cathi_m 07.02.2013, 20:14 Uhr 1 6

Meist stirbt eine Sache, wenn man von ihr leben will

Ich habe meinen Kopf voll und finde das Ventil nicht – oder es existiert nicht.

Schreiben funktioniert um zu verarbeiten, aber dafür fehlt mir die Ruhe und Ungestörtheit. 

Alles brodelt sehr stark in mir und schafft Gefühle, die mich auf Bergspitzen in gleißende Sonne stellen, aber mich auch ganz tief fallen lassen.
Das kann ich mit dir teilen, dir schreiben und weiß um dein Verständnis. Aber selbst in meinem engsten Freundeskreis wüsste ich niemanden, dem ich das anvertrauen möchte. 
Ich vermute sogar, ich würde gegen eine Wand aus Unverständnis rennen – ein Unverständnis was aus Unkenntnis um meine Gedankenwelt und Bedürfnisse entsteht. Aber ich teile diese ja auch mit keinem und somit wäre das keine Überraschung. 
Alles das, was ich für Außenstehende offensichtlich habe – einen süßen Sohn, eine funktionierende Beziehung, Arbeit – schafft den Eindruck, ich müsste glücklich sein. Dass dazu – für mich – viel mehr gehört, können sie nicht erkennen und man kann ihnen noch nicht einmal einen Vorwurf machen.

In mir wohnt ein riesiger Hunger nach Liebe, Zuneigung, Zärtlichkeit und Verständnis, der in all den vergangenen Jahren noch nie, oder wenn, nur ansatzweise gestillt werden konnte. Man lebt immer mit dem Wunsch – auch in festen Beziehungen – dass man all das bekommt, dass es, wenn es nicht von Anfang an da ist, wächst, größer und intensiver wird, dass sich Dinge entwickeln und man aneinander wächst. 
Dass es sich nicht erfüllt hat, merkt man erst, wenn einem ein Mensch begegnet, der einem das alles gibt und geben will – der einem seine Zuneigung und bedingungslose Liebe zeigt, spüren lässt und formuliert. 

Das zu erkennen, schmerzt unendlich. Zu verstehen, dass es möglich ist glücklich zu sein, alle Wünsche und Bedürfnisse gestillt zu bekommen, bis dahin aber sein Leben und Lieben als Kompromiss hingenommen zu haben, macht mich unendlich traurig. 

Auf manches im Leben muss man warten, bis man es hat, bis man es genießen darf. Ich habe, leider ohne es zu wissen, auf dich gewartet – auf dich unbeschreiblich wunderbares Menschenkind, dich fehlende zweite Seelenhälfte. 
Du gibst mir so unbeschreiblich viel, ohne zu fordern, in deiner Gegenwart kann ich schwach sein ohne Scham, kann meine Gedanken mit dir teilen und von deiner positiven, lebensfrohen Einstellung lernen. Ja ich lerne von dir, bewundere dich für all deine Kraft und deinen Mut, mit dem du allem entgegen trittst, was Leben heißt – weiß aber natürlich auch, dass du zart und verletzlich bist, Ängste hast, dir vieles zu Herzen nimmst und sehr viel Liebe und Zuneigung brauchst. 

Das genau möchte ich dir geben, weiß aber nicht, ob ich das kann, ob ich dir genügen kann, ob das, was ich für dich sein kann, ausreicht, um dich glücklich zu machen. Und nur das will ich – dass du glücklich bist!

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1 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Hey, habe gerade meinen ersten Text hier hochgeladen und stoße sofort auf Deinen. Es ist als antwortet meine eigene Frau... Danke dafür!

    09.02.2013, 05:01 von soulshaka
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