lm- 30.11.-0001, 00:00 Uhr 11 5

Mein Herz weint nicht, es kotzt

Okay, weg mit den poetischen Zeilen über dich. Eigentlich hast du jegliche Poesie aus mir heraus gerissen.

So, Klartext.

Denke ich an die letzten Monate zurück, dreht sich förmlich mein ganzer Magen um. Kann an dem ganzen Alkohol liegen, mit dem ich versucht habe dich aus meinem Kopf zu verbannen. Ertränken wollte ich damit eigentlich nur die ganzen bescheuerten Erinnerungen, die mich nachts in den Schlaf verfolgt haben. Diese ätzenden Schuldgefühle, die du mir so furchtbar schön eingeredet hast. Und ja, hat gut geklappt. Ich hab mit deinem Kumpel geschlafen und kann mich so gut wie an nichts erinnern. Aber der Morgen danach war ganz nice, muss man wirklich sagen. Kaum zu glauben, dass du von der Aktion noch nicht Wind bekommen hast. Kaum zu glauben, dass mich nach dieser Nacht ein schlechtes Gewissen gequält hat.

Wo wir schon mal bei dem Thema sind, hast du überhaupt ein Gewissen? Manchmal frage ich mich, wie du aller ernstes nach dem ganzen Scheiß so grinsend und scheinheilig um die Ecke kommen kannst. Aber ja, ganz vergessen, dir tut es ja so unendlich Leid, was du da angerichtet hast. Und ja, wir beide waren was ganz Besonderes und ganz großes Kino und alles war ja so perfekt. Bist ja wirklich ein Mann großer Worte. Nimmst mich noch so bescheuert in den Arm und nörgelst rum, dass du ja so gerne würdest, aber es verdammt nochmal nicht kannst. Zumindest nicht jetzt. Musst dir halt hier und da noch ein paar Chics klarmachen, könntest mir nicht treu bleiben. Aber empfinden tust du noch was für mich und ja, man könnte ja Freunde bleiben. So wie im schlechten Film.

Und ja, es nervt mich. Mich nervt es, dass ich dachte dir hätten die Nächte mit mir noch irgendwas bedeutet, es hätte irgendwas zwischen uns verändert. Ja, die Nächte waren schön, deine Worte. Und am nächsten Morgen legst du ja auch nicht bei jeder Bitch deine Arme um ihren Bauch und ziehst sie näher an dich. Hast du ja nur bei mir gemacht, schon klar. Und wie gesagt, empfinden tust du ja noch was für mich, aber 'ne Beziehung ist halt nicht drin. Schlechtes Timing und so.

Und es kotzt mich verdammt nochmal an. Mich nervt es, dass du so wunderbar ohne mich auskommst und dein Leben feierst als gäbs kein Morgen mehr. Dass es dir scheinbar so gut geht ohne mich und ich dir einfach kein verficktes Stück fehle. Und ja, vielleicht war es das Beste, dass ich den Kontakt zu dir jetzt abgebrochen habe. Nach dem ganzen Scheiß muss ich auch irgendwie mal meinen Stolz bewahren und nicht alles mit mir machen lassen. Aber du fehlst mir. Und das nervt mich am aller meisten. Dass mein blödes Herz nicht kapieren will, was mein Kopf eigentlich schon die ganze Zeit weiß. Dass es mir einfach so verdammt schwer fällt dich loszulassen. Dass ich am Ende wieder nur die Schuld bei mir suche. Und am Ende der Nacht wieder feststellen muss, dass ich einfach nicht das bin, was du gerade willst.

Und ja, was soll ich sagen. Shit happens, kein Weltuntergang, geht schon irgendwie weiter. Alkohol rein, Herz raus. Ich hoffe du bereust es irgendwann.


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11 Antworten

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      ich danke dir!

      02.02.2016, 08:18 von lm-
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      Ambivalenz hin oder her...

      Ich versteh sowas nicht... weder den einen noch die andere.

      Aber das spielt auch keine Rolle.

      02.02.2016, 09:01 von sailor
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      Muss er ja nicht.
      Aber er hat die Wahl, wie er mit dieser Unergründlichkeit (falls soetwas überhaupt existiert) umgeht.

      02.02.2016, 11:41 von sailor
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    • 1

      Es gibt keinen Löffel.

      02.02.2016, 12:02 von sailor
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    • 2

      Eben. Das ist ja das schöne daran.
      Man kann mit sowas immer noch anders umgehen.

      Ich präzisiere: Ich verstehe nicht, warum die Menchen mit solche Problemen, die das Leben mehr oder weniger zwangsläufig/unausweichlich mit sich bringen, nicht anders umgehen...

      02.02.2016, 12:04 von sailor
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