Irgendwie_verdreht 11.10.2009, 15:54 Uhr 1 1

Lost and found.

Man muss wohl immer erst etwas nicht bei sich haben, um zu merken, wie sehr man es braucht, wie wertvoll es ist.

Ich hab so meine Anlaufschwierigkeiten, jetzt, wo ich beginne mein “neues” Leben, in einer neuen Stadt zu starten. Warum wird mir eigentlich erst jetzt so richtig bewusst, wie sehr ich dich vermisse, wie wichtig du mir eigentlich warst und geworden bist in den letzten Monaten? Gerade jetzt, wo ich schätzungsweise 600 km von dir getrennt bin und dich bisher nur ein paar wenige Male am Telefon gehört hab und wir kurze Worte online gewechselt haben. Nun gut, ich muss zugeben, ich hab schon an dem letzten Tag, den ich noch in der Stadt war gemerkt, dass es nicht ganz so leicht sein wird, durch eine neu Stadt zu gehen und dich dabei nicht mehr ganz sooft zu sehen. An diesem letzten Tag, den ich zum Großteil mit dir verbracht habe und wir eigentlich so viel machen wollten und nachher doch nur einfach so durch die Stadt gingen und nur redeten, über so gut wie alles, was uns bedrückt, als würden wir nicht mehr miteinander reden können, kam schon dieses Gefühl auf, das Gefühl, dass du mir ziemlich wichtig bist.

Ich hab geweint, als du dich von mir verabschiedet hast, das letzte mal gedrückt hast. Ich hoffe du hast es nicht gesehen, aber ich glaube schon, du klangst auch so traurig, es war hart dich gehen zu sehen, irgendwie. Und dann rufst du mich an diesem Abend auch noch mal an, bevor du zu Bett gegangen bist, etwas was du sonst eigentlich nur selten tust und sagst mir, du willst mich nicht verlieren. Mir fiel d a nichts besseres ein, als zu sagen, ich dich auch nicht, aber im Nachhinein erscheinen mir diese Wörter als unzureichend und irgendwie auch dumm. Du meintest du willst mich besuchen kommen, wenn du Urlaub hast, schon in zwei Wochen, ich freue mich darauf, obwohl ich noch nicht einmal weiß, ob du deine Pläne wirklich in die Tat umsetzt, das tust du ja öfters mal nicht. Ich hoffe aber sehr, dass du es diesmal tust. Denn ich vermisse dich. Ich sehne mich nach dir. Und ich dachte nicht, dass ich das einmal so stark bei dir fühlen würde. Es erstaunt mich und nimmt mir fast die Luft.

Ich gehe hier durch meine neue Stadt, erkunde alles, lerne neue Leute kennen, komme kaum zur Ruhe… Das hilft mir, ein wenig aus dem ganzen Kuddelmuddel zu kommen, das Kuddelmuddel, in dem ich nicht weiß, was ich für dich nun so genau fühle, ob du nun nur ein sehr, sehr guter Freund bist oder doch mehr oder irgendetwas ganz anderes, etwas noch Besonderes für mich. Aber dann gibt es auch wieder diese Momente, wo ich hier alleine in meiner neuen, eigenen Wohnung auf meinem Bett liege, Musik höre und einfach jeder Song, den mein I-Pod anspielt erinnert mich an dich. Mit jedem verbinde ich irgendeine Erinnerung an dich und dann wünsche ich mir, ich könnt mit dir reden, mit dir in einem Raum sein, dir zuhören und dich dabei anschauen und die Zeit vergessen. Ich weiß, ich könnt dich anrufen, aber das ist nicht das gleiche, die Erfahrung hab ich schon gemacht.
Wenn ich alleine bin, die Hektik des Neu-Alltages verschwimmt, dann schweifen meine Gedanken ab und kommen erstaunlicher Weise doch immer wieder zu dir, ich kann mir nicht helfen. Ich versuche einen Weg zu finden, das abzustellen, aber ich merke selber, das liegt außerhalb meiner Fähigkeiten, ich muss mich ergeben, ich hab das schon viel zu lange verdrängt und zurückgestellt und es mir viel zu spät eingestanden. Man muss wohl immer erst etwas nicht bei sich haben, um zu merken, wie sehr man es braucht, wie wertvoll es ist.

Und wenn nachts die Lichter in mein Fenster schienen, der Wind durchs offene Fenster geht, ich eigentlich schlafen sollte und doch noch immer wach bin, dann wünsche ich mir, es wäre 17 Uhr, du würdest vor meine Haustür stehen und wir würden wie so oft einfach nur nach draußen gehen und Zeit miteinander verbringen.

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Kommentare

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    Gänsehaut....

    10.03.2010, 22:38 von Lellop
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