Resignation.
Ich lasse mich also auf dich ein und merke, wie sich meine Sätze prostituieren, so ist das nun einmal in dieser Betonwelt.
Diese Idee, die du vom Leben hast, ist so reduziert, weil du Freiraum für Möglichkeiten lassen willst. Möglichkeiten sind der Schlüssel zur Freiheit sagst du, und ich verliere meinen roten Faden, den es nie gab. Ich höre dir also zu, nehme deine Stimme mit jeder Pore meines Körpers auf und versuche sie mir einzuprägen. Ich will sie unter millionen Stimmen heraushören, ich mag dich flüsternd erkennen, in jeder Geräuschkulisse.
Ich weiß, dass die Zeit mit dir Verschwendung ist, ich würde uns niemals eine Chance geben. Und während du von warmen Asphalten, warmen Küssen und warmen Decken erzählst, frage ich mich, warum ich dich so benutze. Denn ich tue nichts anderes. Du bist mein letztes Projekt will ich dir sagen, und verweigere mich.
Ich schaue an mir herab und bemerke, dass ich immer transparenter werde, erkläre es mir mit Gefühlsverlust und falsch plazierter Gleichgültigkeit.
Deine Stimme durch ein Kabel zu hören macht es so erträglich, weil ich die Entfernung sehen kann. Doch eigentlich ist sie nicht da. Ich schenke dir zu viel Nähe, zu viel Nähe für Substanz. Dabei will ich mit dir barfuß über abkühlenden Asphalt tanzen, über Bordsteinkanten stolpern und mit dir lachen, mit dir schlafen, mit dir leben. Auch wenn es nirgendwo hinführt, darum geht es nicht.
Ich lasse mich also auf dich ein und merke, wie sich meine Sätze prostituieren, so ist das nun einmal in dieser Betonwelt.
Morgen fange ich an dich zu lieben flüster ich dir zu und du bist zufrieden damit, weil es Hoffnung gibt. Unsere Hoffnungslosigkeit übersteigt unsere Zuneigung. Wir wollen uns gegenseitig. Oder zumindest das, was wir verkörpern.
Wenn ich darüber nachdenke möchte ich nicht mit dir darüber reden. Ich bin eifersüchtig, weil es sich richtig anfühlt, ich sage dir dass ich dich küssen will, weil es sich so gut anhört, ich will dich lieben, weil du es verdienst, ist es dann noch eine Lüge?
Fundamente sind mir egal, wer braucht schon Sicherheiten sagst du und küsst mich.
Wahrscheinlich bist du der Wendepunkt in meinem Leben, derjenige, der mich glücklich machen kann. Und ich werde es nicht zulassen, aus einfachem Selbstschutz.
Verrat mir bitte, warum es so schwer ist, mit dir. Vielleicht, weil es richtig sein könnte, sagst du und ich glaube dir nicht. Deine Glaubwürdigkeit hast du verloren, als du Interesse zeigtest. Interesse ist ein weitgefächerter Begriff in dieser heutigen Gesellschaft, las ich gestern auf der Straße, und tu es somit als Unwichtigkeit ab.
Ich sollte dich aufgeben. Wenn ich dich zulassen soll, muss ich mich selbst verlieren. Es könnte ein uns geben. Wenn ich mich verliebe, will ich nicht abgewiesen werden. Und ich weiß, dass du mich abweisen wirst. Nicht absichtlich. Einfach, weil es so sein muss. Immer so ist. In meiner Welt.
Menschen sind halt doch auch nur Gefühlsbündel.


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Kommentare
"Und ich weiß, dass du mich abweisen wirst. Nicht absichtlich. Einfach, weil es so sein muss. Immer so ist. In meiner Welt."
16.04.2008, 12:53 von homelessverrückt, dass diese gewissheit und die panische angst davor stark genug ist, uns schlaflose nächte zu bereiten, aber nicht stark genug, uns vor dem bisschen gefühl zu viel zu schützen...
ich wünsche dir den mut, es zu probieren und dass der fluch dich verlässt. irgendwann MUSS er es doch!! :-)
Deine Wortmalerei...ein Traum!
15.04.2008, 16:17 von LifeInANickInhaltlich: Zitat!
"Zu schön, um wahr zu sein, wie? Zu wundervoll, um einem je zu widerfahren. Man ist sicher, dass man es nie erleben wird."
das hast du wunderbar niedergeschrieben. fand ich schön zu lesen.
15.04.2008, 15:57 von latentneurosemir fällt dazu grad der herr kafka ein, den ich hier posthum weitersprechen lasse:
"auch ist das vielleicht nicht eigentlich liebe, wenn ich sage, dass du mir das liebste bist. liebe ist, dass du mir das messer bist, mit dem ich in mir wühle."