Ohne Worte
Es gab diese Zeit... da hätte Ich nicht lange drüber nachgedacht.
Es gab diese Zeit... da hätte Ich nicht lange drüber nachgedacht. Dich gesehen... Dich angesprochen – wieder und wieder. Mich mit Dir stundenlang unterhalten. Über Nichtigkeiten, Wichtigkeiten, Alltagsgeschehen. Über Mich, über Dich. Ohne vorher groß zu überlegen. Alles hätte Ich Dir erzählt. Von Momenten, in denen es Mir schlecht geht, Ich hätte Dir gesagt, was Mir gut tut. Wie gut Du Mir tust. Die Gespräche mit Dir.
Es gab sie... diese Zeit. Es war eine schöne Zeit. Und doch ist sie vorbei.
Es gibt diese Zeit... da sehe Ich Dich und entscheide Mich, Dich nicht anzusprechen. Dich warten zu lassen. Allein. Vielleicht hoffe Ich darauf, dass Du hoffst, dass Du Mich doch irgendwann irgendwo in einer Ecke entdeckst. Dass Ich da plötzlich bin, Du mit Mir reden kannst. Mir ein wenig von Dir erzählen kannst, Ich Dir etwas mehr von Mir erzähle. So wie es immer war. Aber Ich komme nicht. Du findest Mich nicht. Du sitzt da, wartend, und niemand nimmt Dich wahr und in Dir sprudeln die Worte, warten darauf, gesagt zu werden.
Ich sehe Dich. Entscheide Mich. Es ist keine einfache Entscheidung. Ich könnte immer mit Dir reden. Dir alles sagen. Dich überfluten mit Informationen, Sätzen, Worten und noch mehr Worten, mit Mir. Ich könnte dir Mein ganzes Herz ausschütten – immer noch. Wenn da nicht die Erinnerung wäre.
Ich spreche Dich kurz an. Nehme schnell Mein distanziertes Verhalten Dir gegenüber wahr. Ich schätze, Dir fällt das noch nicht einmal auf. Diese Gedanken machst Du Dir gar nicht. Die hast Du Dir eh noch nie gemacht. Du redest mit Mir. Nur ein paar Sätze. Ich erzähle Dir. Nur ein paar Sätze. Kurze Sätze. Nicht viel Persönliches. Nur Belangloses. Kleinigkeiten. Nachher genauso schlau wie vorher. Du. Ich auch.
Es tut weh. Noch immer.
Diese Zeit, in der Ich Dich nicht sah. Die Zeit dazwischen, als Ich Dich nicht sehen wollte. Als es Mir vorkam, als wolltest Du Mich nicht sehen. Als Ich plötzlich wieder in der Realität angekommen war. Ohne dich. Als Ich Mir vorkam, als ob Ich aus einem langen, schönen Traum erwacht sei. Als Ich diesen Scherbenhaufen vor Mir entdeckte.
Geplatzte Träume. Kaputte Wünsche. Verletzte Gefühle. Gebrochenes Herz.
Mir tut es weh, Dich so zu behandeln. Dir so gegenüber zu treten. So mit Dir zu sprechen. Es schmerzt in Mir. Es rebelliert: „Sag schon! Sag es Ihm! Sag Ihm, was Du fühlst, was Du willst, sei ehrlich!“
Bin Ich nicht ehrlich, nur weil es Dinge gibt, die Ich Dir nicht sage? Dinge, bei denen Ich Angst habe, wenn Du sie erfährst, dass Ich wieder genau dasselbe durchmache, wie in dieser Zeit dazwischen? In dieser Hölle.
Die halbe Wahrheit weißt Du. Werde Ich irgendwann bereit sein, Dir die andere Hälfte zu erzählen?
Wird dann aus Du und Ich wieder Wir? Ganz ohne Worte?





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Kommentare
oh, es passt so wunderbar, danke für diesen Text. Jetzt sind meine Augen noch feuchter als vorher, aber es ist okay, weils so war ist. ..
12.06.2009, 23:22 von Fratellis_Babysehr schön. :)
hör dir mal des lied von den böhsen onklez an ... "für immer"....
22.06.2008, 15:29 von against