dali-na 09.07.2019, 14:23 Uhr 1 1

Mein Meer der Melancholie

Ich bleibe dir verborgen. Längst wieder untergetaucht, kannst du mich nicht sehen. Ein kleiner Schatten an der Oberfläche.

Meine linke Hand greift nach oben. Nichts, kein Halt, keine Substanz. Ich bücke mich. Mit der anderen Hand fühle ich nach dem Boden. Ich spüre ihn unter meinen Füssen. Irgendwie. Irgendwie auch nicht.

Ich hole Luft. 

Noch einmal tief einatmen, bevor ich wieder untertauche. In all die Erinnerungen, Gedanken und diese endlose Sehnsucht. Mit jedem Haar, jeder einzelnen Pore meines Körpers.

Bevor ich mich dem hingebe sehe ich dich. Wie du am Horizont stehst, längst wieder auf festem Boden. Dein Blick zurück wert nicht mehr, als einen kurzen Moment der Erinnerung. Zwei weitere Füsse neben dir am Horizont. 

Im Gleichschritt lauft ihr Richtung Sonne.


Unendlich schwer schwebe ich. 

Sich Unendlich schwer zu fühlen ist unendlich leicht. Getragen von tiefer Melancholie, die mir Last und Halt zugleich ist. 

Ich bleibe dir verborgen. Längst wieder untergetaucht, kannst du mich nicht sehen. Ein kleiner Schatten an der Oberfläche, manchmal meine Hand, die nach mehr zu greifen scheint.Deine Vergangenheit ist meine Gegenwart. Dein Blick zurück gleicht meinem nach vorne. 

Schwerelos bleibe ich im hier und jetzt. 

Und so tauche ich ab und zu auf und immer wieder unter. Weil es sich unter Wasser eben besser anfühlt, als wenn es einem bis zum Hals steht. Ich kann in dem Meer, dass ich mir selbst geschaffen habe auch unter Wasser atmen. Nicht gut, aber es reicht zum überleben. Zum leben reicht es kaum. 

Doch auch in meinem Meer geht die Flut mit der Zeit und lässt nach allen Regeln der Natur, der Ebbe seinen Platz. Das ist, was mich auf Grund laufen lässt. Was mich zwingt aufzutauchen und mich selbst zu halten.

Dann setze ich beide Beine behutsam auf den Boden.Erst das eine, dann das andere. Der tiefe Matsch hält mich immer wieder fest und lässt mich umso mehr die Kraft schwindet, umso öfter fallen. Solange ich klar sehen kann, möchte ich das Ufer erreichen. Es schaffen, bevor die Flut wieder einsetzt.

Bevor ich mich daran erinnern kann, wie schwerelos Leicht es ist, hier zu treiben. 

Schwerelos leicht und beängstigend einsam zugleich. 

1

Diesen Text mochten auch

1 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare