littlemania 30.11.-0001, 00:00 Uhr 1 3

Meine liebste Nebenwirkung

Vom unerträglichen Erträglichen

Und es ist jedes Mal dasselbe. Es ist dieser Moment, der für mich alles ist und es doch nie sein wird. Jedes Mal wenn wir uns gegenüberstehen, so nah, dass sich unsere Nasen fast berühren und du mir in die Augen schaust. Ich schaue dich an und weiß was gleich passieren wird.

Es wird so wie immer sein, seit der einen Nacht im Oktober mit dir. In der wir bei mir auf all die verlorenen Liebschaften anstießen und uns maßlos betranken, bis wir dann das taten, was vorher mit Gefühlen nie funktionieren wollte. Wir liebten uns ohne uns wirklich zu lieben. Es war intensiv. Es war der Spaß den du wolltest und dem ich zustimmte. Es war kein Gefühl von Liebe. Bei keinem von uns und es war okay so. Es war toll, ein Schub für’s Selbstbewusstsein, wie man sagt. Den wir beide nötig hatten und uns nun gegenseitig gaben, denn es gab damals nur noch uns und den Liebeskummer. Es war eine wundervolle Nacht in der wir später, als die Wolken langsam wieder lila wurden, begannen, bei einer Zigarette danach die Fotos der Liebe zuvor auf meiner Terrasse zu verbrennen. Wir weinten beide dabei und schämten uns nicht. Denn es war okay. 

Denn du bist derjenige mit dem man alles teilen kann. Du bist der erste bei dem ich weiß, dass du verstehst. Der erste der wirklich fühlt. Der erste der ehrlich und aufrichtig ist.

Und jedes Mal liegen wir irgendwann einfach nebeneinander und schwiegen, ohne dass es uns wundert. Jedes Mal nimmt dann deine Hand meine und du lächelst mich an. Es ist das schönste und wärmste Lächeln. Und jedes Mal lächel ich zurück. Deine Hand drückt meine Hand fester und wir setzen das fort, was wir angefangen hatten, als wir in dieser einen Nacht im Oktober hinter uns alle Brücken abgebrannt hatten. Jedes Mal ist es unglaublich. Jedes mal ist es traumhaft schön. Jedes Mal wird es selbstverständlicher für dich und gefühlvoller für mich. Jedes Mal muss ich mich mehr überwinden nichts mehr zu fühlen als den Spaß den wir haben. Das Wort Liebe hatten wir uns gleich in der ersten Nacht verboten. Und es war vollkommen okay.

Keiner von uns will etwas festes. Das will ich auch immer noch nicht. Denn in einem halben Jahr werde ich weiterziehen müssen, ohne dich in eine andere Stadt mit wenig Zeit. Und jedes Mal zerreißt mich der Gedanke daran. Denn das einzige was ich will ist, dass du mir sagst dass du mich liebst und ich es erwidern kann. Und jedes Mal wenn wir voreinander stehen, sich unsere Nasen wieder fast berühren und wir schweigen, wünsche ich mir nichts mehr als diesen Satz. Und jedes Mal, wenn wir uns im nächsten Moment dann anfangen zu küssen, du mich rückwärts ins Bett fallen lässt und wir uns in den siebten Himmel versetzen, möchte ich dort bleiben. 

Du bist eine Droge für mich geworden. Eine Droge, die bei mir mit all ihren Nebenwirkungen wirkt.  Eine Droge, die mich heilt und gleichzeitig zerstört. Eine Droge für mein Selbstbewusstsein, die es danach auf die Probe stellt. - Bis zum nächsten Treffen. Bis zum nächsten Mal über allem schweben mit dir. Bis zum nächsten Hoffen. Bis zum nächsten „Ich glaube so langsam sollte ich mal fahren“. Bis zum nächsten Wissen, dass es mit uns niemals wahr werden wird. Weil ich es nicht riskieren will, das wahre zu sagen, um uns wohl möglich später zu verlieren. Denn für dich ist okay so. Und für mich ist es es die Droge, die alles unerträglich erträglich macht.



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Kommentare

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    kenn ich! Man ist wie gelähmt, weil man einerseits mehr will, traut sich aber andererseits nicht, das laut auszusprechen, weil das ja alles zerstören könnte... Naja, aber Abwarten war zumindest bei mir nicht die Lösung. Lieber sagen, was man will, dann weiß man wenigstens, woran man ist.
    Auf jeden Fall sehr gut beschrieben, wie es einem in so einer Situation geht! Schön :-)

    24.01.2015, 20:06 von lady_jen
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