Momente
Unsere Augen erzählen sich Geschichten, während meine Hände sein Gesicht umrahmen.
Mein Daumen streicht ihm leicht über die Wange,
seine Hand ruht auf meiner Hüfte.
In Zeitlupe bewegen sich unsere Gesichter
aufeinander zu, schieben wir uns Millimeter
für Millimeter aneinander heran, die Blicke fest
umschlungen, ehe sich unsere Münder für eine
zarte Umarmung finden und die Zungen
miteinander spielen.
Ich schließe die Augen. Genieße den Kuss.
Den Moment. Den Geschmack. Das Gefühl.
Uns.
Nach einer kleinen Ewigkeit lösen wir uns
voneinander, lauschen verzückt schweigend
dem Dialog unserer Blicke.
Es ist lange her, dass mein Lächeln auch
meine Augen erreichte. Nicht automatisch
erfolgte, sobald jemand mich ansah.
-Knips- Lächeln an.
–Knips- Lächeln aus.
Bei ihm kann ich gar nicht anders,
als zu strahlen.
Sachte schiebt er mir eine Haarsträhne
aus dem Gesicht.
„Ich liebe dieses Lächeln“, sagt er glücklich.
„Und ich liebe dich“, erwidere ich.
Es ist eine Feststellung, die mich selbst noch
immer überrascht.
Wir pressen uns aneinander, umschlingen den
Anderen mit Armen und Beinen.
Eine Einheit. Ein Wir.
Gefunden, ohne zu wissen, dass man sich suchte.
Das Glück ist ein launischer und unsteter Geselle.
Und doch lässt es sich manchmal festhalten.
Wenn er sich an mich kuschelt, halte ich das Glück
in meinen Armen.
Und sei es auch nur für einen Moment.
Manche Momente dauern ewig.




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Kommentare
das ist auch toll geschrieben "Wenn er sich an mich kuschelt, halte ich das Glück in meinen Armen" das ist besonders toll! ...Gegen uns is die Welt weil uns 440km trennen und meine Eltern nichts von ihm wissen wollen, deshalb sehen wir uns heimlich und übernachten dann immer bei Freunden von mir, wofür ich ihnen sehr dankbar bin, denn anders würds wohl nich gehn.
24.10.2007, 08:28 von Lilli-Alice