MiaMiRi 20.11.2014, 23:34 Uhr 4 1

Schubladen.

Ich wollte dich nie an mich ran lassen. Ich wollte meine Gefühle für dich in geräumige Schubladen packen und fest verschließen.

Donnerstagabend, und ich sitze wieder mal vor meinem Laptop und wünschte mir, ich könnte durch das Internetkabel zu dir kriechen.

Das Kabel, das uns zuerst verbunden hat. Wie seltsam, ich wollte nie als Klischee enden. Und bin doch dabei, Klischees auf so viele Weisen zu erfüllen.

Ich wollte dich nie vermissen. Ich wollte dich nie an mich ran lassen. Ich wollte meine Gefühle für dich in geräumige Schubladen packen und fest verschließen. Doch keine Schublade war geräumig genug. Nicht mal die, die so groß ist wie ein ganzer Raum. Also habe ich sie in mehrere Schubladen gepackt, oder es zumindest versucht. Doch mit jedem Zusammentreffen mit dir gingen die Schubladen noch schwerer zu.

Und jetzt passen nicht mal mehr die Schlüssel. Ich habe sie verloren, irgendwo im Irrwald der Worte und der kleinen Momente des Frei-Seins mit dir, habe sie einzeln und wie Brotkrumen hinter mir abgelegt, in der Hoffnung, doch irgendwann wieder den Weg zurück zu finden. Habe sie verloren in den kleinen, großen Momenten, wo wir einfach nur wir sein konnten, ohne uns zu verstellen. Mit dir fällt das so leicht. Und gleichzeitig so schwer.

Und ich möchte sie auch gar nicht wiederfinden und die Schubladen verschließen. Obwohl ich weiß, dass es besser wäre für uns. Doch mit all den schlechten Gedanken hatte ich auch die Hoffnung an ein „Wir“ mit verpackt. Und diese Hoffnung ließ sich ebenso wenig einschließen wie alle anderen Gefühle.

Du sagst, jetzt könnten wir wenigstens noch so tun, als wären wir Freunde. So könnten wir noch sagen, wir hätten nie was miteinander gehabt. Doch auch du weißt, dass das nicht stimmt. Wir hatten weitaus mehr miteinander. Wir haben uns berührt, ohne uns anzufassen.

Wir haben Luftschlösser gebaut und uns dabei zugesehen, wie wir in der Theorie glücklich sind. Haben eine ganze Parallelwelt vor uns entstehen lassen, in der wir zusammen gegen den Rest der Welt stehen. In der wir in unserer Verschiedenheit die Gegensätze sind, die sich anziehen und nie gehen lassen.

Doch dann sind wir in die Realität zurück gekehrt und haben uns ganz rational die Tatsachen vor Augen gehalten. Du magst mich, ich mag dich. Und trotzdem reicht es nicht. Nur ich weiß ganz genau, warum.

Du sagst, meine Probleme drehen sich meist um etwas Größeres. Das mag stimmen, doch es gibt Momente, wo ich mir wünschte, du würdest meine Hand nehmen und sagen, dass wir gemeinsam so stark sind, dass wir meine Welt weiter drehen könnten. Denn allein die klitzekleine Wahrscheinlichkeit, dass wir das vielleicht tatsächlich könnten, lässt mich hoffen.

Aber vielleicht kannst du mir auch gar nicht helfen. Vielleicht bist du einfach nur die Person, die mir zeigen musste, dass ich mein Leben nicht so weiterführen kann, wie ich es bisher tat. Vielleicht bist du die Person, die mir zeigen sollte, dass ich meine Probleme nicht alleine bewältigen kann, aber du nicht die Person sein kannst, die mir bei der Lösung hilft…

Das Leben ist so ungerecht für denjenigen, der den Sinn hinter den Dingen nicht erkennt. Und momentan erkenne ich gar nichts. Ich habe eine Brille auf, aber keine rosarote. Oder vielleicht doch. Ich bin verliebt, aber es ist nicht dieses himmelhoch-jauchzende Verliebtsein. Es ist dieses Loch-in-den-Bauch-fressende Verliebtsein. Und ich weiß, dass es dir genauso geht. Du hältst dich zurück in den nüchternen Momenten, doch in seltenen Momenten lässt auch du deine Maske fallen. Und ich schaue dich an und du bist schrecklicher und schöner als sonst, weil die Wahrheit so ekelhaft schön weh tut.


Und dann wieder sind da die Momente, wo wir nebeneinander liegen und uns anschauen. Und es ist so unerträglich und trotzdem so schön. Du erzählst mir etwas und lachst, und am liebsten würde ich diesen Moment nehmen und in eine meiner Schubladen packen. Aber nicht, um ihn wegzuschließen, sondern um ihn für immer aufzubewahren und immer dann hervorzuholen, wenn ich dich vermisse.

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4 Antworten

Kommentare

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  • 0

    ich liiiiiebe schubladen. aber der text ist doof.

    21.11.2014, 10:23 von Redwing
    • 0

      Kannst du mir sagen, was genau dich daran stört? Wortwahl, Schreibfluss, etc.?

      22.11.2014, 13:13 von MiaMiRi
    • 0

      ja, ganz einfach: der text ist total uninteressant. also schlimmer gehts für mich als leser nicht.

      24.11.2014, 13:16 von Redwing
    • 0

      Vielen Dank für deine Kritik!

      26.11.2014, 14:31 von MiaMiRi
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