annabellissima 15.10.2009, 13:51 Uhr 74 28

Mit Kevin allein im Bett

Wie ich unfreiwillig keinen guten Sex hatte, aber dennoch alles gut ausging.

Wir schreiten in meine Bude, natürlich ist nichts aufgeräumt, wozu auch, wollte ich das, was jetzt kommt? Hab ich das geplant? Bin ich eine Selbstmörderin? Dreimal ja. Er grinst sich eins, zieht seine Jacke aus, Schal weg, Mütze runter, Schuhe aus... mein Gott, warum macht er nicht weiter, denke ich, wir wissen doch, was jetzt gleich ansteht, alle beide, ich mag ihn NACKT sehen, SOFORT! Ach nein, lieber besser nicht. Ein Nackter um halb zwölf in meinem kleinen kühlen Flur, zwischen Ficus Benjamin, Brad Pitt und meinem Slip von vorgestern auf dem Kommoden-Buddha... ach du scheiße... fährt es mir durch den Kopf, ich trage rosa Slipeinlagen, o Gott, ich will hier raus, bitte, Herr Regisseur, knurren Sie Ihr "Dankeee!, Szene war ganz gut, aber: Gleich alles nochmal..." Nochmal. Ja, gerne, aber bitte ohne Slip, ohne Brad und ich hätte little Benjamin einmal öfter gießen sollen und vor allem um ihn rum die welken Blätter aufsammeln.

Er, Nicht-Brad, grinst nur teuflisch verführerisch, hat keinen Blick für Buddha-Headset, Herbstlaub oder den plakatierten Lackaffen hinter mir an der Wand, er sieht nur mich an, als wollte er mich verschlingen, ungewürzt, überfallartig, mit auf Unendlichkeit gestähltem Blick. (jaaa, schreit es in mir, bitte, bitte, mach!) Was ist er süß. Fiel mir gleich auf, in der Bar, ließ mich sämtliche mir bekannten und unbekannten Register ziehen, Wimpernschläge, Augenblinzeln, Körpersprache, Mannomann, was bin ich polyglott diesbezüglich, wusst ich gar nicht, ein Talent! ("Du bist ein Aas", hallt es in mir und: "Der Teufel, der steckt auch IN DIR!") Na, Momentchen, Schicksal, Skript, Arrangement-Meister, was auch immer, hier steckt noch lange nix, auch wenn wir beide sehr wohl wissen, dass...

"Du hast ja ne Handhebelmaschine!", bricht es baff aus ihm hervor, als er in die Küche schreitet. Poah, denke ich, warum denke ich bei "Handhebelmaschine" nun an SOWAS? Kopfkino-Clip der schmutzigen Art. Natürlich herrscht hier das gleiche Chaos hoch drei wie überall in meiner Wohnung, nicht wirklich schmutzig, nur eben: unaufgeräumte Gemütlichkeit einer Single-Insassin, deren Käfighaltung keine peniblen Reinlichkeitsvorschriften kennt, wozu auch, aus dem Alter bin ich raus, endlich: eigenes Geld, eigene Vorstellung, eigene Umsetzung, eigene Bude, eigenes Glück. Bloß keine eigene Regie. Pfffh. Ihr könnt mich alle mal, ich mach mein Ding, ich bin ich, ich bin weder fit for Fremdschämen, noch hab ich ne Daueraffäre mit Frau Putzfeudel oder Herrn Kehricht.

"Ja, macht leckeren Espresso, sehr leckeren", säusle ich etwas dümmlich und klebe blickkontaktfreudig an seinem Clooney-Kinn. (Sagte ich das mit dem Espresso nicht schon vor ner Stunde? Als sie uns die ungenießbare braune Brühe servierten, die mich dazu brachte von meinem Kaffee zu schwärmen und zu prahlen?)

