Ode an die Krake
„Hallo Jana. Mein Vater ist gestorben. Ich muss dich sehen. Bitte.“
Gestern hast du dich nach vier Monaten das erste Mal wieder gemeldet. Ich saß gerade in der Vorlesung, als ich eine SMS von dir erhielt: „Hallo Jana. Mein Vater ist gestorben. Ich muss dich sehen. Bitte.“ Einerseits schockierte mich die Nachricht sehr; ich kannte deinen Vater und obwohl er und ich bei den beiden Malen, die ich dich zu deinen Familienfesten begleitete, nie sonderlich warm miteinander geworden waren, machte mich die Tragweite dieser Neuigkeit sehr betroffen. Andererseits ließ mich die Nachricht erstaunlich kalt. Ich hatte immer damit gerechnet, dass du meinen Beistand irgendwann wieder brauchen würdest, wenn du allein mit deinen Problemen nicht mehr zurecht kämest. Nun war es so weit. Du hattest dich verkalkuliert, wolltest deinen eigenen Weg gehen und warst in einer Sackgasse gelandet. Aus der du keinen anderen Ausweg wusstest, als mir diese SMS zu schreiben. Viele Gedanken schossen mir durch den Kopf, ich überlegte mir, ob du es überhaupt wert seist, dass ich dir eine weitere Minute meiner Zeit schenkte. Damals hättest du diese Zeit haben können. Du wolltest sie nicht.
Ich blickte mich im Hörsaal um. Überall gelangweilte, verschlafene Gesichter, die wie paralysiert auf ihre Laptops starrten, der Dozent war schon seit mehreren Minuten verschwunden, weil er einen Teil seiner Unterlagen vergessen hatte. Ich packte meine Sachen zusammen, bat die Sitznachbarin, mich bei Gelegenheit in die Anwesenheitsliste einzutragen und tippte die Worte „Okay. Wann und wo?“ in mein Handy. Noch bevor ich die Fakultät verlassen hatte, erhielt ich deine Antwort. „Wie wäre es mit dem kleinen Café in der Nähe deiner Uni, in dem wir mal zusammen gefrühstückt haben? Bin in 10 Minuten da. Danke.“
Um das Café zu erreichen, musste ich einen kleinen Fußweg von der Uni zur nächsten Bahnhaltestelle hinter mich bringen. Die Trostlosigkeit des trüben Januarmorgens nahm ich wahr, ohne mich von seiner Kälte anstecken zu lassen. Ganz anders du: selten hatte ich einen so wetterfühligen Menschen wie dich kennengelernt. An regnerischen Tagen, besonders im Herbst und Winter, warst du immer unausstehlich zu mir und deiner Umwelt gewesen. Du sagtest immer, du könntest nun mal nichts dafür, schlechtes Wetter schlage dir eben sehr schnell aufs Gemüt. Tage wie heute waren immer deine schwächsten und ich konnte förmlich spüren, wie viel Halt ich dir an Tagen wie diesen gab, trotz deiner Unausstehlichkeit. Nun warst du allein, allein mit deinem toten Vater, dem schlechten Wetter und ohne Freunde in dieser großen Stadt. Ich dachte all das auf dem Weg zur Haltestelle und war fast erschrocken über das Analytische meiner Gedanken, während sie in meinem Inneren nichts berührten. Nur Gleichgültigkeit. Wie viel hattest du in mir zerbrochen und verwüstet, dass mich dein Schicksal nicht mehr interessierte? Verwirrt ob meiner eigenen Gefühlskälte war ich froh, als die Bahn endlich kam. Für die kurze Fahrt suchte ich mir keinen Platz, sondern hielt mich an einer Stange in der Nähe der Türen fest. Die Bahn war nur knapp zur Hälfte gefüllt und graue Menschen in grauer Kleidung tauschten missmutige Blicke wie Spielkarten aus. Ich fragte mich, ob auch du einst so enden würdest. Ein grauer Mensch in einer monochromen Masse. Dann war ich da.
