Elisaaa 07.05.2017, 14:18 Uhr 8 8

Nur noch ein Treffen

Nur noch ein Treffen, dann beende ich es. Diesmal auch wirklich. Nicht.

Ich würde es wieder tun. Immer und immer wieder. Und das obwohl ich weiß, dass ich danach ein Wrack bin, ein Häufchen Elend. Ich erzähle es schon gar keinem mehr, zu peinlich ist das Ganze. Außerdem würde ich die Kommentare und das Augenrollen meiner Freunde nicht ertragen. Und das auch nur, weil ich weiß, dass sie Recht haben. Recht mit ihren Warnungen, ihren ach so klugen Ratschlägen. Aber ich kann nicht anders. Also steige ich in den Zug und nehme die lange Fahrt in den Kauf und das nur, um dich zwei Tage zu sehen. Zwei Tage, von denen ich mir erhoffe, dass sie dir endlich zeigen, dass ich die Richtige für dich bin. Zwei Tage, in denen du dich (wieder) in mich verlieben kannst. Zwei Tage, für dich, an denen du deinen Spaß hast ohne irgendeine Verpflichtung und Bindung mit mir einzugehen. Obwohl ich weiß, dass für dich unsere Treffen bedeutungslos sind, lasse ich mich immer wieder darauf ein.

Die Tage bevor ich zu dir komme, sind eine Mischung aus innerer Anspannung, Freude und Angst. Ich freue mich dich endlich wieder sehen zu können, ein Stück weit ein bisschen wie deine Freundin zu sein. So versuche ich zumindest vor mir selber unsere Treffen zu rechtfertigen. Gleichzeitig bin ich nervös und habe Angst, dass es unser letztes Treffen sein könnte. Ich überlege mir genau, was ich anziehe, wie ich mich schminke und wie ich mir meine Haare mache. Nicht, dass du es bemerken würdest.

Ich kenne dich und du kennst mich und vielleicht ist genau das, das Problem. Vielleicht ist es aber auch nur dein Problem. Während ich unsere Vertrautheit genieße, scheint sie für dich eine Barriere darzustellen. Ich bin dir nicht interessant genug und vielleicht ein bisschen zu langweilig.

Die zwei Tage mit dir waren schön. Jetzt bringst du mich zum Bahnhof und da stehen wir nun am Bahngleis, unentschlossen und ich zu feige dir endlich zu sagen was ich fühle. Dir zu sagen, dass ich dich ganz will oder gar nicht. Aber stattdessen schweige ich, wieder einmal. Du küsst und verabschiedest mich. Es tut weh, es tut so verdammt weh. Und da bin ich wieder, alleine im Zug und auch sonst irgendwie ziemlich einsam.

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Kommentare

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    Vielleicht ist es aber auch Dein Problem. Du musst ihm nicht beweisen, dass du interessant bist und schön und liebeswürdig.  Aber vielleicht musst Du dir selbst das beweisen.

    06.07.2017, 23:35 von to_the_sea
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    Kenn ich... siehe mein Text. Er wird sich's nicht ändern... das wirst du irgendwann sicher auch noch akzeptieren. Drücke die Daumen.

    07.05.2017, 19:12 von GrossstadtHeldin
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