Dooleys 30.11.-0001, 00:00 Uhr 12 7

Nicht miteinander und nicht ohne einander

Ich schließe die Tür hinter mir, lass’ mich auf` s Bett fallen und weine…Meine Augen brennen und mein Kopf hämmert.

Klar zu denken ist sowieso nicht mehr möglich.Nein wir haben eben nicht Schluss gemacht, das geht so nicht…denn ich liebe Dich doch! Und so wie du sagst, liebst du mich auch... Das Wort „Warum“ bestimmt alle meine Gedanken.

Ich weiß nicht wie lange ich hier schon liege. Draußen wird es dunkel ich glaub es hat aufgehört zu regnen…Aber nicht in mir, es wird ein langer Regen werden…Du sagtest es gibt keinen „langen“ oder „kurzen“ Regen. Richtig würde es heißen: langer oder kurzer Regenschauer. Wie auch immer…bei diesem Unwetter ist mir die Grammatik egal.

Ständig schwirren mir Lieder oder Sätze im Kopf rum…“Ich liebe Dir weil ohne Du kann ich nicht bin…“Nie hätte ich gedacht das es so schwer wird…Ich wollte mich nie von dir trennen, und jetzt schon gar nicht. Du weißt im Moment nicht was du willst, du sagtest du hältst es nicht mehr aus und das es besser wäre auf Distanz zu gehen...Doch gerade die Distanz ist es die dich immer weiter von mir entfernt und mich unglücklich gemacht hat. Was ich brauche, ist deine Nähe, deine Wärme. Ich brauche Dich doch! Wie die Fische das Wasser brauchen...du bist erst kurze Zeit weg und ich schwimme auf dem Trockenen.

Wir haben so viel geweint, du konntest dich nicht erinnern wann du zum letzten Mal geweint hattest, du dachtest schon deine Tränendrüsen wären defekt weil deine Augen vor Trockenheit juckten. Immerhin weißt du jetzt dass deine Augen gesund sind. Doch glaube ich, das mit meinen was nicht stimmt, es handelt sich wohl um eine Überfunktion der Tränendrüsen.
“Sag mal weinst du etwa, oder ist es der Regen der von deiner Oberlippe perlt…“ Sonst empfand ich weinen immer als befreiend – jetzt hab ich keine Kraft mehr dazu, ich bin geschwächt vor Schmerzen. Du sagtest immer wieder das es dir leid tut, mir so weh zu tun, und dass es weh tut mich so zu sehn. Ich wusste nichts darauf zu antworten. Wir haben uns gegenseitig getröstet. Ich habe sogar gesagt, dass du vielleicht ein anderes Mädchen findest, welches dich glücklicher machen kann als ich, aber innerlich hoffe ich, dass du ohne mich nicht glücklicher bist. Wer soll dir denn sagen was du anziehen sollst, wer sagt dir wo du an der Kreuzung abbiegen musst, wer zeigt dir den richtigen Weg?

Die größte Ironie an der Sache war, das ich zwischenzeitlich während unserer Trennungs- und Heulphase echt glücklich war. Wir haben über die schöne Zeit gesprochen und viel gelacht. Wir haben und so gut verstanden wie schon lange nicht mehr. Wenn der Trennungsgedanke nicht zwischen uns gestanden hätte, wäre es ein emotionaler aber echt schöner Tag gewesen…und bei mir entstand die Hoffnung, dass es diesmal mit uns echt klappt, das wir uns nun soweit ausgesprochen haben um neu, anders anzufangen/weiterzumachen.

Nun bin ich wieder Solo und diese Vorstellung gefällt mir gar nicht. Im Duett würde es mir wieder besser gehen. 7 Monate und 3 Tage. Wo ist da unser 1 jähriges Jubiläum? Du sagst es war eine wunderschöne Zeit. Der Satz könnte so schön sein, wenn das Wort „war“ nicht wäre, bitte ersetzen durch „ist“. Ich weine schon wieder. Ich halt das nicht aus, ich weiß nicht was ich ohne dich machen soll, du bist Mein Leben! „Without you I`m nothing“. Placebo haben ein ganzes Album danach benannt. Um mich zu ärgern hast du sie immer [Plazeboo] ausgesprochen. Du kanntest die Band nicht und hattest immer versucht mir zu beweisen, dass keiner außer mir die kennt und sagtest „ Du immer mit deinen No-Name-Bands“. Denn was du nicht kanntest, war unbedeutend. Sowieso hattest du immer Recht. Ich schmunzle darüber, ich hab es Dir nie wirklich böse genommen. Du hast mir ein Lippen - Piercing immer ausgeredet, sogar ein Gedicht hast du mir darüber verfasst, jetzt will ich keinen Nagel mehr in der Lippe, und auch wenn Pink eine meiner Lieblingsfarben ist, hab ich auch kein Interesse mehr an pinken Strähnchen auf meinem dunklen Haar. Das mit meiner Brust – OP überleg ich mir noch, aber es war für mich lange kein Thema mehr gewesen weil du mir immer versichert hast, dass ich schön bin so wie ich bin. Wer sagt mir das von nun an, wer liebt mich so wie ich bin? Ich will keinen anderen lieben. Nur Dich! Und jetzt wo wir erstmal eine Pause eingelegt haben bin ich mir da noch sicherer geworden.