Als ich das fast menschenleere Café betrat, warst du zu meiner Überraschung schon vor Ort. In dem Jahr, das wir miteinander teilten, warst du eigentlich nie pünktlich gewesen. Selbst bei den ersten Dates hattest du mich versetzt. Und ich wartete immer auf dich. Bis du mir sagtest, dass es nichts mehr gäbe, auf das es sich zu warten lohnen würde.
Während ich auf dich zuging, musterte ich dich. Du sahst müde aus. Auch früher sahst du immer müde aus, weil du die Angewohnheit hattest, zu spät ins Bett zu gehen, egal, was der nächste Tag bringen sollte. Doch die Müdigkeit, von der du heute gezeichnet warst, war eine andere. Sie war – tiefer. Dunkler. Sie kam aus dir heraus, du verströmtest sie wie ein schweres Parfum, das sonst nur alte Herren trugen. Du sahst des Lebens müde aus. Ich war mir sicher, dass, stellte man eine Pflanze neben dich, sie sofort verwelken würde.
Zur Begrüßung erhobst du dich langsam aus einem der großen Sessel, die uns bei unserem einmaligen Besuch hier so gut gefallen hatten, und übtest dich in so etwas wie einem Lächeln, doch dabei entglitten dir nur die Gesichtszüge. Mechanisch strecktest du mir die Arme entgegen und wir umarmten uns wie Roboter. „Danke, dass du gekommen bist.“, nuscheltest du dabei in mein Haar. Bei der Umarmung versuchte ich, mir deinen Geruch in Erinnerung zu rufen, doch es funktionierte nicht. Ich hatte deinen Geruch vergessen. Tatsächlich rochst du nach nichts. Nur Resignation, die unsichtbar aus jeder deiner Poren kroch.
Ich legte meinen Mantel ab und wir ließen uns fast gleichzeitig in die schweren Polstermöbel fallen. Eigentlich waren die Sessel zu tief und zu groß für die Gäste und die Tische davor zu hoch, sodass man sich ein wenig wie ein kleines Kind fühlte, das noch in die Möbelstücke der Erwachsenen hineinwachsen musste. Dennoch hatte uns beiden die gemütliche Atmosphäre und das eigentümliche Flair gefallen, das das Interieur auszustrahlen vermochte. Ich faltete die Hände zwischen meinen Beinen, während du in einer selbstgefälligen Pose, die in so krassem Kontrast zu deinem Äußeren stand, beide Arme auf den Sessellehnen ausbreitetest. Noch bevor wir ein Wort gewechselt hatten, war mir deine Körpersprache zuwider und ich musste mich geradezu maßregeln, nach Monaten der Verdrängung und des Vergessens keinen Hass für dich zu empfinden, trotz all der Trostlosigkeit, die diesem Treffen von der ersten Minute an anhaftete.
„Sie haben hier gestrichen, oder?“, versuchtest du dich an einer Gesprächsöffnung und blicktest dich vielsagend im Raum um.
„Keine Ahnung. Ich war lange nicht mehr hier. Kann sein.“, entgegnete ich. Eine kurze, unangenehme Pause entstand.
„Das mit deinem Vater tut mir leid.“, log ich und fühlte einen kleinen Stich – wie zur Strafe – in meiner Brust.
Du wendetest den Kopf von den Wänden ab und schautest mich aus leeren Augen an.
„Ja. Mir tut es auch leid. Meine Mutter hat mich angerufen und es mir erzählt. Danach habe ich dir sofort geschrieben.“
„Woran…?“, begann ich eine Frage zu formulieren, doch kamst du mir mit der Antwort zuvor.
„Herzinfarkt. Heute Morgen im Bett. Als sich meine Mutter wunderte, dass er nicht zum Frühstück runterkam, ging sie hoch ins Schlafzimmer und fand ihn dort. Tot. Der Notarzt konnte nichts mehr machen.“
Ich beobachtete dich, während du das erzähltest. Genauso gut hättest du mir erzählen können, dass die Stadtverwaltung die Einführung einer neuen Steuer auf den Verzehr von Bratwürsten geplant habe. Und obwohl ich mir sicher war, dass dir dieser Verlust schwer zu schaffen machte, strahlte dein Gesicht keine Regung aus, keine Anteilnahme, keine Trauer. Nur Leere. Als sähe ich nicht dich selbst an, sondern nur eine fahle Maske, eine Kopie dessen, was du einmal gewesen bist. Ich musste den Blick abwenden, da ich eine plötzliche Angst verspürte, von dem, was dich umgab, angesteckt, infiziert zu werden.
