BrokenPige 19.05.2010, 06:37 Uhr 3 3

Niemand kann die Liebe binden

Manchmal ist ein Lied alles...

"Bin schon wieder wo gelandet,
wo ich gar nicht gerne bin,
von der letzten Nacht gestrandet,
große Sprüche - kleiner Sinn."

Nun zerbröckelt sie wieder – meine starke, fröhliche Fassade. Zerbröselt Stück für Stück im Nichts, egal, wie sehr ich versuche mich dagegen zu wehren. Gestern war ich laut. Zu laut? Habe viel gelacht. Mit meiner Freundin herum geblödelt. Du hast mich dabei stumm beobachtet. Was ging dir durch den Kopf? Hast du mich durch schaut?

"Wär jetzt lieber gern bei dir,
doch wir haben´s ja probiert,
und jetzt steh ich hier und frier,
hab mich halbwegs arrangiert."

Jetzt ist meine Freundin auf dem Heimweg. Du bist fort. Ich habe keinen Schutz mehr. Fühle mich einsam. Völlig hilflos meinen Gefühlen überlassen. Gestern konnte ich sie noch überspielen, jetzt kommen sie umso stärker hervor. Schon länger versuche ich mit der Situation klar zu kommen, dass du nicht das für mich empfindest, was ich mir so sehr wünsche. Und immer wieder ärgere ich mich, dass ich damals nicht die Chance ergriffen habe, als wir uns näher kamen. So viel Zeit zusammen verbracht haben. Ernste Filme ansahen, über „Herr Lehmann“ lachten, gemeinsam Pizza mit viel zu viel Knoblauch belegten. Du hast mir eine Zahnbürste geschenkt, als ich meine letzte U-Bahn verpasste. Sich gemeinsam die Zähne zu putzen verbindet. Nebeneinander einzuschlafen auch. Dass dabei nichts passier ist, grenzt an purer Dummheit. Wieso war ich nur so schüchtern? Jetzt ist es zu spät.

"Es ist schwer, mit dir zu leben,
schwerer, ohne dich zu sein,
und ohne dich kann ich nicht leben,
und mit dir kann ich nicht sein.

Konnten uns halt nicht mehr halten,
doch ich riech noch deine Haut,
wenn wir aufeinander prallten,
war das meist zu derb und laut."

Wo ist diese Vertrautheit hin? Habe ich zu wenig von mir Preis gegeben? Nur, weil ich perfekt sein und nichts falsch machen wollte? Machen uns gerade unsere Ecken und Kanten zu liebenswürdigen Wesen? Vor lauter Angst keine Fehler zu machen, nur um dir zu gefallen, war ich nicht mehr ich selber. So nah ich dir kommen konnte, ließ ich dich nie an mich heran.

"Wunderschön war das Versöhnen,
nur zu viel Zerrissensein.
Würde dich jetzt gern verwöhnen,
laß es bleiben - bleib allein."

Diese Chance… ich hätte sie nutzen sollen… Jetzt sehne ich mich nach deiner Nähe. Was würde ich dafür geben, die Zeit noch einmal durchleben zu dürfen um alles besser zu machen. Ich möchte diese Vertrautheit wieder. Möchte mit dir reden… dir alles erzählen, all meine Geheimnisse, meine Erlebnisse mit dir teilen.

"Es ist schwer, mit dir zu leben,
schwerer, ohne dich zu sein,
und ohne dich kann ich nicht leben,
und mit dir kann ich nicht sein.

Niemand kann die Liebe binden,
sie gefällt sich selbst zu gut.
Müßten uns halt nochmals finden,
aber dazu fehlt der Mut."

Lass es uns doch noch einmal versuchen! Damals hast du mich attraktiv gefunden – ist dieses Gefühl jetzt verschwunden? Was ist passiert? Je mehr und näher ich dich in all den Monaten kennen gelernt habe, desto überzeugter wurde ich, dass wir gut zusammen passen würden. Es stimmt so vieles! Das musst du doch auch sehen!?! Bitte, lass es uns doch noch einmal versuchen…

"Würd dich jetzt so gern umfangen,
wär gern ganz tief in dir drin.
Zwischen Wissen und Verlangen
will ich weg - und zu dir hin."

Es ist so verdammt schwer täglich in deiner Nähe zu sein, deine Stimme zu hören, deine Worte zu verstehen, deine Blicke zu spüren… hat das alles nichts zu bedeuten? Ist das alles für dich nur rein freundschaftlich? Kann ich mich so sehr irren? Ich bin hin- und hergerissen. Nach außen versuche ich zu wirken, als sei alles in Ordnung, es muss ja nicht gleich jeder mitbekommen, was zwischen uns war und mir noch ist. Irgendwie ist meinem Verstand auch klar, dass ich abschließen muss, du hast es gesagt… nur mein Herz will von all dem nichts wissen.

"Es ist schwer, mit dir zu leben,
schwerer, ohne dich zu sein,
und ohne dich kann ich nicht leben,
und mit dir kann ich nicht sein."

Und so versuche ich deine Anwesenheit zu ertragen, auch, wenn ich daran kaputt gehe. Wohlwissend, dass die Sehnsucht und das Verlangen zu groß ist, wärst du nicht in meiner Nähe.

"Es ist schwer, mit dir zu leben,
schwerer, ohne dich zu sein,
und ohne dich kann ich nicht leben,
und mit dir kann ich, mit dir kann ich nicht sein.""Wichtige Links zu diesem Text"
K. Wecker - Niemand kann die Liebe binden

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3 Antworten

Kommentare

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    Wunderbarer Text, ich kann ihn sooo gut nachvollziehen, stecke auch gerade in so was drinnen und muss ihn vergessen...

    01.10.2010, 09:42 von Alexis-Neo
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  • 0

    schön geschrieben :) Und eine tolle Idee, das Lied mit einzubinden. Ich würd ja fast sagen, du Dieb, du hast mir die Idee geklaut, das hatte ich eigentlich auch vor ;))

    15.09.2010, 00:03 von topfbluemchen
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    ich habe fast das gleiche im januar erlebt.
    ich finde du hast deine gefühle fabelhaft umschrieben.
    ich bin echt bin begeistert auch wenn es eigentlich kein schönes thema ist.

    01.06.2010, 20:51 von elefantastisch
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