milumi 06.08.2018, 00:09 Uhr 0 1

Right there in front of me.

Am Übergang muss es einen Punkt geben, an dem die Funktion weder steigt noch fällt.

Extremstellen stehen in engem Zusammenhang mit dem Monotonie - Verhalten einer Funktion. Wenn eine Funktion in einem Abschnitt streng monoton wächst und im darauffolgenden Abschnitt streng monoton fällt, so muss es am Übergang einen Punkt geben, an dem die Funktion weder steigt noch fällt. Mir ist durchaus bewusst, dass eine Konstante, ohne kontinuierlich auftretende Extrempunkte weitaus gesünder für mich wäre, als dieses zermürbende, berennende Auf und Ab. Nun bin ich zurück, von einer Beichte für all die Vergehen, die ich in Zukunft begehe. 

Irgendetwas treibt mich an. Es ist weniger positiv, wenn ich es umformuliere: ich bin getrieben, haltlos und ohne Rast. 

Das Gefühl mich zu verlieren gefällt mir, da sind auf einmal zu viele brennend-pulsierende Nächte, zu viel Alkohol, zu viele Exzesse, zu viele Momente, in denen ich einfach alles auslebe und zu viele Hände die mich anfassen. Mein Herz ist hungrig und ich erfahre eine übersteigerte Begeisterung, bei der ich in einen rauschartigen Zustand von solchem Ausmaß gerate, dass ich die Kontrolle verliere. Ich fühle mich düpiert, da ich diesen Zustand erkenne, genieße und auslebe. Aber das Einzige was mich verängstig ist, dass unter diesen zahlreichen Hände ein Paar war, welches mich berührte. 

 Diese Hände sind mir fremd, es ergibt keinen Sinn, wieso es bei Ihnen alles anders sein sollte. Dies trifft mich ganz unerwartet und löst in mir eine vollkommene Verunsicherung aus. Wie soll ich mich weiter rückhaltlos treiben lassen, wenn es da etwas gibt, was nach meiner Aufmerksamkeit trachtet? Selbst nach zerstörerischen Alkoholexzessen, schmecken mir nur noch seine Lippen. Wie kann eine Nacht so viel Bedeutung für mich haben. Wir kennen uns nicht. Ich bin hungrig, hungrig, hungrig, nach innen und nach außen. Biochemische Prozesse geben mir genauso wenig Aufschluss über dieses unbekannte Phänomen, wie bereits gemachte Erfahrungen. 

Das war anders, die Zeit ist stehen geblieben, da war nichts mehr um uns herum. Ich weigere mich den Gedanken zuzulassen, dass ich vorher niemals richtig verliebt war, denn was ich jetzt empfinde ändert alles, was mir vorher vertraut war. Es ist so intensiv und einnehmend, dass ich bei dem Gedanken daran Gänsehaut bekomme. Meine Welt ist erschüttert, jede Wand wurde mit Timidät verputzt, meine Gefühle sind unkontrollierbar und nicht konsistent zu meinen Werten. Es ist keine Option an Liebe auf den ersten Blick, ohne eigens erschaffene Basis, zu glauben. Theoretisch müsste dieses übersteigerte Gefühl in einer dsyfunktionalen Beziehung enden, die Psychologie lehrt uns, dass alles was sich zu gut anfühlt, ganz wahrscheinlich eine kontraproduktive Auswirkung inkludiert. 

Meine Gegenmaßnahme sollte ein weniger kontemplativer Rückzug sein, einfach ghosten und mich weiter im wilden Ozean des Lebens treiben lassen. Es gab nicht genug Alkohol um meine Gedanken von dir zu befreien und mich fallen zu lassen. Meinen unbändigen Durst möchte ich mit Fremden stillen, aber sobald sie mich anfassen, füllt sich mein Mund mit dem eisernen Geschmack der Enttäuschung. Es gefällt mir nicht mehr seit ich diese eine verdammte Nacht mit dir verbracht habe. Wenn ich darüber nachdenke, macht es mich tatsächlich etwas wütend. 

Wütend, dass ich nicht die Situation kontrolliere, 

wütend, dass ich sie nicht nachvollziehen kann und 

wütend, dass ich sie als sinnfrei empfinde. 

Sobald mich Finger anfassen, sehne ich mich nach deiner Berührung die scheinbar bis zu meiner Seele reicht. Es ist nicht stringent, aber es ist derangiert, neu und interdependent. Ob du überhaupt ansatzweise das Gleiche empfindest, vermag ich nicht zu beurteilen, schließlich kennen wir uns nicht. Aber ich bin dankbar für diese neue Erkenntnis. Es ängstigt mich, aber zugleich empfinde ich die pureste Freude, welche ich jemals empfunden habe. Ich bin ein Verfechter des inflationären Gebrauchs des Superlatives, aber es fühlte sich perfekter an als jemals zuvor. 

Ich vermag nicht einzuordnen, ob du zu dem Maximum oder zum Minimum meiner Parabel gehörst, aber vielleicht bist du auch mein Sattelpunkt. 

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