, meine Augen fingen an zu brennen.
Tränen rannen über meine Wangen, blieben auf meinen Lippen liegen oder tropften von meinem Kinn auf meine Beine.
Ich wollte rennen, ich wollte schreien und gleichzeitig nur in einer Ecke liegen und alles vergessen.
Ich stand auf, er bewegte sich nicht einen Millimeter, blieb starr sitzen und blickte auf die Stadt.
Sein Blick war leer, nicht mal seinen Atem konnte ich wahrnehmen.  
Ich nahm meine Jacke und verließ seine Wohnung.
Draußen hatte es angefangen zu regnen, ich sank auf die Treppenstufen und hielt mich am Geländer fest.
Ich spürte wie die Regentropfen beruhigend auf meine Haut prasselten, legte den Kopf in den Nacken und genoß den Regen der sich auf meinem Gesicht niederlies.
Ich wusste nicht, was passiert war, wie sich alles auf einen Schlag geändert hatte.
Ich vermisste die Abende an denen wir auf dem Balkon saßen, ein Bier tranken und die ankommende Nacht beobachteten.
Die Tage an denen wir gemeinsam frühstücken konnten, oder im Bett liegen blieben und den Tag an uns vorbeistreifen ließen.
Die Leichtigkeit die wir mit einanden hatten, war auf einmal verschwunden, wenn wir uns sahen baute sich eine bedrückte Stimmung auf und keiner von uns beiden fühlte sich mehr wohl.
Ich traute mich nicht mit ihm zu reden, ich traute mich nicht ihm zu sagen wie sehr ich ihn vermisste.
Ich wollte in seinen Armen liegen, die Welt vergessend.

Sirenen vorbei fahrender Polizeiwagen hallten in meinem Kopf wider.
Ich öffnete meine schwer gewordenen Augen und blickte auf die verlaßene Straße vor mir.
Ich hatte keine kraft aufzustehen, ich blieb einfach sitzen und lauschte den nächtlichen Geräuschen.
Als ich meinen Kopf senkte bemerkte ich das meine Hände zitterten, und fuhr mir mit ihnen durch mein durchnässtes Haar.
Der kalte Regen auf meiner Haut hatte meine Körpertemperatur gesenkt, ich hatte meine Jacke nicht angezogen und somit nur in einem Top im Regen gesessen.
Ich wusste nicht was ich tun sollte, ich konnte mich nicht aufraffen um nachhause zu gehen, ich hatte das Gefühl völlig in mir zu zerbrechen.

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