SoberThoughts 09.02.2019, 21:25 Uhr 0 2

Nächtliche Gedanken an das ‚Uns‘

Die Pause.

Nächtliche Gedanken an das 

Uns

Ich würde gerne aufrecht gehen können. 

Sieh nur, für ein paar Sekunden erreiche ich mein Wunschbild. Doch im nächsten Moment sacke ich wieder in mich zusammen - als hätte sich nie etwas geändert. Ich bin gebrochen und nicht im Stande eine selbstbewusste Körperhaltung einzunehmen. Denn momentan weiß ich weder woher ich die Energie noch die Lebenskraft hernehmen soll, wenn doch ein Teil von mir, ein Teil meines zu Hauses, weit weg in Deutschland, in Berlin, geblieben ist. 

Ich mache gute Miene zum bösen Spiel. Ich komme mir albern vor, wenn ich lache, während mein Magen sich dabei doch zum zerbersten zusammen krampft. Meine Gedanken um dich, um das uns kreisen. Stets und ständig, unaufhaltbar. Unausweichlich. Bevorzugt nachts. Wieder einmal schlaflos. Diese Ungewissheit macht mich einschneidend krank. Ich verstehe die Gründe nicht. Wir hatten unzählig viele, unheimlich schöne Momente miteinander. Selbst in diesem beschränkten Zeitraum. Unglaublich. Schon traumhaft. Bleibt für mich alles ein Traum, eine Illusion an die ich mich klammere? 

Ich bin wieder so voller Verständnis und Zuversicht, um im nächsten Augenblick von vollkommener Unsicherheit übermannt zu werden. Ich male mir aus, wie unser erstes Treffen nach dieser langen Trennung verlaufen wird. Wie du es wieder einmal nicht für nötig hältst, mich am Flughafen zu erwarten. Scheinbar bin ich diese Wertschätzung, solch eine Geachtetheit von deiner Seite aus zu erleben, nicht bedeutend genug. Ich versuche den nächsten Gedanken vehement zu unterdrücken. Doch die Gedanken kommen und gehen. Sie entgleiten mir. Ich stelle mir vor, wie du uns fallen lässt, weil du nicht stark genug bist, diese Beziehung aufrecht zu erhalten. Dich nicht ändern wirst. Nicht für mich. Schon gar nicht für dich! 

Und wie wird mein Leben danach verlaufen? Wie werde ich das Geschehene verkraften, wieder lieben und mich auf das Wesentliche im Leben konzentrieren können? An mich denken können? 

Da ist es wieder, dieses krampfhafte Gefühl in der Magengegend, mir wird übel. Meine Kehle schnürt sich zusammen. 

Ich setze gekonnt ein Lächeln auf, schaue in den Spiegel und eine Fratze blickt mir entgegen. Alles ist so surreal und paradox. Das Lächeln ist nicht echt. Erneut suche ich die Fehler bei mir. Ich finde keinen. Nörgele nur wieder an meinen Äußerlichkeiten herum. Darin konnte ich mich schon immer erstaunlich gut verlieren. Ich habe Angst zu zerbrechen. An allem. Sehe momentan keine Perspektive. Bin ich es nicht wert geliebt zu werden? Ich kann den Gedanken, wertlos zu sein, nicht aufhalten. Mir fehlen die Worte. Als nächstes kommt mir in den Sinn, dass ich ersetzbar sei. Dieses Gefühl ist quälend barbarisch. Und im falschen Moment, am falschen Ort steigen mir Tränen in die Augen. Liebe ist unheilbar und doch so krankhaft. 

Ich versuche mir einzureden, dass es in Ordnung wäre, wieder allein zu sein. Ich würde ohnehin nicht materiell oder emotional beschenkt werden. 

Die Verbundenheit ist trotzdem so unaussprechlich und entsetzlich stark. 

Alles hat einen faden Beigeschmack und trägt einen grauen Schleier, ich würde gerne diese Negativität ablegen können. Wie eine viel Zu enge Hose, nach einem anstrengenden Tag. Erlösung finden in der Positivität, in der Zusammengehörigkeit. 

Ich würde das Leben so gerne leicht nehmen und glücklich sein - glücklich sein zusammen mit dir! Ich drehe mich im Kreis und belasse es für heute dabei, an das uns zu denken. Zumindest für diesen Moment.



Tags: Trennung, Liebeskummer, Allein, traurig, Gefühle, gebrochenes Herz
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