Lou, oh Lou
'Wenn meine Nase läuft,der Dotter rinnt und mich die Leute ansehen,wollen sie nur,dass ich sie anhuste,weil sie alle leise auf eine Erfüllung warten''
Lou ist besonders und nicht einfach, im Umgang aber besonders dann nicht, wenn man ihr zuhört. Man muss wach und aufmerksam sein, denn ihre Sätze reihen sich aneinander wie die Tropfen bei einem stürmischen Unwetter an die Fensterscheiben und zerrinnen ineinander,das du die Tropfenbahnen nur erkennst, wenn du es als Gesamtheit siehst. Du verstehst den Sinn ihrer verwirrten, aus der Luft gegriffenen Wörter auch erst, wenn du dir Zeit nimmst und dich einlässt auf eine Kunst, die jeder Mensch besitzt, aber nur die wenigsten erlauben es sich, sie zu nutzen.
Gefühlshören.
''Ein Korallenstück ist braun angemalt und mit gebrochenen Knochen und zwei gewöhnlichen Holzschrauben fast, wie ein Hirsch. Und wenn ich Seife aufschäume und den Flaum auf meiner Haut liegen lasse und mit meinen spitzen Finger hineinpickse, ist es fast so schön als würde ich die warmen Mittagstöpfe auf der dünnsten Hautschicht abdrücken, nur nicht ganz so stark''
''Lou, - ''
''Wenn meine Nase läuft,der Dotter rinnt und mich die Leute ansehen,wollen sie nur,dass ich sie anhuste,weil sie alle leise auf eine Erfüllung warten. Aber, sie müssen sich trauen mich zu fragen sonst traue ich mich auch nicht.''
Ich blickte sie an und ihre zerrissene Jeans zeigte die aufgeschlürften Knie. Sie fände es schön, sich fallen zu lassen auf unebenen Pflaster, wenn es regnet und die Hände in der Pfütze aufschlagen , denn die Natur spritzt ihre Reaktion daraufhin direkt ins Gesicht.
Ich mache mir um Lou keine Sorgen mehr, es gab einen Tag, wo ich gedankenlos mit ihr eine Wiese aufsuchte und wirklich hinhörte, ich muste es nur einmal geschehen lassen um zu erkennen dass sie eine Gabe hat, und keine Behinderung. Wir benutzen dieses Wort nicht gerne, denn niemand von uns ist gehindert mit,durch oder wegen ihr, sondern bereichert. Der Tag an dem sie geboren wurde war nicht der Schönste, der Tag dieser Erkenntniss,war es, denn er nahm alle Vorwürfe und Ängst mit einem Atmezug.
Etwas kitzelt an meiner rechten Hand und mein Blick war glücklicherweise schneller als meine Hand, sonst hätte ich nach der Fliege fangen wollen, doch es war ein gewöhnlicher Grashalm in einer schmutzigen Kinderhand.
''Für dich''






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