Da sitzt er nun und lächelt in die Runde, hoffentlich zieht er keine falschen Schlüsse auf meine persönliche Aufgeräumtheit, ich hab vor exakt sieben Stunden geduscht, ich dufte wie eine Prinzessin, also leg schon los, mach mir den Prinzen, Feigling, Zauderer, zeitnaher Quälgeist meiner Hormone. Hey, Alter, ich hab dich abgeschleppt und weiß nun nicht groß weiter, also hilf mir! los doch!)

Ich stehe unbeholfen da, glotze ihn an, zwirbel in Zeitlupe Haare, reibe meine Fingerkuppen, fege in Gedanken den Boden, wische Regale, poliere Chrom, spüle ab, ein, zwei drei dezent leuchtende Halogenspots würden das Ambiente auch was aufpeppen, sinniere ich, vielleicht mehr nette Deko hier und dort, dann ein Zwischenruf meinerseits: hallo? wohn ich auf ner Hochglanzkatalogseite oder darfs hier nach mir riechen, nach mir ausstrahlen? Dann haucht er, obersmart (und ich atme erleichtert auf): "Nun? Machst du uns einen?"

ER WILL ES AUCH, ER WILL ES AUCH, jubiliert es in mir spontan, ach ne, er meint den Kaffee, shit. Mit reichlich Zucker zum zuckersüßem Blick, mein Held? denke ich und bin schon gedankenverloren am Werkeln, beim Bohnen mahlen stumm allerschlimmsten Schweinskram zusammenfabulierend, Kaffee sorgsam stampfen ("stampfen" echot es in mir nach...), den Siebträger eindrehen (HERRGOTT!!), in meinem Kopf kreisen die schmucksten Bilder, mit ihm und mir in mein dickes Federbett gehüllt (ja, ja, das Bett hab ich auch nicht gemacht... zerknuddelt hängt die Zudecke wie ne riesen Deko-Zunge von der Bettkante, leckt den am Boden liegenden Pyjama, ich bin ein Ferkel, ehrlich... scheißegal, aber das ist so was von nix gegen meine oberferkeligen Gedankensprünge grad, mit ihm auf mir und ich auf ihm, mit seinen Händen überall, wos wunderschön passt, nicht zu fest, nicht zu sanft, perfekt eben, ooch büdde, ich blas ihm auch den Verstand aus dem Gebälk, grins ich mir eins, kann ich, will ich, hab ich jetzt große Lust zu, ich bin ausgehungert, mag spielen, riechen, wirbeln, meine Nase auf Erkundungstour schicken, aber vor allem will ich, dass er meine Schalter findet, die mich drehen, abheben lassen, die, welche ich kenne, und bitte, bitte ein paar neue, mir noch unbekannte dazu... denn ich bin reif und er passt, der Typ da, mit seiner Ruhe und Gelassenheit, dem schmucken Charme, dem unrasierten Gesicht, dem Lächeln überm dunkelrot karierten Hemd. Wie er den Kaffee mag? hab ich versäumt zu fragen, war das wichtig?) Prompt:
"Kann ich vielleicht etwas Zucker haben?"

Zucker. Klar. Na, logo, ich trink ihn doch auch nicht ohne, nur hatt ich das vergessen, sitze einfach nur da und starre stocksteif, leicht angeschickert, auf Brad Pitt, äh, ich meine Sean, ja, Sean heißt er, genau wie Sean Penn, wo wir grad bei erbärmlicher Schauspielerei wären, meiner wohlgemerkt, nicht etwa Brads oder Seans. Wie auch immer. Schoooaaan, zischt und hallt es in mir, ich bin verrückt nach diiihiiir.

"Soll ich die Heizung was aufdrehen?" Nö. (He, he, super, kein Weichei.)
"Magst du Milch?" Nö. (Noch besser, ein Kaffee-Connaisseur, der meinen händischen Espresso schätzt.)
"Musik?" Nich nötig, aber wenn ich will, dann soll ich nur gerne machen. (Wie? Was? wo? Ich soll machen? ICH? Will, will, will... klar will ich, genau jetzt, also fang schon endlich an, Sean, saug mich mit deinem Blick auf und küss mich auf den Mund, ich mag deine Lippen schmecken, unsere Zungen tanzen spüren, mag deine kurzen schwarzen Haare mit meinen Fingernägeln beackern, in den Nacken rutschen, und auch tiefer..., mag mich in deinen Augen verlieren, sag endlich was, nein, schweig nur, schweig, schweigen ist klasse, wozu auch lang rumlabern, nur bitte, bitte, mach endlich was, fang an, leg deine Finger auf meinen Hüften, meinen Hintern, tu was dir (und mir!) gefällt, aber fang an den Dampf, der in mir brodelt, abzulassen, sonst platzen mir die Ventile, oder ich gleich mit, oder die Luft ist raus, bevor ich jajaja hecheln kann. Also, nimm mich, meinetwegen jetzt hier auf dem Küchentisch, der ist aus massiven braun gebeizten Kiefernholz und saustabil und, ehrlich, hätte meine Fantasie Gewicht, der Tisch der wäre längst schon zusammengebrochen unter meinen Ellenbogen.

Sind meine Blicke so sprachlos? Kannst du nicht darin lesen, dass ich bereit bin? GEIL bin? LEG ENDLICH LOS!!! Schwachnase.

Aber er zögert. Wieso zögert er? Ist er verklemmt? Schüchtern? Hat er nen Ausschlag oder bloß nur keinen Gummi dabei? Sich den Hintern nicht gewaschen? Wieso muss ich zappeln? soll ich mich ihm einfach an den Hals werfen? Wer hat dieses verdammte scheiß Drehbuch für heute Abend getextet und wieso kann ich meine Rolle nicht? Es dauert ne Weile, gefühlte Äonen lang, er nippt und nippt, lächelt breit und breiter, umfingert seine kleine Tasse wie einen Schatz, wird einen Moment verlegen, dann, endlich, die Spannung ist am Zerreißen, wie es so unschön heißt:

"Wir könnten ja... nur wenn du willst, meine ich...", hebt er an.

"JAAAAA??!" platze ich hervor, schmachtend, und ein wahres Wunder, dass mir nicht der Sabber aus den Winkeln rinnt dabei.

"...könnten uns ja mal wiedersehen. Was hältst du davon?"

HÄÄÄ? Hallo? Wir sehen uns doch grad. Genau jetzt, hier. Wieso wiedersehen? Hat er seine Tage oder heißt der Typ in Wirklichkeit Kevin? Bin ich im falschen Film, äh, auf dem falschen Set? Es tauchen Zweifel in mir auf, was ich mir da eingefangen habe, na, noch ist nichts passiert, eingefangen, ein gutes Stichwort, das mich auf die Spur bringt, ratter-ratter macht es in mir, nein, zu blöd auch, ich habs: er hat ne schlimme Krankheit, nen Tripper, HPV oder AIDS womöglich, will mich nur schützen, scheiße. So was mir. Ausgerechnet jetzt. Arschtrittschicksal, blödes. Dabei passt er so perfekt, das fühle ich. Ich spüre wie bei der Vorstellung, woran er leidet, das Lodern sachte in mir abebben will, wie Kevin-Horst-Sean-Karl-Heinz, wie auch immer, abwimmelt, scheiße, nein, ich bin wohl nicht sein Typ, habs vergeigt, mit dem wandgepinnten Flur-Flach-Brad womöglich, wer kann schon gegen Brad anstinken, rumpelt es in mir, oder liegts an meinem Saustall hier?, genau: er ist ein Reinlichkeitsfanatiker, das isses, so dezent wie elegant er angekleidet ist und duftend dasitzt. Mist. Er braucht mehr motivierendes Ambiente. Ah. genau. Doch Ne Kerze hab ich nicht. Na und? Bin ich etwa keins? HE?!

