Kupfertaler 30.11.-0001, 00:00 Uhr 1 3

Pseudonym

Mut – das ist nicht die Abwesenheit von Angst. Es bedeutet lediglich, dass du in der Dämmerung verwegen mit ihr tanzt

Mut – das ist nicht die Abwesenheit von Angst 
Es bedeutet lediglich, dass du in der Dämmerung verwegen mit ihr tanzt 
Mut – das ist nicht gleich Taten
Es bedeutet, dass man dazu fähig ist auch mal abzuwarten 
Und mal mit seinen verdeckten Karten 
Spielt, und Angst - das ist auch nicht die Abwesenheit von Härte   
Oder Tapferkeit, es bedeutet nur den Ursprung deiner dir ganz eigenen Stärke 
Und wenn du schweigst, dann bist du nicht gleich schüchtern 
Denn wenn du still bist, dann betrachtest du das Ganze vielleicht lieber nüchtern 
Statt gleich mit den Wörtern wild loszuschießen 
Und andere mit deinen geistigen Ergüssen zu übergießen 
Es bedeutet lediglich, du äußerst dich wohl bedacht 
Eine sanfte, dir innewohnende leise Macht 
Die so viele andere gerne hätten
Denn Wörter sind nicht nur Waffen, sondern auch Ketten
Denen man so schnell nicht entfliehen kann, sind sie einmal dran 
Und wenn du viele Wörter verlierst, dann wird auch deine Kette irgendwann ziemlich lang 
Und mein bunter Redeschwall jetzt, voll schillernder Worte 
Bedeutet keine Gleichgültigkeit gegenüber meinen ausgesprochenen Gedanken, sondern nur, dass ich sie vielleicht schon viel zu lange horte 
Und weißt du, wenn du lachst 
Dann kann ich eigentlich nicht genau beschreiben, was du da mit mir machst 
Dann leuchtet da so ein Strahlen in deinen Augen 
Und wenn das aufglimmt, dann kannst du mir den Atem rauben 
Und ich, ich muss dann meinen ganzen Mut vom Boden aufklauben
Mit trockenem Hals und nervösem Augenflattern
Mit feuchten Händen und Gedanken, die elendig langsam rattern
Und einem Herzen, direkt auf der Zunge 
Und meine arme, kleine Lunge 
Die pumpt und hechelt 
Denn ich, ich will dann nur, dass du nochmal lächelst  
Und Lachen – das ist vielleicht nicht unbedingt ein Synonym für Freude 
Aber vielleicht ja ein Pseudonym für uns und dafür, dass du jemand bist, bei dem ich meine Zeit nicht gänzlich vergeude 
Gegen den ich mal aufhöre mich immer zu sträuben 
Und vielleicht – bist du nicht immer Glück 
Vielleicht – bezeichne ich dich später als Missgeschick 
Aber für den Moment – für den Moment 
Bist du derjenige, für den mein Herz einen kilometerlangen Marathon rennt 
Also sag's mir, oder lächle mich wieder so still an 
Denn ich, ich mag dich genau so, dich und den Klang 
Deiner unausgesprochenen Worte 
Und auch die der gesprochenen, die von der Sorte
Die man überdenken muss 
Und ich liebe ebenfalls, wenn du vor dem Kuss
Mich bis kurz vor dem Augenblick in dem wir uns berühren, immer noch anblickst 
Weil du denkst, ich bin die große Zeitbombe, die tickt
Dass ich vielleicht im letzten Moment noch zurück zuck
Also wartest du ruhig, still und guckst 
Bis du dir wirklich sicher sein kannst
Dass nicht ich es bin, die auf Nasen tanzt 
Dabei bist du die große Unbekannte meiner kleinen Gleichung 
Du bist die einzige unendliche Abweichung 
Meiner genau definierten Skizze 
Du bist vielleicht die große Spitze 
Meines Eisbergs, meiner Katastrophe 
Oder eben die erste Strophe 
Meines Lieblingslieds
Also bevor du weißt wie dir geschieht 
Nehm ich meinen ganzen Mut zusammen 
Ohne Rücksicht auf irgendwelche zukünftig entstehenden Schrammen 
Und steh mit dir, genau in dieser Sekunde, zusammen in 
Flammen

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Kommentare

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  • 1

    <3

    15.02.2015, 22:01 von Cathicat
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