Wolkenduft 30.05.2015, 20:03 Uhr 4 1

Plötzlich ist Blödsinn.

Es ist wie frei-reden und frei-lachen. Ein bisschen wie Freiheit mit dir hier zu sein.

Ich zähle die weißen Flecken auf meinen Fingernägeln. Anscheinend habe ich wieder einmal irgendeinen Mangel. Macht nichts. Ich bin aufgeregt, nervös. Ich fange an, auf meinem Oberschenkel Klavier zu spielen. Male mir aus, was jetzt gleich wohl alles passieren könnte. Ich steh da, im roten Mantel. Albern, denke ich mir, albern dieser Mantel. Wirkt wie ein Signal. Rot- das ist doch die Farbe, die klar signalisiert: Achtung, stopp. Bis hierher nicht weiter. Aber ich bin schon mittendrin. Kann nicht mehr einfach gehen. Dein Zug müsste jeden Moment da sein. Und obwohl ich dich doch ganz gut kenne, bin ich so zappelig. Also innerlich. Mein Herz hüpft, pocht, schlägt gegen meinen Brustkorb. Und ich tu ganz gelassen. Lehne mich an die Wand und warte. „Tzzzz…“, denke ich mir. Warten, warum warte ich eigentlich? Ladys warten nicht. Man lässt doch warten.  Weißt du, ich habe dich so lange nicht mehr gesehen. Und das, obwohl ich weiß, dass du mir so lange so viel bedeutet hast. Und es noch immer tust. Sonst wäre ich nicht hier.

Ahhhhhh….

Da bist du. Du. Einfach du. Wie ich dich das letzte Mal gesehen habe. Noch immer du. Ich grinse, was hab ich auch erwartet? Ich laufe zu dir, umarme dich und ganz heimlich rieche ich. Ja, du- du riechst so vertraut. So, dass mein Herz direkt in einem wohligen Takt weiterschlägt. Als wäre jetzt alles gut. Ein langes Umarmen, ein sehnsüchtiges Umarmen, ein warum-erst-jetzt Umarmen. Ich grinse schon wieder, weil mein Kopf mich daran erinnert total entspannt und cool zu sein. Abgebrüht. Das Treffen- pffff..? Aber ich bin ziemlich glücklich, versuche das Grinsen zu stoppen und schleppe dich zur U-Bahn. Ab in die Altstadt. Lass uns reden, haben wir ja lange nicht mehr. Obwohl wir das so gut können. Mit dir rede ich so gerne. So lange. Und es tut so erwartet gut. Du erzählst von dir, ich höre dir zu. Der Klang deiner Stimme- huch, so attraktiv. Ich erzähle von mir- dein Blick, so durchdringend als möchtest du noch mehr erfahren. Als möchtest du wissen, was ich ohne dich gemacht habe. Unwichtig. Wichtig ist, was machen wir eigentlich hier?

Du guckst irritiert, als du auf der Getränkekarte „Muggefug“ liest. Ich grinse, als du es bestellst. Ich lache, als du es probierst. Erinnert mich an Kindertage. Der malzige Geschmack bringt mich zurück ins Jetzt. Und so sitzen wir, im Café und trinken Muggefug und lachen, denn das kann ich mit dir gut. Es ist wie frei-reden und frei-lachen. Ein bisschen wie Freiheit mit dir hier zu sein. Warum ich das so definiere? Keine Ahnung. Vielleicht, weil ich merke, dass du auch keinen genauen Plan hast, was wir hier eigentlich machen. So wie ich. Einen Plan hatten wir nie. Außer den Plan, beieinander zu sein. Und den erfüllten wir gerade ja auch wieder.

Und wieder schauen wir uns an und ich versuche dich zu durchschauen. Das ist mir selten gelungen. Du bist kein offenes Buch, du bist ein bisschen Hin und ein bisschen Her. Was ich gerade denke, willst du wissen. Als würdest du mich durchschauen. Denn du grinst. Ich fühle mich einfach so unglaublich wohl. Ich kann einfach ich sein, frei sein und mit dir sein. Mehr brauche ich nicht. Nicht gerade eben.

