Razanplan 08.11.2008, 22:36 Uhr 15 8

Punkt.

Guten Morgen. Sagst du. Und ich denke. Mit wem hast du da geschlafen?

Guten Morgen. Sagst du. Und ich denke. Mit wem hast du da geschlafen? Dein Negligé ist ein Klischee. Das sage ich. Weil es sich reimt. Aber du lachst. Nur dumm. Du hältst es für ein Kompliment. War nicht so gemeint. Echt nicht. Kaffee oder Tee? Ich frage. Weil man das halt so fragt. Ich weiß. Du magst keinen Kaffee. Aber was soll ich sonst fragen? Gut geschlafen? Ich wünsche. Du wärst weg. Dann müsste ich nicht mehr ständig an dich denken. Ich will nämlich gar nicht. Ich will eigentlich überhaupt nichts wollen. Aber man muss ja. Pardon. Aber ich muss ja. Ich bin größer als du. Damit meine ich nicht gewachsen.

Da haben wir es nun. Wir haben nichts. Nichts mehr. Sagtest du. Er hatte alles. Sagtest du. Er hat alles. Sagst du. Aber er wird niemals alles haben. Sage ich. Das wirst du zu spät wissen. Dann wird es dir Leid tun. Dann werde ich Recht haben. Dann wird mir das aber nicht mehr so wichtig sein.

Du schreibst. Du rufst an. Ich habe meine Disziplin. Ich habe Recht. Ich habe meine Disziplin und ich habe Recht. Kannst du jetzt bitte gehen? Das war keine Frage. Das war eine Antwort. Und eine Aufforderung. Falls du das nicht verstehst.

Es wiederholt sich alles. Man kennt das Ende. Eigentlich auch den Anfang. Eigentlich ist es dasselbe. Eigentlich. Rein logisch betrachtet. Ich habe Recht. Aber ich habe keine Disziplin. Ich will nämlich gar nicht. Ich will eigentlich überhaupt nichts wollen. Eigentlich. Eigentlich rede ich auch geradeaus. Aber du verbiegst alles. Mit einem Lächeln. Scheiße. Ich kann dich gar nicht anschreien. Du bist so scheiße-nett. Scheiße. Ich hatte einen Plan. Aber ich habe meine Disziplin.

Du machst mich krank. Ich habe meine Medizin. Und was kommt jetzt? Ja. Sie schmeckt bitter. Hast du endlich einmal etwas vor mir gewusst. Denkst du. Du hörst ja doch nur auf mich. Du hörst ja doch nur auf die anderen. Du hörst ja doch nur auf alle. Du willst alles. Jeder weiß. Wenn du so weitermachst. So ohne Disziplin. Dann wird das nichts. Aber das interessiert mich nur. Weil. Da nichts mehr ist. Weil wir nichts mehr haben. Sage ich.

Aber ich sage jetzt nichts mehr. Ich habe zu viel gesagt. Ich will jetzt nur noch lachen. So wie auf den Bildern. Von damals. Mit mehr Haaren. Und. Mit mehr Gesicht. Ja. Vielleicht will ich auch über dich lachen. Ich will auch mal gemein sein. Weil. Es mir dann besser geht? Bestimmt. Nicht.

Ich schreibe jetzt in mein Profil, was ich so mache. Ich will ja, dass du es liest. Ich will ja, dass du weißt, dass es mir gut geht. Dass ich viele interessante Dinge tue. Dass ich viele schöne Bilder mache. Dass ich tolle Musik höre. Dass ich viele Freunde habe. Ich will, dass du weißt. Dass ich dich nicht brauche. Ich will, dass du dich für mich interessierst. Ich will, dass du weinst. Weil. Du jetzt in meinem Profil gucken musst, was ich so mache. Weil. Ich. Ich es dir bestimmt nicht sagen werde. Weil ich jetzt nichts mehr sage. Weil ich ja jetzt eigentlich nichts mehr will. Eigentlich.

Ich könnte ja. Ja. Könnte. Ich. Dann gibt es wieder einen Anfang. Wieder. Wiederholung. Man kennt das Ende. Ich kenne das Ende. Der Anfang ist das Ende. Und umgekehrt. Mit dir. Pauschal. Kann ich das so sagen. Empirisch. Habe ich das bewiesen. Obwohl ich das gar nicht brauche. Nur zur Sicherheit. Disziplin ist ja nicht viel. Sicherheit. Meine ich.

