RockyMountainMario 01.05.2019, 20:24 Uhr 1 0

Perfekt

Und weitere Zeiten.

Da bist Du da gewesen.
Mit der Art Deines Wesens,
der Kraft eines Magneten
und einem Aussehen,
nicht von diesem Planeten,
hast Du es bewegt, dieses Leben.

Hast Türen eingetreten,
welche geführt haben zu Sphären,
von denen ich nie gedacht habe,
es würde sie je geben.
Weit weg von jenen,
die das Gewöhnliche regeln.

Ich habe Dich gesehen,
wie das schönste Paket,
das unterm Weihnachtsbaum steht.
Das innere Kind so aufgeregt,
dass es sich den Mund zuschlägt
und dessen Herz so danach bebt,
was der Inhalt wohl verrät.

Ich habe Dich gesehen,
wie ein Buch voller Ideen.
Als wären die Seiten ein Beet,
aus dem ein Garten entsteht.
Eines zum nie mehr Weglegen,
mit Deinen Worten so gewählt,
wie sie kaum jemand erwähnt.

Ich habe Dich gesehen,
wie eine von denen,
die auf den roten Teppich gehen,
während Fotografen bereitstehen,
doch dann bei Deinem Betreten,
jenem Moment erlegen,
ihre Kameras nicht heben,
um Dich mit Augen wahrzunehmen.

Doch ist all das im Perfekt geschehen.

Nun bist Du nicht mehr da.
Das ist jetzt die Gegenwart.
Alles andere, als perfekt,
eher etwas, wo ich etwas gegen hab‘.

Ich beweg‘ mich grad auf dem Nebelpfad,
den ich zwar ohne Dich zu gehen vermag.
Nur fehlt mir stark die Lebensart,
die ich hatte, als Du noch zugegen warst.

Doch bist Du in meinem Präsens nicht präsent.
Das Präsent bleibt ein verpacktes Geschenk.
Nur zu öffnen für diejenigen wohl Glänzenden,
für die Deine Seele auch so brennt.

Meine Türen sind wieder verschlossen.
Das Buch legt seine Fortsetzung nicht offen.
Und Fotografen schießen wieder Bilder
von irgendwelchen Zeitgenossen.

Was sein wird mit der Zukunft?

Kann wenig schreiben dazu,
doch ich hoff‘ auf etwas Zuflucht.
Auf den Verweis zu der Vernunft,
die mich einst trug als jungen Jungen.

Drum ist es eher schon ganz gut,
dass Du mir derzeit auch nicht zuguckst.
Denn zu lange und ausreichend genug,
ging ich mit mir selbst nicht gut um.

Seh‘ Dich im abgefahrenen Zug und
bald nur noch einen Punkt,
der dann ganz verschwindet
und zeitgleich auch das Uns.

So werfe ich die letzte Kippe aufs Gleis,
die dort ausglüht, wie unsere gemeinsame Zeit.
Was dennoch bleibt; die Dankbarkeit,
für Deine mit mir geteilte Vergangenheit.


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