Nicht glücklich, aber alt.
Ich wusste, dass wir nicht zusammen alt werden würden, aber ich dachte, wenigstens glücklich. Mich täuschen konnte ich schon immer gut.
Ein wenig seltsam war es mit uns ja schon immer.
Du wusstest, wie sehr ich in dich verliebt war, und du zogst deinen Nutzen daraus, wenn du es gerade einmal brauchtest, aber ansonsten hast du mich immer schön auf Abstand gehalten.
Manchmal kam ich mir so vor, wie Omis guter Pelzmantel, der ein wenig vor sich hin verstaubt und nur herausgeholt wurde, wenn man sich zeigen musste.
Irgendiwe dachte ich immer, wenn du mich mal gerade wieder brauchtest, dass mit uns würde doch noch was werden, zumindest eine Weile. Ich wusste, dass wir nicht zusammen alt werden würden, aber ich dachte wenigstens glücklich. Für einen Moment.
Heute wundert es mich wirklich, dass ich das mit mir machen lassen habe. Mich benutzen, manipulieren, ein bisschen flirten hier und ab und an Sex, und danach einfach wieder die gute Freundin sein, und keinen Hass dabei gegen dich zu empfinden.
Hass empfinde ich heute noch nicht. Es war doch klar, dass diese Naivität ausgenutzt werden würde, aber Skepsis spüre ich, jedes Mal, wenn ich dich sehe.
Zusammen glücklich sind wir also nie geworden, aber spätestens nachdem ich und mein bester Freund schon ein Jahr in unserer WG zusammen wohnten und er mir mitteilte, du suchst auch noch ein Zimmer und wir hätten ja noch eins frei, wurde mir bewusst, dass ich dich so einfach nicht loswerden würde.
Wenigstens hast du relativ schnell bemerkt, nachdem du eingezogen warst, dass du dich nachts nicht mehr in mein Zimmer schleichen brauchst. Hier war für dich nämlich kein Platz mehr. Ich will dich nur noch, wenn du bereit bist, mich auch glücklich zu machen. Nehmen und geben, so funktioniert das Leben.
Doch eins frage ich mich seit meinem letzten Geburtstag immer noch: Wie sehr kann das Leben von bitterböser Ironie geprägt sein?
Lächelnd hattest du mir dein Bier hingehalten, du wolltest anstoßen und ja klar, mittlerweile verstanden wir uns nur als Freunde auch wirklich gut, solange ich es schaffte, diesen stechenden Schmerz zu unterdrücken, wenn du jemanden mit nach Hause brachtest, oder die Sehnsucht, jedesmal wenn du lachtest...
Du hast breit gegrinst und meintest zu mir:" Wer hätte gedacht, dass wir zusammen alt werden, mh?"





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