Philosophisch. Versuche ich zu sein. Abstrakt. Unverständlich. Falls du das liest. Ich will ja, dass du es liest. Ich will, dass du weinst. Weil du weißt, dass ich über dich rede. Weil du die Schuld hast. Weil ich dir das immer wieder gerne sage. Indem ich es nicht sage. Das ist besser. Das ist deutlicher.

Irgendwann lache ich. Lache ich über mich. Weil. Ich ja auch gar keinen Kaffee mag. Weil das Negligé gar nicht so schlimm war. Sondern nur mein Reim. Nur dumm. Weil. Ich dann auch gar keine Fragen mehr stelle. Weil. Ich die Antwort längst gefunden habe. Weil. Ich dann auch nichts mehr will. Wirklich. Weil. Ich dann nur noch wünsche. Weil. Ich dann nur noch träume. Dann ist alles möglich. Auch wenn das nach Klischee klingt. Das ist mir dann egal. Dann bin ich nicht mehr größer. Dann bin ich nicht mehr kleiner. Dann sage ich. Guten Morgen. Dann. Ist. Er. Wirklich. Gut.

8

Diesen Text mochten auch

15 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    eine schöne Liebeserklärung...

    18.07.2010, 21:48 von Rehkitzalleinimwald
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Gut.

    27.05.2010, 22:36 von fossa
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    not my cup of tea

    28.03.2010, 16:13 von RedSonja
    • 0

      @RedSonja Kaffee?

      29.03.2010, 12:11 von LudwigMartin
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Dirk Bernemann-Schreibstil.
    Mir gefällt´s.

    28.03.2010, 15:51 von Miss_Satansbraten
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Das liest sich so wie dieser Freund von Malcom (Mittendrin) -der Asthmatiker im Rollstuhl- immer redet.
    "Guten Morgen -nach Luft ring- Sagst du..."
    Anstrengend,aber auch irgendwie witzig.

    Leider geht dadurch der Inhalt ein wenig hopps.Um den authentischer rüberzubringen sollte lieber auf kaltes Automaten-Gestottere verzichtet und individueller Schreib-/"Denkstil" reingebracht werden. Ich jedenfalls denke nicht ausschließlich in Fragmenten,wenn es um Herzensangelegenheiten geht.

    12.03.2010, 13:18 von nordish_by_nature
    • 0

      @nordish_by_nature sollte lieber auf kaltes Automaten-Gestottere verzichtet und individueller Schreib-/"Denkstil" reingebracht werden

      Ergibt irgendwie keinen Sinn.
      Erst kritisierst du die Individualität des Textes und dann forderst du sie.

      28.03.2010, 15:55 von Miss_Satansbraten
    • 0

      @Miss_Satansbraten
      Gibt halt solche und solche Individualität. ;-)

      Die Wirkung find ich aber nicht so, daß die Form mir eine spezielle ungewöhnliche Wahrnehmung mitteilt, sondern auch eher wie ein formales Korsett. Das merkt man besonders am Ende.

      Teilweise klingt es, als läge da ein Beat drunter.

      29.03.2010, 16:07 von LudwigMartin
    • Kommentar schreiben
  • 0

    KILLER...ich liebe deinen Schreibstil, obwohl ich Günther Grass´s Stil auch toll finde. (-;

    25.01.2010, 19:07 von cannily
    • 0

      @cannily was für ein vergleich! :)

      25.01.2010, 20:47 von Razanplan
    • 0

      Ok, auch wenn meine Antwort etwas verspätet kommt...aber ich hatte das geschrieben, weil du auf kurze Sätze gebaut hast und Günther Grass gänzlich das Gegenteil tut. Beides hat aber seinen Reiz. (-:

      18.02.2013, 20:59 von cannily
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Bäm.. fertig mit lesen und hab trockene Augen
    weil ich sonst die Zeile verloren hätte :-)

    ob gut oder schlecht, weiß ich nicht,
    aber du schreibst so wie man denkt in Situationen..
    weil.. da redet man ja - rein kopftechnisch - auch keine
    Romane sondern nur..so wie geschrieben

    toll mal was anderes zu lesen :-)

    31.10.2009, 12:40 von VanilleSchaum
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich finde das es wirklich klasse geschrieben ist und es endlich mal wirklich was anderes ist! :)

    06.09.2009, 22:17 von Buecherdiebin
    • Kommentar schreiben
Seite: 1 2

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare