My Blueberry Spring
"I don't know how to begin cause the story has been told before."
Karneval. Eine nicht gerade heitere Zeit für einen zugezogenen Kölner – vielmehr lächerlich bunt. Auf einer Party Anfang Februar diesen Jahres lernten wir uns kennen: du als Cowboy und ich mit rotem Herz auf der Wange. (Immerhin darf man die Kultur seiner neuen Heimatstadt ja nicht ganz verweigern!) Ich sprach eine Freundin von dir an und du winktest mich später zu dir rüber. Im Gespräch stellte sich heraus, dass auch du ursprünglich nicht von hier kommst.
Am frühen Morgen verließen wir die Party und verabredeten uns zum Kino, nachdem wir ausgeschlafen hatten. Die Wahl fiel auf „My Blueberry Nights“, obwohl wir beide noch nie was von ihm gehört hatten. Ich genoss die Kameraaufnahmen, die in mich zufrieden stimmten – nicht zuletzt wegen dir an meiner Seite. Wir hielten uns die Hände und küssten uns von Zeit zu Zeit.
In den ersten Sonnenstrahlen des Jahres lernten wir uns kennen.
Zum Valentinstag – der erste, den ich mit jemandem an meiner Seite verbringen konnte – machte ich eine Lasagne für uns und buk einen Blaubeerkuchen für dich. Als Dank erhielt ich einen Kuss und die Worte: „Ich hab mich seit langem nicht mehr so wohl gefühlt wie bei dir“. Es beruhte auf Gegenseitigkeit.
Ein Monat voller schöner Momente folgte: wir brunchten zusammen an einem Sonntagmorgen in der Kölner Innenstadt, konnten beide bei „Grey’s Anatomy“ weinen, kochten füreinander und auch der Sex hätte besser nicht sein können.
Das erste Mal in meinem Leben dachte ich, es hätte Liebe sein können. Ich wollte den Frühling und auch den nächsten Winter mit dir verbringen.
An einem Donnerstagmorgen klingelte der Wecker für mich, da ich zur Schule musste. Während ich im Bad war, hattest du mir Frühstück gemacht und bist verschlafen wieder ins Bett gegangen. Bevor ich ging, dankte ich dir mit einem Kuss und versprach, mich zu melden. Dein verschlafenes Gesicht und die Nacht davor blieb mir in Erinnerung, als ich ging.
Unsere Welt war in Ordnung.
Oder war es die Welt, die ich mir in meinem Kopf seit langem ersehnt hatte?
Ich tat, was ich versprach und wollte dich am darauffolgenden Sonntag wiedersehen. Ich wartete auf eine Nachricht. Wartete. Machte mir Gedanken. Abends dann die Entschuldigung, da du den ganzen Tag verschlafen hattest. Ich war wütend, doch beruhigte mich wieder – deinetwegen. Unseretwegen.
Nach dieser SMS begann ich wieder zu warten. Keine meiner Nachrichten hast du beantwortet.
Einmal fuhr ich zu dir und steckte einen Zettel in deinen Briefkasten, auf dem ich unsere zwei Zahnbürsten in meinem Bad fotografiert und ausgedruckt hatte. Deine sagte: „Ich vermisse ihn“ und meine antwortete „Das kann ich verstehen. Ich kenn’ da noch jemanden ...“
Nichts. Warten. Woche auf Woche verging. Ich wartete. Dachte nach.
Was ist passiert?
Habe ich etwas übersehen? Wenn ja was? Was habe ich falsch gemacht?
(Man sucht die Fehler immer bei sich – nie bei dem anderen. Zumindest, was das angeht.)
Ich sprach mit Freunden darüber. Alle waren derselben Meinung. Ich solle vergessen, nicht naiv sein. Doch ich hatte kein Grund, dich zu hassen. Allein die Tatsache, dass du dich nicht gemeldet hast. Das reichte mir nicht. Ich wartete. Wartete sieben Wochen, Tag für Tag.
Dann fuhr ich zu dir. Stand auf vor deiner Tür. Du öffnetest verschlafen und warst erstaunt. Doch ich musste weiter warten, weil du nicht reden wolltest. Ich akzeptierte es unter der Bedingung, dass du dich melden solltest.
Es vergingen weitere zwei Wochen und noch immer konnte ich die Zeit mit dir und dich nicht vergessen.
Plötzlich, trotz allem doch unerwartet, schriebst du mir eine SMS. Du wolltest nach deinem Urlaub mit mir reden. Ich gab dir die Zeit und wartete weitere anderthalb Wochen.
Dann fuhr ich ein vorletztes Mal zu dir, damit wir endlich über das sprechen konnten, was war bzw. nicht war. Ich malte mir die verschiedensten Dinge aus, doch eine Antwort bekam ich auch nicht. Du wusstest nicht, warum du mich warten ließest und dich nicht gemeldet hast. Du sagtest, dass du dir mit mir seit langem wieder etwas festes hättest vorstellen können.
Warum hast du dich dann nicht gemeldet? Keine Antwort. Ich ging. Und wartete.
Wartete auf ... worauf überhaupt?
Beim letzten Mal gestand ich dir meine Liebe. Nichts."Wichtige Links zu diesem Text"
"The Story" by Norah Jones






Kommentare
perfekte beschreibung der unglücklichsten zeit eines verliebten.
06.04.2010, 19:38 von lisamariiegut gemacht.
es ist wirklich sehr schön!
15.04.2009, 19:03 von pusteblume89ich hoffe, dass es deinem herzen mittlerweile wieder besser geht...
schön und ich könnte heulen weil es bei mir erst vor kurzer zeit genauso war....
06.10.2008, 00:00 von kelaSehr schön, nicht so sehr mein Geschmack vom Schreibstil her, aber trotzdem wunderbar. Und traurig, was ja aber an der Geschichte liegt...
03.07.2008, 07:25 von kleinepiratinSchön!
28.06.2008, 13:48 von kekskrumenHallo Du:)
27.06.2008, 13:04 von Sam76sehr schoen geschrieben obwohl das Ende sehr traurig ist aber nicht fuer dich:)
Also falls wirklich wahr dann merke : Gott Sei Dank***
denn solche maenner braucht niemand***
hast was viiiiel besseres verdient!!!!