adivinaa 17.11.2014, 09:17 Uhr 2 4

Los. Und lassen.

Meine Haare wehen im Wind, während ich dir hinterherlaufe.

Mein Herz klopft als würde es sich überschlagen, ich will deinen Namen rufen, „Bleib‘ stehen“, aber es kommt nichts aus meinem Mund heraus. Meine Beine schmerzen, ich kann nicht mehr, atemlos, „Bleib‘ doch bitte stehen.“

Aufgewacht. Albtraum. Nein, kein Traum.

Du hast mich zu der gemacht, die ich nie sein wollte. Die, der ich ein mitleidiges Lächeln schenken. Und einen guten Ratschlag. „Lass‘ ihn, der will dich einfach nicht. Lass‘ los.“ 

Aber muss ich dich nicht haben, bevor ich dich loslassen kann? Wie kann ich dich loslassen, wenn ich dich nicht festhalten kann? Du immer einen Schritt weiter bist? Dich zwar manchmal umdrehst und mir ein Lächeln zuwirfst, aber einfach nicht stehen bleibst?

Du bist mein erster Schnee. Mein Lieblingslied, in Dauerschleife. Die Bettdecke während der Regen ans Fenster prasselt. Das Serienfinale. Das erste Bier am Freitagabend. Du bist der Moment, in dem meine Lieblingsjeans aus der Wäsche kommt. Du bist eine fixe Idee.

Wenn du dich nicht meldest, und das machst du schrecklich gern, dann drehe ich dein letztes und schon verblasstes Lächeln so lange im Licht, bis es wieder glänzt. Packe meine kleine Goldwaage aus und lege jedes einzelne deiner letzten Worte sorgfältig darauf, schiebe sie so lange hin und her, bis sie wieder Sinn machen. Gewicht haben. Noch einmal Anlauf nehmen. Dir hinterher, noch ein einziges Mal.

Ich kann nicht lassen und ich kann nicht los.  




Tags: Liebeskummer
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Kommentare

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    treffend.

    17.11.2014, 19:44 von fly.away
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