„Das tut mir so unendlich leid.“, sagte ich. Mein Magen verkrampfte sich angesichts der Unwahrheit meiner Worte. „Wirst du deine Mutter gleich noch besuchen? Hast du auf der Arbeit frei bekommen?“
„Ja, ich hab‘ frei bekommen. Einen Tag Sonderurlaub.“, antwortetest du und deine Mundwinkel deformierten sich zu einem bitteren Lächeln. „Ich schätze, ich werde sie morgen besuchen. Sie ist heute zu ihrer Schwester gefahren.“
Zur Antwort nickte ich nur, ahnungslos, was ich darauf erwidern sollte. Wieder entstand eine beklemmende Pause, die erst durch die Kellnerin unterbrochen wurde. Während ich mir einen schwarzen Kaffee bestellte, batest du nur um ein Glas Leitungswasser. Das hattest du noch nie getan, zumindest nicht in meiner Gegenwart, solange wir uns kannten. Da ich mich zunehmend unwohler fühlte, versuchte ich den Grund für unser Treffen zu erfahren, obwohl er eigentlich auf der Hand lag. Du hattest niemanden mehr, der dir bei der Verarbeitung eines solchen Ereignisses hätte helfen können. Deswegen hattest du mich angerufen.
„Und was kann ich jetzt für dich tun?“, fragte ich dich.
Du hieltest kurz inne und ich bemerkte, wie du mit den Worten rangst. Wie du überlegtest, eine Wahrheit zu formulieren, die dir nicht über die Lippen ging. Gehen konnte. Weil du immer zu stolz gewesen bist. Ein Stolz, der dich alles kosten sollte. Ein Stolz, der alles um dich herum erdrückte, zerstörte. Stattdessen zucktest du nur resigniert mit den Schultern.
„Ich... keine Ahnung. Ich wollte einfach mit jemandem darüber reden. Ich muss mit jemandem darüber reden.“
Ich schüttelte den Kopf. Mühsam kämpfte ich gegen die Verärgerung an, die sich langsam meiner Mimik bemächtigte.
„Nein, du hast die Frage nicht verstanden. Was erwartest du von mir?“, hakte ich erneut nach, obwohl ich die Antwort kannte. Ich wollte sie aus deinem Mund hören. Du brauchtest mich. Jetzt mehr als jemals zuvor. Doch du hattest die Chance schon lange verspielt, mich zurückzubekommen, nachdem du alles, was wir hatten, was uns ausmachte, mit Füßen getreten hattest.
„Weißt du noch“, setztest du zu einer Antwort an, „wie wir damals hier zusammen saßen und gefrühstückt haben? Wie schön das Wetter an diesem Tag war? Bestimmt hast du dich gewundert, warum ich heute vor dir hier war, oder? Nun, dafür gibt es eine Erklärung.“ Bedeutungsschwangere Sekunden verstrichen zwischen deinen Worten.
„Ich war vor dir hier, weil ich immer hier bin. Ich bin immer hier und an jedem anderen Ort, an dem wir zusammen waren. Ich bin an diesen Orten und suche nach dir, zu jeder Tages- und Nachtzeit, ich schaue in jeder Ecke nach, frage das Personal, ob ich in der Abstellkammer oder im Getränkelager nach dir suchen darf und meistens lachen sie mich nur aus. Ich durchforste die Speisekarten und bilde aus den Buchstaben deinen Namen, ich bestelle, was wir zusammen bestellt haben, und esse und trinke, was wir aßen und tranken, bis mir schlecht wird. Dann übergebe ich mich und verlasse den Ort, um an anderer Stelle weiterzusuchen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass du kurz vorher dort gewesen bist, dann habe ich das Gefühl, dass der Geruch deiner Haare in der Luft liegt und ich suche umso intensiver, in der Hoffnung, einen Teil von dir wiederzufinden, ein Stück, das ich mit nach Hause nehmen kann. Manchmal sehe ich dein Gesicht in anderen Gesichtern, dann nehme ich diese Gesichter mit nach Hause und verliere mich in ihnen. Doch am nächsten Morgen wache ich auf, und dein Gesicht ist weg, dafür sind andere Gesichter da, Fratzen, die mich anwidern. Und so suche ich weiter.“ Du senktest den Kopf und deine Worte lagen wie Steine in meinem Bauch. Kalte Abscheu überfiel mich.