"Es ist nicht so, dass es hier immer so aussieht, weißt du...", fang ich erklärend an, den Blick in die Runde werfend, und aus meiner Stimme träufeln wohl Enttäuschung, Pleite, Seelenknick, aber da lacht er schon auf, nimmt schnell meine Hand, und die Berührung fährt mir durch und durch, lässt mich im Schritt vor Hitze beben, wieder aufglühen, wos grad zu erkalten drohte, hoffen, bangen, hin und hergerissen, und er bedeutet langsam, jedes Wort betonend, mit eiszeitgletscherschmelzender Dean-Martin-Stimme:

"Sorry, aber - ich - bin - schwul." Dazu sein Callboy-Lächeln. Wrummm! Das sitzt erst mal. Blattschuss.
Nich zu glauben...
Drei, zwo, eins...

NA UND? liegt mir spontan auf den Lippen, aber mein hormoneller Egoismus kann dies Dilemma auch nicht wieder hinbiegen, was ne Kacke, ich lasse mich, mit ebenso vielbedeutsamer Basston-Stimme plus Augenaufschlag, zu dem Satz hinreißen:
"Sehr schwul - oder - nur - ein - bisschen?"

Er kann tatsächlich lächeln wie ein verficktes und verliebtes Honigkuchenpferd. Verdammt, wie konnte das passieren? Hab ich ein Pech. Brad, ach Brad, bitte fall vom Himmel jetzt und machs mir, denn der Typ da vor mir, der bringts nich.

"Na... ja, nur ein bisschen" fügt er an, ein ebenso "bisschen" Lüge in der Stimme, spür ich, wohl um die Situation zu retten, und er wird nun seinerseits leicht rot, er findet mich attraktiv, das spüre ich, wozu sonst das Theater? "Sonst wäre ich ja nicht mit hochgekommen."

Eben. Plus: Er kriegt den Arsch nicht hoch, geistesblitzt es in mir auf, ich muss was tun, jetzt oder nie. Mit allem Mut des hormonellen Notstands kommt ein

"Scheißegal..." basston-gedehnt und schlangenhaft gezischt von meinen Lippen, und ich fühl den Tropfen, der daran klebt und glitzert und ihn blenden soll ... "scheißegal!" wiederhole ich und fress ihn fast mit meinem Blick, der sich in seine Augen bohrt, und bevor ich wirklich sabbere, erbarmt er sich, und küsst ihn endlich, endlich, eeeeendlich........ zart und zaghaft weg. Mjammm, mach ich und zugebissen, dieses Wild-Brad lass ich nicht mehr los. In mir flimmert es kunterbunt und wie ein Feuerwerk explodiert was, grad jetzt erst recht. Geküsst von Sean, dem Teilzeitschwulen. Wow. Was ne Nummer läuft hier ab!

Und es gefällt ihm, hey, ich bin ne Heldin. Doch küss ich vielleicht wie?n Kerl? fährt es mir für den Bruchteil von einer Sekunde dort durch, wo eben noch mein Verstand saß, auch egal, weiter bitte, weiter, weiter, und seine Hände machen mit, JUCHEEEE!, ich hab gesiegt, und freu mich schon auf wildes nasses Matratzenturnspiel. Da hält er ein und haucht:

"Ich muss... fairerweise... sagen, vorher... mein ich, dass wir beide garantiert... äh, nicht groß Zukunft haben, ganz bestimmt nicht..."

"Wie voll Prozent?" raunz ich ihn an, guck an meinen tief gezognen Brauen vorbei. Nur kurz von seinen Lippen lassend.

"Wie?" gibt er gebührlich antwortend zurück.

"Wie vielprozentig schwul du bist. Ich meine... im Moment. Grad halt... Wollt ich wissen..." Küsse, Hände, Augenblicke. Wundervoll. Ich fühl mich wie ne Hetero-Missionarin. Aber kein bisschen schlecht dabei. Er schmeckt wie eine frische Himbeertorte, dieser Sean. Auch kein bisschen schlecht.

Ich höre was von 60%, das reicht, egal auf welche Seite die Überzeugungs-Waagschale sich dabei senkt, das reicht für das, was kommen soll, also los, wir gleich darauf, Mund an Mund und eng umschlungen, das Wechsel-Räumchen-Spiel ist dran. Licht aus. Spot an. Blende ab.

