rrosali 18.08.2008, 14:10 Uhr 5 0

neon.de fragt nach.

und warum der himmel so blau war, als wir uns trafen. und warum er immernoch so blau sein wird, wenn wir sterben werden. (soloalbum)

23.34h


neon.de fragt nach der lustigsten, traurigsten oder seltsamsten trennung.


ich denke an meine eigene. an meine erste. an seine erste von mir.
an den tag, als ich darüber nachdachte, dass wir uns zum ersten mal ein wenig verirrt hatten.
verirrt in der intensität unserer liebe. verirrt in uns, mit uns und wegen uns.

ich rief ihn an, hört seine stimme und wusste, dass ich übermorgen mit kopfweh aufwachen werde,
weil ich mehr als eine flasche bier getrunken und die nacht durchgetanzt habe.
weil viel zu viele tränen und glucksiges atmen einen festen schlaf nicht zugelassen haben.

mein herz klopfte, als er im auto saß, fischend nach den richtigen worten auf dem weg zu mir.
mir und uns blieben 15 minuten. fünfzehn minuten. fünf plus zehn. zehn plus fünf. drei mal fünf. fünf mal drei.
zu wenig.

wir kamen bis zur ersten straßenlaterne. noch nichtmal die war heil. sie flackerte mit unsren worten, die kaum klangen.
er hielt meine hand und wischte mit der anderen die träne weg. er hielt mein gesicht. wie so oft, nur fester.
es war finster und still.
ich stand neben mir, sah uns an und wusste, dass sich die zeit beeilt hatte.
dass wir einfach zu langsam waren, uns zu viel zeit gelassen hatten.
die worte hallen noch heute in meinem kopf.
"es geht nicht mehr."
sagt das nicht jeder?
aber es war so wahr.
sodass es weh tat und piekste und mir das herzklopfen nahm.
diese stille, die uns frieren ließ, umgab uns an diesem lauen juniabend.

unsre hände glitten sanft auseinander, nachdem er mir den letzten kuss auf die stirn legte.
er hielt mich fest mit seinem blick. ich stolperte.
und so saß ich lange dort, in dieser einen nacht und wusste, dass die zeit keine wunder heilen kann.
dass das wegpacken seines viel zu großen strickpullovers und des fotos vom letzten sommer nicht lindern kann.
ich wusste, dass ich den geruch unserer zeit, das gefühl unseres seins nicht vergessen sollte.


ich wusste, dass ich seinen namen noch lange flüstern werde.
und bis heute hat er seinen platz in mir. für immer.
und der himmel ist so blau wie damals und wird es sein, bis wir sterben.

5 Antworten

Kommentare

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    es sollte wohl kein sprachliches wunderwerk werden, nicht wahr?


    klappt halt nicht immer, wie mans gern hätte, aber von unsinn würd ich nicht sprechen.

    18.08.2008, 19:23 von rrosali
    • 0

      @rrosali Natürlich würdest du nicht von Unsinn sprechen. Das würde ja Einsicht erfordern.

      18.08.2008, 20:45 von Kwenda.Mzuri
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    Sprachlich noch schöner finde ich ja die Stelle, an der er ihr den letzten Kuss auf die Stirn legt.

    Da hat jemand versucht, mit Worten zu spielen und herausgekommen ist Unsinn.

    18.08.2008, 15:10 von Kwenda.Mzuri
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