„Du musst nicht mehr weitersuchen.“, sagte ich. „ Es gibt nichts zu finden. Das, wonach du suchst, ist schon lange unwiederbringlich verschwunden.“
„Aber vielleicht ist es wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen? Vielleicht muss ich nur lange genug suchen, um sie zu finden?“, erwidertest du mit aufrichtig fragendem Blick.
„Es gibt keine Nadel im Heuhaufen. Nicht mehr.“, antwortete ich. Eine unbeschreibliche Übelkeit breitete sich in mir aus, ich verspürte ein schmerzhaftes Jucken auf meiner Haut, als litte ich unter einer heftigen Allergie.
Als die Kellnerin kam und die Getränke auf dem Tisch abstellte, erhob ich mich und zog meine Jacke an. Alles an mir zitterte.
„Das mit deinem Vater tut mir wirklich sehr leid.“, log ich ein letztes Mal, gefolgt von einer Wahrheit, die das Einzige war, was ich dir noch mit auf den Weg geben konnte: „Ich kann nichts mehr für dich tun.“ Ich verließ das kleine Café und hatte das Gefühl, dass mich deine Blicke, deine Einsamkeit, dein Schmerz wie die Tentakel einer übergroßen Krake bis zur Bahnhaltestelle verfolgten. In der Bahn vergewisserte ich mich, dass sich kein Greifarm an mein Bein klammerte oder in meine Handtasche geschlichen hatte. Erst jetzt wurde mir klar, dass du wirklich eine Krake warst, ein wirbelloses Tier, das in der Dunkelheit lebte und andere mit sich in einer letzten, tödlichen Umarmung in die Tiefe zog, wenn man sich ihm nur lange genug aussetzte. Nur eins unterschied dich von allen anderen Kraken: die festeste Umarmung galt dir selbst.
Als ich zuhause angekommen war, duschte ich eine halbe Stunde lang und wusch mich, bis ich mir sicher sein konnte, jeden Zentimeter Haut von dir und deinen Tentakeln befreit zu haben. Erschöpft schlief ich am frühen Nachmittag ein, nachdem ich lange regungslos vor dem Fenster gesessen und das Spiel der grauen Regenwolken am Horizont beobachtet hatte. Ich sah viele Gesichter in den Wolken, doch deins war nicht dabei. Seit diesem Tag hörte ich nie wieder etwas von dir.
Tags: Trennung



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Kommentare
Tolle Bilder, schöner Text. :)
07.02.2012, 22:07 von M_ichiihat mich sehr berührt, ich finde den anfang und die beschreibungen auf keinen fall überflüssig, sie verstärken die wirkung viel eher!
20.01.2012, 18:39 von sunnnySehe das genauso wie Sasali.
18.01.2012, 18:44 von nyx_nyxUnd die Protagonistin hat für mich wenig Weibliches, außer der Handtasche.
Iiieh Kraken :-&
15.01.2012, 21:11 von schnutopardGefällt mir sehr gut... mag deinen Schreibstil!
12.01.2012, 11:04 von AliceInWonderlandLeider kenne ich die Situation sehr gut.
Hab eh Angst vor Kraken ;) Vielleicht besteht da ein direkter Zusammenhang!
Mag ich sehr wenn er auch eine sehr schwere note hat.
12.01.2012, 01:33 von VanillabackeKleiner Nachtrag: der Krake (Sing.) - die Kraken (Plur.)
11.01.2012, 11:13 von SasaliMan kann beides verwenden. Umgangssprachlicher ist aber "die Krake", daher hab ich mich für diese Variante entschieden.