Und dann kommst du mit zu mir, nur zum Tatort schauen natürlich. Denn es fährt auch später noch ein Zug und einen Tatort später zu gucken ist ja fast unmöglich. Und wir laufen zurück. Und ich bin glücklich, dass wir uns getroffen haben. Ich bin glücklich, dass du gekommen bist und jetzt nicht gehst. Ich bin glücklich, als du neben mir liegst und ich deine Kringel in den Augen zählen kann. Ich bin glücklich, als du mich endlich wieder küsst. 

Und ich merke, all das, unser Treffen, der Muggefug, das Lachen, der Tatort, all das kam nicht plötzlich. Wir kennen uns ja schon. Plötzlich ist Blödsinn. Du warst immer in meinen Gedanken, auch als du nicht bei mir warst.

Nach dem Tatort bleibst du da. Ganz nah, bei mir. So vertraut, so gut. Innerlich jubel ich. Und am liebsten würde ich jetzt im Nachhinein D A N K E sagen. Und ich tu es einfach.

D A N K E- für das Treffen. Für dich.

 


Tags: Muggefug, Tatort
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    So auf die Minute genau kann ich es nicht ganz sagen oder
    zurückführen, aber sehr viele Minuten können wohl nicht davon abweichen, von
    dem Moment als wir uns trafen, von dem einen Moment der veränderte.



    Ein Jahr mit Höhen und mit Tiefen und einem sehr lange
    andauernden Höhepunkt am Ende, mit vielen weiteren für mich und etwas wenigeren
    für dich, doch letztlich ein permanent andauernder Höhepunkt für uns.



    Zwölf Monate die ich nicht vergessen werde, nicht alle mit
    dir, aber in allen an dich gedacht.



    52 Wochen in denen ich glaube, dass du nicht so genau
    wusstest, wie du mich beschäftigt hast und dass hast du, sogar schon ziemlich
    von Anfang an.  Szenen die mich in
    ungeahnter Weise berührt haben. Z.B. wurde mein Zustand nach deiner Absage zu
    unserer Abschiedsparty, als äußerst depressiv beschrieben… Ich hatte dies wohl
    schon als finales nein verstanden.



    Wochen in denen wir nicht immer wussten, was der andere so
    macht. Hätte ich zwischenzeitlich gewusst, dass du dich noch mit anderen
    triffst, hätte sich mein kleines Herzchen wohl ausgedehnt, wäre geplatzt und
    ich hätte diese Zeilen vermutlich heute nicht geschrieben.



    365 Tage in denen ich mich oft gefragt habe, was macht das
    Mädchen so und was denkt sie, denkt sie eventuell auch an mich? Denkt sie sich
    auch, was ich mir denke?



    8760 Stunden bin ich äußerst dankbar, dass der Zufall uns
    diese Location empfahl und noch viel mehr, dass uns das Schicksal zueinander
    führte, dich und mich, das der Held seine Brosche fand.



    525600 Minuten die sich in Unendlichkeit verwandeln sollen!



    3153600 Sekunden in denen wir uns langsam kennenlernten, uns
    mögen lernten, uns näherten, uns sehr nahe waren bis wir uns wieder entfernten.
    Doch wurde uns scheinbar durch Entfernung erst bewusst, wie nah wir uns waren.
    Und nachdem wir die Entfernung überwunden hatten, war die Entfernung schneller
    verschwunden und wir uns näher als je zuvor.



    Zeit die ich nicht missen will.



    Zeit in denen ich keine großen Reden geschwungen oder
    Bekenntnisse gemacht habe, und auch nur selten gesagt habe was Sache ist; doch
    irgendwann wird es mal Zeit, genau jetzt:



    Ich liebe dich.     

    05.07.2015, 02:58 von deinheld
    • 0

      meinheld. ich bin so froh, dass es dich gibt!


      ... einfach nur du. unendlich.

      ich liebe dich.

      05.07.2015, 23:49 von Wolkenduft
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  • 0

    <3

    05.07.2015, 02:53 von deinheld
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  • 0

    05.07.2015, 02:44 von deinheld
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