Dicke Wolken hängen am Himmel aber die Sonne versucht gegen die Dunkelheit anzukämpfen…Draußen gelingt es ihr sogar…Ich werde auch kämpfen, ich kann Dich nicht einfach so gehen lassen. Ich habe alles an dir zu lieben gelernt. Alles an Dir ist kostbar. Deine Augen, deine Lippen, deine Haare, dein Geruch, dein Körper und selbst deine Mäuschen-ähnliche Nase.

Die Fahrt im Auto als du mich das letzte Mal nach Hause brachtest, haben wir uns beide angeschwiegen. Umso weiter wir uns von deinem Zuhause entfernt hatten umso weiter entfernte ich mich von dir. Die Tränen konnte ich nicht aufhalten, ich wollte Dir doch so viel sagen, aber alles erschien mir hoffnungslos. Ich konnte dir sooft erzählen wie ich wollte das ich Dich liebe, Dich brauche, aber diese Worten haben dich immer mehr verletzt. Schließlich waren wir bei mir angekommen und ich traute mich nicht zu gehen. Da waren nur noch Du und Ich und die Autotür. Wir hatten beide eine scheiß Angst uns zu verabschieden. Aber ich musste dir noch sagen wie sehr ich deine Hände liebe, wie gut dein Haar riecht und das ich deine neue Frisur nicht nur okay finde, sondern du mit ihr noch besser aussiehst!

Als wir noch bei dir waren, hab ich mit meinem Finger die Konturen deines gesamten Körpers nachgefahren. Hab mir jede einzelne Pore deines Gesichts eingeprägt. An deinen Wangen hast du ein paar kleine Narben...kleine Löcher...Vielleicht hattest du früher mal Windpocken und hast sie aufgekratzt? Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich schon mal danach gefragt habe... Wie auch immer, auf jeden fall weiß ich, dass die kleinen Einkerbungen da sind. Auch kenne ich deine „Schönheitsflecken“ am Bauchnabel. Im Nacken bist du kitzelig und wenn man dir an den Hals atmet oder an die Ohren, lachst du so süß. Ich kenne alle deine Gesichtsausdrücke auswendig. Doch dein hilfloses, trauriges Gesicht will ich am liebsten nie mehr sehn.
Ich will dich wieder glücklich sehen – zusammen mit mir. So wie es mal war. Nun überleg ich mir wie ich dich zurückbekomme. Du wolltest es erstmal auf freundschaftlicher Ebene versuchen. Ich weiß nicht ob ich das kann. Es zerreißt mich. Aber wenn wir so wieder zueinander finden will ich es versuchen. Wir haben schon so viel miteinander erlebt und wir hatten doch noch so viel vor. Das kann einfach nicht das Ende sein…

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12 Antworten

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    Einfach schön.

    Auch wenn's traurig ist.

    21.11.2007, 19:50 von Katharina_Krug
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    traurig und unglaublich ergreifend...

    24.09.2007, 22:19 von sennah
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    süß: "du dachtest schon deine Tränendrüsen wären defekt weil deine Augen vor Trockenheit juckten. Immerhin weißt du jetzt dass deine Augen gesund sind."

    ein schöner text, der realistisch ist, so wie du schreibst. bedrückend und traurig zugleich ist wohl jene erkenntnis "Ich will keinen anderen lieben. Nur Dich! Und jetzt wo wir erstmal eine Pause eingelegt haben bin ich mir da noch sicherer geworden."

    ich hoffe für dich, dass das mit euch nochmal was wird!

    25.08.2006, 20:43 von kirsch-lila
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    Ich weiß, dass mein Kommentar ziemlich banal ist, weil ich nicht auf das tief schürfende Gefühl eingehe, das mich beim Lesen heimsuchte; weil ich nicht genau sagen kann, was ich an den oben stehenden Worten so ergreifend finde; weil ich mit der folgenden Aussage den Sinn vielleicht viel zu hochmütig übergehe, aber: Ich liebe Dich für diese Worte:
    "Du sagtest es gibt keinen „langen“ oder „kurzen“ Regen. Richtig würde es heißen: langer oder kurzer Regenschauer. Wie auch immer…"

    Stünden jene nicht dort, hätte ich wohl nicht weitergelesen.

    24.08.2006, 20:40 von vergil
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    doch es kann.

    12.08.2006, 20:11 von snopstar
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