Dann ganz viel Haut.

Die Welt ist grausam. Den hätt ich genommen. Sofort. Für immer. Ehrlich. Na, zumindest für länger. Sag ich jetzt einmal so.

Die Nacht war lang, der Schlaf war kurz, ließe sich zusammenfassen. Eine Bettgeschichte voller neuer Erfahrungen. So unvorhergesehen wie abgefahren. Mit viel Zärtlichkeit, verdammt viel Nähe, wundervollen Küssen, die auf eine ganz besondere Art kribbelten und in mir kleben blieben. Aber wir habens letztendlich nicht getan. Etwas hielt mich davon ab. Ihn auch. In beiderseitigem Einvernehmen kein Vollzug. Und ich mag dieses "etwas" gar nicht mit Worten umschreiben, das raubte dem Zuckerzauber nur die Schönheit. hach! So ein Lächeln..., und dann zwodrittelschwul, ts.

Immer dasselbe. Da malt man sich wochenlang den Himmel auf Erden in den buntesten Farben aus, womöglich mit nem fetten Regenbogen drüber, und dann? Dann plumpst das ganze Fantasiearrangementdings auf einen runter, man ersäuft schier in glühendem Trockenschweiß, viehischem Geruch, Beklemmung, Fluchtgedanken, und fragt sich, wie idiotisch ist das denn. Fazit: Schneller Sex mit einem Unbekannten? Nech, so schnell nicht wieder. Langes Halten auf Hormonhöhe mit ihm? Gerne wieder, danke Sean.

Wenigstens was gelernt, und: Flirten hat sehr wohl was mit Sex zu tun. Attraktivität, Elektrisierung, die Abwägung der Möglichkeiten, Feuer im Bauch, das alles IST Sex. Purer reiner Sex. Noch nicht triefend, aber immerhin. Wieso soll Sex immer nur Sex sein, wenn er dann am Ende auch als wildes Gerammel und Gestöhne examiniert wird? Der beste Sex ist der, den man sich erwartungsvoll vorstellt, beruhige ich mich, aber noch immer hungrig, gierig, klar, denn Sean hat nicht die letzten finalen Trigger bedient.
"Leider" will etwas in mir sagen.

"Nich so wichtig" lächelt meine Seele sein Schmunzeln spiegelbildlich nach. Es hielt lange an, das Hochgefühl, mit ihm bei mir, flaute zögerlich ab, eine halbe Nacht lang, auch so ein ungekannter Genuss, dann ließen wir voneinander ab. Jedenfalls der beste Nicht-ONS meines Lebens, muss ich sagen. Am Morgen danach gabs wieder handbezogenen Espresso mit frischen Croissants, beide in Unterwäsche, artig am Tisch sitzend, Heizung auf Weichei-Stärke, Ambiente voller gemeinschaftlichem Grinsen.

"Wenn du mal wieder Bock auf Hetero-Spaß hast" reibe ich ihm vielbedeutend hin, "dann ruf mich an, ok?"

"Ok" kaut er gedankenverloren und ich mag ihn gerne riechen, herrlich das. Welch betörenden Mensch-Geruch der ausstrahlt, denke ich.

Nähe, Wärme, Vertrauen, Augenblickfeier. In Ordnung, man könnte auch Extrem-Kuscheln dazu sagen, sehr nah jedenfalls, sehr sauber, aber genau deswegen faszinierend und mit Dauerkribbeln. Ohne hektisches Körperreiben oder stöhnendes Abschwitzen mit anschließendem Höhepunkt, der die Systeme erst mal wieder brachial auf Null runterfährt. Ne, ne, wilder, orgasmischer Sex ist nur die Endfertigung, Auslieferung, Stapellauf, stelle ich heute Morgen fest. Vorher finden Designstudie, Skizzierung, Entwurf, Musterproben, Modellierung, Maßnehmen, Ausmessen, Ausprobieren und Verwerfen, eben das ganze Spiel mit fetter Spektrumbreite aus all den Möglichkeiten statt, die Nähe bieten kann. Das ist ebenfalls wundervoll. Sehr zu empfehlen.

