NieOhne 13.12.2018, 13:00 Uhr 8 1

Nichts für Feiglinge

Weiß ich

Habt ihr schon mal die Komfortzone verlassen? 

Seid ihr schon mal gesprungen? So richtig raus aus der Sicherheit? 

Nicht nur drüber gelesen oder im Film gesehen. 

Sondern es echt getan? 

Ohne Netz und doppelten Boden? 

Am Nullpunkt angekommen? 

Zum Beispiel über eure Grenzen hinweg geliebt? 

Habt ihr es mal probiert, wenigstens ein kleines Bisschen? 

 

Ich nicht.

Ich bin feige. 

Ich bin jämmerlich darin das auszuhalten.

Das ist krass und starker Tobak. 

Extrem kann das sein, nein ist es. 

Weil es ständig alles fordert von dir. 

Deine ganze Aufrichtigkeit, dein ganzes Herz, dein ganzes Ego. 

Das kann man nämlich gar nicht gebrauchen dabei. 

Aber ich bin ja feige, ich kann es nicht. 

Trotz nicht monogamem Leben und Beziehungskirmes, die da dran hängt bin ich ein blutiger Anfänger. 

Ich ziehe regelmäßig den Schwanz ein und heule, weil es unbequem ist. 

Ich heule, weil dann doch nichts umsonst ist auf der Welt. 

 

Wenn ihr in Beziehungen immer nur da bleibt, wo es gemütlich ist und sicher, werdet ihr niemals wachsen. Inklusive mir. 

Aber wir wollen Sicherheit.

Bitte bitte. 

Wir wollen doch wissen, das morgen noch das das gilt was heute ist. 

Aber so funktioniert das nicht. Nein, vergiss‘ es. 

 

Denn dann gibt es keine Entwicklung und kein Lernen, es gibt kein Scheitern, kein Umdrehen und kein Erkennen. 

Der Mensch lernt doch nur aus Leid heraus. 

Aus was denn sonst? 

Wenn ihr niemals gezwungen seid euch selbst wirklich zu verstehen, und dieses Verstehen dauert ein Leben lang, dann werdet ich niemals weise werden daran. 

Wenn man immerzu nach Sicherheit schreit, um sicher zu gehen, dass der andere mich auch ja genauso zurück liebt, liebt man nur ein Bild von sich. 

Ich will nicht klugscheissen. Ich will lernen. 

Und diese Worte richte ich eigentlich an mich selbst. 

Denn ich weiß gar nichts. 

Null. 

 

Wenn man sich so sehr liebt, dass man sich sogar in Liebe loslässt,

wovor hat man dann Angst? 

Denn das ist die Königsdisziplin der Liebe. 

Man lässt los, dass der andere so und so und so sein sollte, müsste, könnte. 

Und akzeptiert endlich, dass er so und so und so und nicht anders ist. 

Ach wie oft habe ich darüber geschrieben?

 

Und es stimmt. 

Liebe. 

Sie erträgt, sie duldet und sie hört nicht auf.

Das ist dann Loslassen. 

 

Egal wie wir sie nennen. 

Was wir tun oder nicht tun. 

Lieben wir einen Menschen wirklich, dann ist es egal unter welchen 

Bedingungen. 

Habt ihr das schon mal ausprobiert? 

Es ist nichts für Feiglinge, es ist das Mutigste was man im Leben tun kann. 

Glaub ich. 

Schätze ich… 

Einem Menschen zu folgen den man liebt, um sich und seiner liebe zu ihm treu zu bleiben, erfordert alles und noch mehr von einem. 

Es ringt einem alles ab. 

Alles. 

Es ist die größte und spannendste aber auch anstrengendste Reise die man antreten kann. 

Eine Reise von mir zu dir und zurück. 

 

 

Liebe mal einen Menschen, der sich aus Liebe für sich entscheidet und dich erstmal zurücksetzt. 

Liebe mal einen Menschen, der gleich zu einer anderen geht. 

Oder zu einem anderen. 

Liebe mal einen Menschen, den du sehr selten siehst. 

Liebe mal einen Menschen, der depressiv und in sich versunken, ein Loch aus dumpfer Trauer ist.  

Liebe mal einen Menschen, der nicht bei dir sein kann oder vielleicht auch manchmal nicht will, weil er sich um sich oder andere kümmern muss. 

Liebe mal einen Menschen, dessen Interessen komplett gegen deine gehen.

Liebe mal einen Menschen, der keine Zeit hat für dich 

Liebe mal einen Menschen, der noch jemanden anderen liebt. 

Liebe mal einen Menschen, der weit weit weg wohnt. 

Liebe mal einen Menschen, der sagt das er dich nicht liebt. 

Und dir sagt du sollst gehen. 

Liebe mal einen Menschen. 

Liebe. 

Einmal. Nicht fünf Minuten,

nicht eine halbe Stunde, halte es mal 60 Minuten aus. 

60 Minuten. 

 

Lieben und Loslassen. 

Traust du dich? 

Wenn ja, dann lass alles los und springe rein. 

In die Untiefen der Liebe. 

 

Aber fang klein an und liebe dich erstmal selbst. 

Und dann weißt du was Herausforderung bedeutet und dass du dein ganzes Leben damit zu tun hast. 

Weiß ich. 

Und das ist dann Demut. 

Und Demut braucht es. 

Für die Liebe. 

 


Tags: kein Sex, nur Liebe heute ...
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8 Antworten

Kommentare

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  • 2

    Ich soll mich erst mal selbst lieben ?

    Mir ist Liebe nicht so wichtig, wie ich schon oft zu verstehen gab.
    Mich reicht es, wenn Menschen sympathisch, zuverlaessig und ehrlich sind. 
    Liebe spuere ich nicht,  wenn mich ein anderer Mensch liebt. 
    Nur, wenn ich verliebt bin, ist das Denken nur noch Gluecksache. Es ist wie besoffen sein. Nur, dass man am nexten Tag nicht etwa wieder nuechtern ist.

    "Untiefen"  der Liebe.  Also ne recht flache Beziehung ?
    Das Gegenteil von Tiefe ist die Untiefe. Nur mal so als Denkansatz :-))

    Seit 12 Jahren habe ich mich von der Liebe verabschiedet. Das hat grosse Vorteile. 

    Wer in der Lage ist, seine Liebe zu steuern und weiterhin den Verstand zu benutzen, ist der Gewinner des Lebens.
    Dies ist mir seit langer Zeit gelungen.
    Ein erfolgreicher Lottospieler ist gegen mich ein loser .-))

    15.12.2018, 04:50 von Dr_Lapsus
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  • 2

    mutig ist, wer die komfortzone "liebe" verläßt.

    13.12.2018, 14:32 von ga
    • 2

      mutig ist,  wer mehr als zwei Woerter schreibt !!

      15.12.2018, 05:00 von Dr_Lapsus
    • 1

      oder weniger

      18.12.2018, 13:13 von ga
    • 2

      das ist doch nicht mutig, sondern Alltag bei dir, du mentales Hinkel

      21.12.2018, 00:29 von Dr_Lapsus
    • 0

      gavitation

      21.12.2018, 09:38 von ga
    • 0

      vidaschprich mia nich imma, du Gelegenheitswuerstchen

      21.12.2018, 15:20 von Dr_Lapsus
    • 0

      ganie und wehnsinn

      23.12.2018, 14:50 von ga
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