Barberton.Daisy 30.11.-0001, 00:00 Uhr 2 3

Nie Hundert Prozent richtig.

Hier sitze ich nun – enttäuscht, wütend, verletzt.

Hier sitze ich nun – enttäuscht, wütend, verletzt.

Fragend, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Hatte ich doch nach unserem ersten Treffen gedacht: „Oh Mann, was für ein Idiot. Und wie egoistisch er ist.“ Und doch, nicht mal eine Stunde später hatte ich mich schon wieder bei dir gemeldet. Du hast mich fasziniert. Wie genau hab ich keine Ahnung.

Da waren deine lieben Worte und ich hatte das Gefühl, ich konnte sie seit langem mal wieder jemandem glauben. Hatte geglaubt, dass sie ernst gemeint waren, dass ich auf sie bauen kann. Eine Zeitlang konnte ich das auch. Ich war glücklich mit dir.

Ja, ich war glücklich. Oder?! Hundert Prozent richtig hat es sich für mich nie angefühlt. Zu sehr und zu oft hatte ich mich innerlich über dein egozentrisches Verhalten aufgeregt. Und wirklich reden konnten wir auch nicht miteinander. Damit meine ich tiefgründige Konversationen, die man in Sommernächten bei einem Glas Wein führt. Bei denen man sich von Ängsten und Träumen erzählt und sich danach noch mehr miteinander verbunden gefühlt. Nein, solche hatten wir nie.

Trotzdem hatten wir Pläne für die Zukunft. Pläne zum Reisen, zum Zusammenziehen. Pläne, um nach Monaten der Fernbeziehung einen gemeinsamen Alltag aufzubauen. Du warst es, der angefangen hat diese Pläne zu schmieden und ich war glücklich darüber, dass du so denkst. Auch, wenn es sich für mich nie 100% richtig angefühlt hatte.

Ich hatte gehofft, dieses Bauchgefühl würde sich legen mit der Zeit. Dass es nur kleine Ängste vor einer richtigen Beziehung wären. Dass wir uns als Team einspielen würden und du irgendwann sehen würdest, wie egoistisch du dich verhältst.

Warum ich damals nicht auf mein Bauchgefühl gehört und dich als egoistischer Idiot stehen lassen habe? Ich kann es nicht sagen. Deine Worte klangen einfach so furchtbar toll und ehrlich. Ich war fasziniert von den neuen Gefühlen, die Beziehungen mit sich bringen.

Und dann hatte ein Satz von heute auf morgen alles verändert. Ohne jegliche Vorwarnung. „Ich will die Verpflichtung einer Beziehung dir gegenüber nicht länger aufrecht erhalten.“

Nun sitz ich hier – enttäuscht, wütend, verletzt und vielleicht auch mit einem angeknacksten Herzen. Zweifelnd, ab welchem Zeitpunkt du angefangen hast, unsere Beziehung als Verpflichtung zu empfinden. Hinterfragend, wann ich hätte aufhören sollen dir deine lieben Worte und Versprechungen zu glauben.

Aber am Allermeisten frage ich mich: „Wieso trifft es mich jetzt so hart, wenn sich das „Uns“  für mich niemals wirklich ganz richtig angefühlt hat?!“

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Kommentare

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    Hört sich vertraut für mich an:

    "Ich hatte gehofft, dieses Bauchgefühl würde sich legen mit der Zeit. Dass es nur kleine Ängste vor einer richtigen Beziehung wären. Dass wir uns als Team einspielen würden"

    Es tut halt immer weh, wenn man selbst Hoffnung hat, dass klappt was nicht klappen kann.

    Ich glaub viele wissen auch einfach selbst nicht was sie wollen oder schrecken vor zu viel Nähe zurück.

    Dann muss man gehen und gehen lassen.

    09.04.2015, 13:11 von effi2.0
    • 0

      Da geb ich dir vollkommen Recht. Manchmal sollte man seinem Bauchgefühl einfach vertrauen und auf es hören. Es hat einen Grund.

      Irgendwann kommt jemand mit dem sich alles richtig anfühlt und keinerlei Zweifel aufkommen.
      I can't wait.

      10.04.2015, 01:08 von Barberton.Daisy
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