"Dein Buddha da..." sagt er zum Abschied grinsend. "ich mag seine Kopfbedeckung."

Ha, ha, ha. OK: Geschenkt. Zur Erinnerung. Als die Tür ins Schluss fällt, dreh ich mich zu Flat-Brad um und zeig ihm den Mittelfinger.

Doch für das nächste Mal brauch ich einen richtigen Brad im Bett. Muss auch nicht hundertprozentig passen, so 40% geile Prozent sind lecker viel. Mit ordentlich banalem Schweiß und lautem Kampfgetöse, darf ruhig ziepen, pieken, stöhnen, sabbern dabei. Spielt keine Rolle. Ich räum auch immer schön brav auf zuvor, versprochen. Und er darf gerne Kevin oder Horst heißen, scheiß drauf.

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74 Antworten

Kommentare

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  • 0

    puh.



    ATEM- & WORTLOS -- was selten geschieht

    25.10.2015, 18:47 von Xspellbound
    • 0

      Ich nehme einmal an, dies ist positiv gemeint.
      Danke =)

      28.10.2015, 17:00 von annabellissima
    • 0

      Und wie hast du den ausgegraben?

      28.10.2015, 17:01 von annabellissima
    • 0

      Den Text, nicht den Kommentar ^^

      28.10.2015, 17:01 von annabellissima
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Toller Text! Und deinen Schreibstil finde ich sehr sympathisch. Er gibt die Nervosität, die man in solchen Situationen durchmacht, gut wieder. Auch wie du das abstrakte Kopfkino beschreibst gefällt mir. Diese Momente kenne ich auch, in denen man Gott dankt, dass niemand hören kann, was einem da grad durch den Kopf geht:).

    13.01.2010, 13:51 von snowwoman
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  • 0

    astrein!! :D

    05.01.2010, 22:52 von mimaleela
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  • 0

    großartig geschrieben - toll zu lesen - super geschichte! am ende vielleicht etwas lang...

    14.12.2009, 15:42 von mirabellla
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  • 0

    ich grins mir einen. aber sowas von!
    guter text. sehr guter text!

    29.11.2009, 02:24 von Kanninchen
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  • 0

    einfach mal super! hat mich mitgerissen.... also ich finde der text is echt gut so wie er ist, für mich passt da alles. lass dir nichts einreden!
    danke dafür!

    27.11.2009, 12:37 von meistermar
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  • 0

    sehr cooler text! schön geschrieben!

    26.11.2009, 23:59 von issmirdochegal
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  • 1

    oh man warum sind immer die besten männer schwul ?ich bin auch mal auf einen ähnlich tollen typen gestoßen,aber jeder von meinen freundinnen meinte,er sei schwul..guess what?er hatte GENAU so ein dunkelrotkariertes hemd :D ich erinnere mich in zukunft dran^^

    23.11.2009, 18:46 von ameriCANmuffin
    • 0

      @ameriCANmuffin teilweise unstrukturiert, aber irgendwie so durchgängig, dass das schon wieder stil hat.
      sitze in Nizza beim Praktikum und musste bei einer Passage so laut lachen, dass ich den einen oder anderen seltsamen Blick erntete und man sich wunderte was an 120 Jahren Observatoriumsgeschichte so lustig wäre...

      24.11.2009, 10:34 von Gombardt
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  • 0

    dieser brad-, sean, kevin- und sonstwas-duktus ist arg anstrengend. vielleicht hat die autorin zu viel intouch, instyle etc. gelesen. bin dann doch überrascht, dass sie schon 26 jahre alt ist. da sollte man doch eigentlich aus diese hibbelige, geschwätzige jungmädchen-attitüde abgelegt haben.

    23.11.2009, 17:07 von prefab
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