LaBrit 17.11.2009, 23:41 Uhr 0 1

Nachtgefühl

Heute fühlt es sich einfach scheisse an, dass du nicht da bist.

Das tut körperlich weh, wirklich, und ich war vorher sicherlich besser dran, als ich das mit dir noch nicht kannte.
Ich meine, unsere Körper haben sich längst entschieden. Die wissen das schon lange und lassen sich immer wieder aufeinander ein. Alles passt zusammen, Energie, Schönheit, manchmal erreichen sie so was wie Perfektion.
Die Körper.

Der Verstand haut dazwischen, der will das nicht, und sorgt dafür, dass es bei einem manchmal bleibt. Bei dir, bei mir auch.

Und dann das Gefühl. Mein Gefühl. Das Brennen in der Brust, seit einer Woche nicht mehr nur sonntäglich in 14tägigen Perioden, sondern jede verdammte Nacht.
Allein versuchen, einzuschlafen. Aber getröstet durch etwas, was ich als Kind perfekt beherrscht habe.
Sich einfach vorstellen, er kommt gleich nach Hause. Oder: Er ist da, er schaut im Wohnzimmer noch fern. Gleich legt er sich neben dich. Dann kannst du beruhigt einschlafen.
Was früher die Eltern waren, ist jetzt dieser Mensch.
Jedenfalls ist es das gleiche Gefühl.

Da fehlt etwas.
Du.
Ich will nicht mehr allein sein. Zum ersten Mal. Mit 28 Jahren will ich einen Menschen wirklich lieben können.
Dich.
Und dieses Mal ist es keine Worthülle, keine dumm-blinde Verliebtheit.
Ich will dich bei mir. Ich will mich bei dir.
Ich will die Nachtwärme.
Damit die Albträume gelindert sind, weil ich wenn ich davon wach werde, dich sehe.
Mich an dich legen kann und die kranken Gedanken verschwinden.
Ich will die Morgenwärme.
Weil ich aufwache und weiß, warum.
Mich an dich legen kann, dich küssen, kurz geklaut, und dann in guter Montagsstimmung zur Arbeit.
Ich will die Mittagwärme.
Im Skype treffen oder am Handy und kurz lesen oder schreiben, dass alles gut ist. Und dann auch wissen, dass es so ist. Weil du es lesen willst, weil ich es lesen kann.
Ich will die Abendwärme.
Nach Hause kommen, als Erste oder als Letzte und dann zusammen sein. Reden.
Abgewrackt reden. Alles auspacken.
Weil ich dann schlafen kann.

Das ist aber nur ein kleiner Teil von uns. Von mir.

Der größere Teil sorgt dafür, dass ich jetzt allein ins Bett gehe.
Du kannst nun mal nicht hier sein, jetzt.
Ich kann mich nicht in die Bahn setzen und zu dir fahren.
Das ist so, das bleibt auch so.

Mit dem Brennen in der Brust gehe ich ins Bett.
Gleich kommt er nach Hause. Er schaut noch fern, nebenan.
Einschlafen. Endlich wieder durchschlafen.
Bis morgen.

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