11.01.2012, 11:30 von justanotherpictureBzw. geläufiger.
11.01.2012, 11:31 von justanotherpictureMan könnte fast immer fast alles, das ist wohl war. man sollte aber nicht immer einfach nur alles, das wäre schöner.
11.01.2012, 11:33 von SasaliAmen.
11.01.2012, 11:34 von justanotherpictureHalle und Julia!
11.01.2012, 11:38 von SasaliIn Ewigkeit und überhaupt. Sonst´ allet schön,ja?
11.01.2012, 14:59 von HilkanaturlichDu stehst ja mit Kritik ein wenig auf Kriegsfuß, ich versuche es darum ordentlich:
11.01.2012, 10:55 von SasaliIch empfand das ganze Vorgeplänkel bis zum Treffen im Café als zu lang, zu störend und zu überflüssig für die eigentliche zwischenmenschliche Geschichte. Die versteht man auch so - nun, wahrscheinlich nicht jeder, aber so schwer ist es dann doch nicht zu verstehen, du schreibst ja nicht verkopft-intellektuell.
Die etwas interessantere Story beginnt für mich mit "Als ich das fast menschenleere Café betrat...".
Auch die langwierige Beschreibung der Sessel hätte ich nicht gebraucht - ist nett, die Metapher des Übergroßen - aber für die Geschichte absolut verzichtbar. Der Krake reicht vollkommen aus als Metapher und wird leider durch die Sessel reduziert - schade.
Hab darum 3x ansetzen müssen, um den Text wirklich zu lesen - normalerweise bin ich dann schon lange weg.
Umso erfreulicher, dass du sie dann doch noch zu Ende gelesen hast.
11.01.2012, 11:33 von justanotherpictureÜber den Anfang lässt sich natürlich streiten, hatte den Text vor der Veröffentlichung auch nem Kumpel gezeigt und der war exakt deiner Meinung. Ich fand die lange Einleitung aber zum Aufbau einer gewissen Atmosphäre wichtig. Leider ist der Text so ziemlich lang geworden.
Ich denke, die Atmosphäre wäre deutlich verdichteter gewesen ohne den Vorspann.
11.01.2012, 11:37 von SasaliUnd die Phantasie des Lesers und seine Assoziationen sollte man nicht unterschätzen.
Vorgekautes kann oft langweilen, spannender ist doch die Auseinandersetzung mit dem Ungeschriebenen, das Zwischen-den-Zeilen-Lesen.
Das stimmt. Aber ich stand nie mit Kritik auf dem Kriegsfuß, ich war nur verwundert, dass sich so viele Leser im Unklaren über das Geschlecht der Charaktere waren. Vielleicht wäre hier etwas Vorkauen in der Charakterzeichnung sinnvoller als in der Beschreibung von Orten & Dingen gewesen.
11.01.2012, 11:44 von justanotherpictureAch das – ja, leider gehen hier viele bei jedem Text davon aus, das es ein Tagebucheintrag ist. Das wird sich wohl nicht ändern. Man* sollte vielleicht mit Sternchentexten arbeiten.
11.01.2012, 11:48 von Sasali*Achtung, das "man" ist hier nicht autobiografisch, sondern Fiktion!
WOW..Worte können nicht widergeben, was ich nun gerade empfinde..
11.01.2012, 10:54 von Zebrafink.Es ist wundervoll...&ich erkenne mich in ihr wieder.
Es schaudert mich, ich habe das Gefühl kotzen zu müssen und ich schäme mich abgrundtief...
Am besten hat mir dieser Satz gefallen:
Doch die Müdigkeit, von der du heute gezeichnet warst, war eine andere.
Sie war – tiefer. Dunkler. Sie kam aus dir heraus, du verströmtest sie
wie ein schweres Parfum, das sonst nur alte Herren trugen. Du sahst des Lebens müde aus.
Der beste Artikel, den ich bisher hier gelesen habe.
Nach dem Lesen ein beklemmendes Gefühl im Bauch. Der Text verfehlt seine Wirkung nicht. Sehr gut.
11.01.2012, 09:56 von dieDany