Nicht die Angst vor dir...
Nackt und abgeschminkt in meinem Bett merke ich, dass es gar nicht die Angst vor dir und deinen Gefühlen war.
„Aber hey, du weißt schon dass das nichts mehr mit uns gibt, oder?“, ich drehe mich um und schaue dir zögerlich in die Augen. „Klar weiß ich das.“, du lächelst. „Aber deshalb darf ich dich doch trotzdem noch im Arm halten“, du atmest tief und ein „Oder?“ , welches von einem wissenden Unterton begleitet wird, kommt über deine roten vollen Lippen. Du kennst meine Antwort und gibst mir einen Kuss auf die Wange. Knapp zwei Dvds lang liegen wir nun schon so eng aneinander geschmiegt auf deinem Bett.
Du nimmst meine Hand und streichst ganz langsam über Finger für Finger. Ich schließe die Augen und spüre einen weiteren Kuss auf meiner Wange. „Warum küsst du mich?“, frage ich dich und du sagst mit einem schmunzeln: „Weil du gerade in meiner Reichweite liegst“. Noch ein Kuss. Aber diesmal in Richtung Hals. Du weißt genauso gut wie ich, dass wir Küsse auf den Hals lieben. „Soll ich nicht?“. Ich zucke mit den Schultern und du küsst mich erneut. Langsam atme ich tiefer und schneller. Mir wird warm. Und ich bemerke wie auch du immer schneller atmest. Tausend Déjà-vus. Ich räkle mich aus „deiner Reichweite“ und du bleibst liegen. Mit deinem schnellem Atem.
Immer wieder sage ich mir, dass ich das Verhältnis zwischen und oft genug klargestellt habe und mich deshalb auf dich einlassen kann. Nur Sex.
Also lege ich mich wieder hin. „Ganz schön warm hier hm?“. „Ja“. Du legst wieder deinen Arm um mich, greifst nach meiner Hand und ich schmiege mich an dich. Ich schließe erneut die Augen und biete dir meinen Hals an. Du nimmst das Angebot an. Auf meiner Haut spüre ich deinen warmen feuchten Atem und mein Herz schlägt noch schneller als deines. Mittlerweile hast du dich schon wieder von meinem Hals entfernt und liebkost mein Ohr. Du kannst dich kaum noch beherrschen, ich weiß.
„Ich glaube du fährst mich jetzt besser mal nach Hause“, ich öffne mit einem ruckartigem Schlag die Augen. „Jetzt schon?“ - „Ja“.
Du rührst dich nicht, ich drehe mich zu dir. Du öffnest deine Arme, ich verschwinde in ihnen. Du willst mich nicht gehen lassen, ich reiße mich los.
Anstatt mich auf dich einzulassen, lassen sich meine Gedanken nur auf ein einziges Thema ein: Angst. Die Angst dich zu verletzen, du erneut Hoffnungen auf eine Versöhnung und eine Wiedervereinigung baust und ich diese nochmals zerstöre. Die Angst, dass du dich noch immer nicht entliebt hast und der Sex alles nur noch schlimmer macht. Angst davor, dass du dich wieder in mich verliebst.
„Machs gut“. „Du auch“.
Nackt und abgeschminkt in meinem Bett merke ich, dass es gar nicht die Angst vor dir und deinen Gefühlen war. Sondern die Angst vor mir.

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