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Verrueckte_Traeumerin 16.04.2018, 13:02 Uhr 3 3

Same procedure as yesterday

Gedanken und Erinnerungen an eine Zeit, die von Glück und Freude geprägt war. Jedoch mindestens genauso von Angst und einer zerstörerischen Macht.

Jeden Tag fährt mein Bus an diesem großen Schild vorbei, auf welchem Harley-Davidson prangt. Jedes Mal grinse ich beim Anblick, weil es mich so sehr an dich und dein „Baby“ erinnert. Daran, wie ich auf ihr saß. Halbnackt. An einem Sonntagnachmittag. 

Jeden Tag höre ich mindestens einen Song, der mich an dich erinnert. Zum Beispiel Wannsee von den Toten Hosen. Er lief letzten Sommer auf und ab. In dem Sommer, in dem ich manchmal nur um dich zu sehen hunderte Kilometer gefahren bin, nur um einen Kuss zu erhaschen. Und um deine stahlblauen Augen zu sehen und in ihnen verloren zu gehen. 

Jeden Tag laufe ich an diesem Platz vorbei, an dem ich einmal gestanden habe, als du mir am Telefon gesagt hast, dass du mich auf der Stelle heiraten würdest. Ohne überhaupt offiziell mit mir zusammen zu sein. Weil du es Liebe nennst. Deine große Liebe. 

Jeden Tag sehe ich voll tätowierte Menschen. Arme, Beine, Schultern. Alles voll. So wie bei dir. Bis in 10 Jahren soll dein ganzer Körper bedeckt sein. Das war dein verrückter Wunsch.Und weißt du noch, als du sagtest, du würdest mir die Prozedur bezahlen, wenn ich das auch tun würde? Klar doch, habe ich gesagt. Für dich hätte ich das getan. Alles hätte ich für dich getan.

Jedes Tag werde ich mindestens einmal von Zigarettenrauch eingehüllt. Ein Geruch an den ich mich durch dich gewöhnt habe, weil du in meinem Auto rauchen durftest und das aus Nervosität auch immer getan hast. Eine nach der anderen hast du vernichtet. Und einmal hast du deine „Paper“ bei mir im Auto vergessen, zusammen mit deinem Autoschlüssel. Fast wäre damals alles aufgeflogen. Schade, dass es nur fast passierte...

Jeden Tag fahren Motorräder an mir vorbei, die mich zum lachen bringen. Weißt du noch, als meine Mutter dich als den „Wilden“ bezeichnet hat? Volltätowiert, auf ner Harley, 3-Tage-Bart, Bauarbeiterbräune. Ein Traum. Zumindest für mich. Leider bleibt es wohl auch ein Traum. Zumindest für mich.

Jeden Tag stehe ich vor dem Spiegel und sehe dort dich, wie du dich eng an mich schmiegst. Nackt. Es war alles so perfekt. Damals bei mir im Wohnheim. Das du grausam und eklig fandest. Das ich dann extra für dich in einer Nachtschicht sauber geputzt habe an diesem Wochenende im April, damit du kommen konntest und dann doch nicht kamst.

Jeden Tag wache ich auf und frage mich, was du wohl machst. Mit ihr oder auch nicht. Erfüllst du dir gerade deine Träume, bist du denn glücklich? Denkst du manchmal noch an mich? Fragen über Fragen habe ich an dich. Doch eine Antwort bekomme ich wohl nicht. 

Jeden Tag denke ich daran, was vor einem Jahr um diese Zeit genau war. An diesem 16.April vor einem Jahr war Ostern gerade vorbei. Es war die Zeit, in der du angefangen hast "die magischen drei Worte"  zu sagen und ich meinen Plan für dich geändert habe. Hier bleiben und zusammen ziehen. Zwei Kinder und ne schnelle Heirat. Unverstellbar bis dahin und plötzlich doch denkbar. Aber nur mit dir. Für dich. 

Allerdings kam dann doch alles anders und seither heißt es nur noch jeden Tag: KÄMPFEN. Weitermachen. Ganz allein. Und ganz ohne dich. 

Jeden Tag versuche ich zu verstehen, was genau passiert ist. Mit dir und mir an diesem grauen Novembertag. Denn noch ein paar Tage zuvor sagtest du, dass du mich doch so sehr liebst. Für immer liebst. 

Doch seither versuche ich jeden Tag zu analysieren, ob ich etwas übersehen hab? Ob ich etwas falsch gemacht habe und ob es irgendwie rückgängig gemacht werden kann.

Jeden Tag muss ich mich aufraffen, um weiterhin stramm zu stehen. Und um weiter schön zu lächeln. Und um Rückgrat zu zeigen. Um weiterhin stolz zu sein und um weiterhin zu leben.

Jeden Tag schaffe ich das auch - zumindest nach außen hin. Denn hinter der Fassade bin ich schon längst ein Wrack. Schon seit jenem Tag im November. Vor allem dann, wenn mich wieder etwas an dich erinnert und du dich in mein Gehirn schleichst und mir Gedanken und Gefühle raubst. Was eigentlich jeden Tag passiert. Mehrmals sogar.

Niemals hätte ich gedacht, dass es jemand schaffen könnte, mich so zu zerstören. Niemals habe ich damit gerechnet, dass ich für jemanden all meine Träume aufgeben würde. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass ein Herz brechen und solche Schmerzen verursachen kann. Doch es ist möglich. All das ist möglich und es bringt mich um den Verstand. Langsam und qualvoll. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Zwar kann ich jetzt all meine vorherigen Träume weiterverfolgen, aber mit einem gebrochenen Herzen und einer zerstörten Seele, ist das doch mit Abstand die schlechtere Option.

3

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3 Antworten

Kommentare

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    Grmpf :(

    18.04.2018, 11:35 von TrustYourself
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    Wie du ja weißt: Situationsverwandte. Vermutlich ist genau das der Punkt wegen dem alles scheitert, wenn man etwas so sehr will und dafür sich selbst einfach verliert. Kleine Kompromisse eingeht bis man nicht mehr merkt dass es Große werden, dass sie deine Persönlichkeit verändern. 

    Der letze Absatz ist der schönste und wohl der ehrlichste: Dass man die Wahl hatte, sich für das Eine entschieden hat aber dann doch das Andere leben muss. 

    17.04.2018, 10:17 von _dosomething
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    Schöner Text *

    16.04.2018, 17:19 von Svenskeren
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