Freulein_Locke 14.11.2012, 12:51 Uhr 9 11

Nichtschwimmer

Dumm bist du ganz sicher nicht und so kann ich mir eingestehen, dass du ganz genau bemerkt hast, welche Auswirkungen du auf meinen Verstand hast.

Da stehst du wieder und schaust mich an, mit deinen großen Augen. Ich frage mich, wie viele hoffnungslose Fälle da drin schon ertrunken sind. Hunderte müssen es gewesen sein. Ob du wohl ein schlechtes Gewissen hast?

Von der Seite spricht mich eine mutige Seele an, unbewusst dem Fakt, dass er höchstwahrscheinlich den Abend mit einem Knick in seinem Selbstbewusstsein verlassen wird. Charmant, lustig, clever, so antworte ich auf seinen, erst zaghaften dann etwas forscheren, Versuch ein Gespräch zu Stande zu bringen. In einer kleinen Weile wird er wohl etwas versuchen, die Telefonnummer vielleicht, oder wenn er ganz mutig und betrunken ist, sogar einen Kuss. Er wird beides nicht bekommen.

Währenddessen dieses arme Opfer meiner Ignoranz weiter versucht, mich von seiner Unfehlbarkeit zu überzeugen, spüre ich noch immer deinen Blick, auch wenn sich dieser bereits in eine andere Richtung orientiert. Dieser Gesichtsausdruck, der zur Folge hat, dass genau ich zu einer dieser armen Seelen werde. Mit dem unübersehbarem Ziel, dich von meiner eigenen Unfehlbarkeit zu überzeugen.

Doch wie soll das gehen, wenn alles, was aus meinem Mund kriecht, dem wahllosen Gebrabbel eines Kleinkindes gleicht. Charme, Witz und Cleverness lösen sich in ihre kleinsten Atome auf, sobald sie  doch tatsächlich gebraucht werden.

Noch ein paar Minuten und mein übermotivierter Nebenan wird entweder verstehen, dass er es mit einem aussichtslosen Fall zu tun hat oder ich werde es ihm endgültig signalisieren, indem ich abrupt das Weite suche. Warum könnt ihr beiden nicht einfach schnell die Plätze tauschen? Mein Gehirn soweit verwirren, dass es mir gelingt dich zu verzaubern, in meinen Bann zu ziehen, ich dich mit meinen beknackten Theorien über Gott und meine Welt zum Lachen und Staunen bringe, so dass du heute Nacht wach in deinem Bett liegst und nicht schlafen kannst, weil du dich fragst, ob ich eventuell das selbe tue. Stattdessen ähnelt das Ganze einer Szenerie auf dem Schulhof. Eine Kleinkind-Schwärmerei. Ein kleines Mädchen, das den Schulschwarm anhimmelt, weil er so viel älter und so viel toller ist, als alle anderen.

Doch du bist nicht einmal älter als ich und ob du toller bist, kann ich noch immer nicht beurteilen, denn dafür müsste man ja Worte wechseln. Du bist interessant und etwas an dir hat meinen Radar außer Gefecht gesetzt. Und dumm bist du auch ganz sicher nicht und so kann ich mir ohne Zweifel eingestehen, dass du ganz genau bemerkt hast, welche Auswirkungen deine Anwesenheit auf meinen gesunden Menschenverstand hat.

Der noch immer neben mir verharrende Hans im Unglück schaut nun etwas verdrossen in der Gegend umher und bietet mir somit die Chance einen halbpolnischen Abgang zu improvisieren und mich in eine entfernte Ecke zurückzuziehen.

Von Ferne sieht er eigentlich wieder ganz nett aus. Lustig war er ja auch, und charmant irgendwie. Doch etwas fehlt. Plötzlich verlassen mich wieder Worte und Verstand, die Luft wird dünner und ich ringe nach Atem.  Wie eine gefährliche Nachtgestalt stehst du auf einmal wieder vor mir und ich weiß, nur in deinen Augen könnte ich ertrinken.

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9 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Leider ein völliges Fehlverständnis der deutschen Sprache.
    Gut gemeinte Satzbildungen machen keinen Sinn..
    Aber die Idee ist gut!

    16.11.2012, 15:10 von julie_coconut
    • 0

      Naa das ist aber doch recht derbe formuliert. 

      16.11.2012, 15:53 von Hildegardt
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  • 0

    Echt jetzt?!

    16.11.2012, 13:18 von breitscheidt
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    Naja, also der Text ist nicht so meins.

    16.11.2012, 09:05 von Tanea
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  • 0

    nimm die funkensprühenden Pupillen raus!

    15.11.2012, 13:22 von marco_frohberger
    • 0

      done. Danke.


      15.11.2012, 13:57 von Freulein_Locke
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  • 0

    funkensprühende Augen?! Neee...

    14.11.2012, 21:10 von topfbluemchen
    • 0

      ach naja, a bisl Schmarn gehört doch auch mal dazu...


      15.11.2012, 10:06 von Freulein_Locke
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  • 0

    Wundervoll geschrieben!
    Allerdings nervt mich der fehlende Mut der Protagonistin. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass den meisten Männern das glitzernde Horn von der Stirn fällt, wenn man sich erstmal mit ihnen unterhält. Trauriges Schicksal eines Einhorns.

    14.11.2012, 20:44 von Hildegardt
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  • 1

    oh... ich weiß genau was du meinst :) gut geschrieben. ich musste ein paar mal echt lachen, weil ichs bildlich vor mir gesehen habe.

    14.11.2012, 17:07 von golightly27
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