Kittykatt 30.11.-0001, 00:00 Uhr 30 71

Mit dir

Über dich und mich. Und den Rest der Welt.

Da wären wir wieder. Zwei schutzlose Körper im Rausch der Nacht, atemlos nebeneinander, als würden sie sich nie mehr loslassen. Als gehörten wir zusammen. 


Doch ich weiss es so viel besser: Es ist immer das Gleiche. Unwirkliche Stunden, in denen wir zusammen gehören und dann, wenn der Tag kommt, die Normalität einbricht, die Magie der Dunkelheit versiegt, werden wir wieder zu zwei grauen Gestalten, die sich nur flüchtig grüssen, ab und zu sehen. Freunde halt. Ich weiss schon in dem Moment, in dem ich aufwache neben dir, wie ich dich vermissen werde. Den Kopf in das Kissen drücke, das nach Schweiss, Alkohol und deinem Deo riecht. Wieso lasse ich dich jedes Mal gehen? Wieso kann ich dich nicht halten? Viel zu viel Stolz, immer beweisen, dass es schon geht ohne dich. 

Nur manchmal, ganz selten, flüstere ich dir zu, was da wirklich ist. Dass ich dich nicht immer auf's Neue wieder verlieren will. Wie kann man etwas verlieren, das einem nie gehörte? 
Du bist da, um mich hoch zu werfen, aber rennst weg, wenn ich falle. Zu viele Tränen, zu viel Wut, doch wenn du da stehst, den Kopf an meinem, bin ich bereit wieder und wieder zu vergessen. Die Narben zu verdrängen, die deine Hände auf meiner Haut hinterlassen. Ich brenne mit dir, Mal für Mal.

Und dann, wenn du weg bist, ist die Stille umso grösser. Du hinterlässt ein Loch, mit jedem Lachen, das du mir schenkst, mit jedem Wort, das du zu mir sprichst. Ein endlos tiefes, schwarzes Irgendwas, in dem ich mich verliere, immer und immer wieder. Das Schlimmste daran ist, du weisst es nicht. Ein bisschen Spass haben, nichts Verbindliches, Bettgeschichte halt. Nun, es sind lange Jahre für ein bisschen Spass. Hast du Angst, dass auch ich einmal weg sein werde? Vermutlich nicht. Es gibt ja so viele andere. Aber warum kehrst du mir trotz den ganzen Tränen, der Wut und den bösen Worten nie ganz den Rücken? Kommst zurück, kannst die Finger dann plötzlich doch nicht von meinen lassen. Naja, Freunde halt. 

Wir hatten so viele Chancen, sie werden uns irgendwann ausgehen, ganz bestimmt. Vielleicht schon morgen. Zack! Das war's dann. Einfach so, vorbei. Die ganze Wunderbarsamkeit, alles, was wir hatten. Die vielen Stunden, sie werden gehen, ohne, dass wir je wirklich von ihnen wussten. Doch ich weiss schon jetzt, ich werde dich auch am nächsten Morgen gehen lassen, ohne ein Wort darüber zu verlieren. Viel zu stolz. Du gehörst mir nicht.

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30 Antworten

Kommentare

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  • 2

    starker letzter abschnitt ohne fragen.

    21.05.2015, 13:17 von hib
    • 0

      Dankeschön.

      28.05.2015, 12:18 von Kittykatt
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  • 1

    "Doch, wie kann man etwas verlieren, das einem nie gehörte?" - Schön geschrieben, danke dafür! :) 


    25.09.2014, 16:23 von thegirlnextdoor.
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  • 1

    Wirklich ein Wahnsinnstext! Hat mich richtig gepackt obwohl ich selbst nie in so einer Situation war :)

    22.09.2014, 10:23 von Miss.Pixie.
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  • 1

    Direkt ins Herz! Wunderschön geschrieben!

    05.09.2014, 22:56 von elisast
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 1

    Leider sehr nachvollziehbar... schön geschrieben.

    28.08.2014, 13:51 von vongesternvielleicht
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  • 1

    Ich finde mich in jedem Wort wieder - leider.
    Super Text, danke dafür!

    25.08.2014, 10:06 von Juri93
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  • 1

    Wunderbar geschrieben!

    So geht's mir auch grad! 

    Danke für den tollen Text! :)))

    23.08.2014, 22:47 von agathe789
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  • 1

    Bester!

    22.08.2014, 15:32 von Myon
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