Leevde 06.11.2014, 18:14 Uhr 0 0

Schwarze Tränen

Ich blicke den letzten Sonnenstrahlen durch das Fensterglas nach. Sehe, wie sie den Kampf gegen die Dunkelheit verlieren.

Erkenne,dass die Schatten langsam über die Wände gleiten und mich schließlich einhüllen. Warte darauf, dass sich das Äußere dem Inneren anpasst. Dass mich die Nacht verschluckt und nichts mehr von mir zurücklässt als einen grauen Schatten. 

Ich lasse mich an der Wand hinabgleiten und umschließe mit den Armen meine Knie, ganz klein möchte ich sein, mich auflösen, verschwinden. Unendlich zärtlich tickt der Zeiger der Uhr und Sekunden verstreichen. Jetzt wo es dunkel ist, füllen sich endlich meine Augen mit Tränen. Brennend steigen sie aus der Schwärze empor, bahnen sich ihren Weg und quillen immer schneller aus den Augenwinkeln hervor. Rinnen meine Wangen hinab und tragen gurgelnde Laute aus meiner Kehle mit sich.

Ich wünschte sie würden den Schmerz fortspülen, doch jede Träne lässt ihn weiter anschwellen, noch mehr brennen, unerträglich werden. Schließlich mündet er in einem klagenden Schluchzen, das sich vermischt mit dem dröhnenden Ticken der Uhr. Eine Ewigkeit sitze ich da, bis mein ganzer Körper steif geworden ist von der Kälte, bis jede Faser meines Körpers vor Schmerzen schreit. Ich taste mich vorwärts und lasse mich in die weiche Bettwäsche sinken. Meine Hand ruht einsam auf deinem Kissen.


0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •  

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare