Liebling, ich habe dich betrogen.....Glaube ich.
Liebling, ich habe dich betrogen. Im Traum versteht sich. Diesmal war es Patrick Dempsey. Das letze Mal war es dein bester Freund.
Es geht hier nicht um küssen und verliebt in die Augen gucken sondern um verdammt noch mal wilden leidenschaftlichen Sex.
Solchen Sex, bei dem man vom Gedanken rot wird und sich vielleicht wünscht, dass es kein Traum war. Bei dem man ein Kribbeln zwischen den Beinen spürt... sich in Gedanken nochmal aufbäumt, um danach in einen fremden verbotenen Nacken zu beißen... den heißen Atem noch im Rücken...
Vielleicht betrüge ich dich jede Nacht, aber an alle Träume kann man sich nicht erinnern. Und während ich dich so betrüge liegst du neben mir und schnarchst... und mir fällt ein, dass wir schon wieder drei Wochen keinen Sex hatten.
Gehe ich fremd, auch wenn es nur im Traum ist? Ich würde es dir ja gerne sagen, aber wie wirst du reagieren? Wie würde ich reagieren, wenn ich erfahre, das du nachts zwischen Penelope Cruz und Jessica Schmidt hin und herspringst? Oh, ich wäre bestimmt not amused.
Und Liebling, dann wäre da noch etwas.... Wir kennen uns seit zehn Jahren. Das heißt, eigentlich kenne ich ihn ganz gut. Immer wenn wir uns sehen ist es, als ob die Welt stehen bleibt. Zumindest meine. Du kennst ihn auch etwas und du kannst ihn sogar ganz gut leiden...
Er ist ein Gustavo. Eigentlich heißt er ganz anders. Vielleicht Peter, Alexander oder Felix. Aber dieser Name verdient einen Eintrag bei Wikipedia: Als Gustavo bezeichnet man jemanden, der vermeintlich leichtfertig eine andere Person durch seine Reize und unbewusst und vielleicht auch ungewollt in sich verliebt macht und dadurch Kummer oder Herzeleid verursacht. Das besondere an einem Gustavo ist, egal wie weit weg er ist und wie lange es her ist und wie wenig Zeit man miteinander verbracht hat. Er ist da und er wird immer da sein. Das liegt daran, dass er sich auch gerne in die Erinnerung zurückruft, insbesondere dann, wenn man ihn schon vergessen hat. Frauen vergessen nie (nur was sie verdrängen wollen). Man redet sich solange ein, ihn vergessen zu haben, bis man es glaubt. Dann erfreut man sich daran, sein Gehirn ausgetrickst zu haben. Umso intensiver ist es, wenn das Gerüst, an dem man sich festhält, dann bricht.
Ein Anruf, ein "Hallo" online reicht aus und unser unsichtbares Gerüst bekennt Farbe und bröckelt klirrend auseinander, und womit wir unsere Gleichgültigkeit füttern ist sofort aufgebraucht. Alle Sinne sind da und schreien laut "Hallo" zurück. Wir sitzen dann da, bekommen einen heißen Kopf, fangen an hysterisch rumzukichern und zucken von den kleinen Adrenalinstößen wie blöd herum. Dann muss man sich ernsthaft zusammenreißen, um nicht hysterisch über seine Witze, die man schon 100-mal gehört hat, zu lachen. Verkrampft versucht sich der ganze Körper sich dagegen zu wehren, nicht aus Versehen den Kopf leicht zu neigen, aufzuseufzen und große leuchtende Augen zu bekommt und leicht dämlich vor sich hin zu grinsen. Wenn er am anderen Ende der Welt davon wüsste? Oder wenn er sogar anwesend ist und wir diese Körpersprache riskieren, wenn er nicht in unsere Richtung sieht. Leider registrieren seine Freunde sowas immer und erkennen es als Gefahr für den Gustavo.
Also geben wir uns die allergrößte Mühe nach außen keinen Grund zu geben zur Annahme, dass da etwas sein könnte. Nicht mal nach innen. Wir verleugnen jegliches Gefühl vor uns selbst.
Wir schreiben ihn nie an.
Wir rufen ihn nicht an.
Wir wissen, wie sehr er seine Freiheit braucht und machen die wenigen Momente, die wir mit ihm teilen, zu etwas ganz besonderem. Wir speichern es äußerst gut ab, fügen einen Schreibschutz hinzu und spielen es ab, wann immer wir wollen, meist nur, wenn das unsichtbare Gerüst sowieso schon angeknackst ist. Ich führe eine unsichtbare Scheinbeziehung mit ihm und er weiß nichts davon, aber er scheint die wenigen Kontaktmomente zu mögen, denn er führt sie an und ich erwidere sie scheinbar passiv...
Ist es wirklich die Unerreichbarkeit, oder hat er an diesem einen Tag etwas mitgenommen, was ich einfach wieder zurückbekommen müsste, damit ich meinen inneren Frieden wiederbekomme? Vielleicht war er einfach auch nur höflich, zu viel Charakter, zu viel Charme. Eigentlich hat er keinen Charme. Ich habe noch nie ein Kompliment von ihm gehört. An niemanden. Er selbst nimmt auch keine an. Er weiß, wie er die Dinge zu nehmen hat und wie er reagieren muss. Er ist kein Held, aber er kann einfach nichts falsch machen, denn wir verzeihen ihm alles. Er strahlt manchmal so, als wäre er das Glück selbst. Und eigentlich ist es egal, was er sagt. Wenn wir nebeneinander gehen ist es, als ob unsere Hände sich halten oder einfach eine Verbindung da ist. Vielleicht sind wir zwei verkettete Moleküle, unter irdischen Bedingungen instabil. Gesetzt den unwahrscheinlichsten Fall aller Fälle (vorher würde das Schwein von allein auf die Metzgerbank hüpfen) wir würden zusammen kommen. Diese meine Sehnsucht würde er nicht überleben, die sich zehn Jahre angestaut hat. Obwohl er bis jetzt alles geschafft hat. Er ist so stark und kann soviel aushalten.
Wieviel weiß er? Kann er sich vorstellen, was tausend Kilometer entfernt in einem Kopf vorgeht? Wenn er da ist, sieht es manchmal so aus, er sieht mich an und kann aus meinem Blick lesen, was ich denke. Das letze Mal, als er bei mir war, muss ihn das so erschöpft haben (und ja soviel Neugier, Liebe und Zuneigung muss erst mal verarbeitet werden), dass er eingeschlafen ist. In meinem Bett. Für den Moment war ich völlig fassungslos, wie dieser Mann nach zehn Jahren einfach so in mein Bett fallen und die Augen schließen konnte. Und dann erst fing ich an, den Moment zu genießen. Es ist zwar verdammt unwirklich, dass dein Gustavo in deinem Bett liegt und auf deinem Kissen, aber der Moment war da. Und es war das zweite Mal, wie ein Déjà-vu. Nur dass das erste Mal mein Leben weitaus mehr verändert hat. Und ich da noch keinen Freund hatte.
Ja Liebling, ich habe dich immer wieder im Traum betrogen - aber auch in Gedanken und das seit Jahren schon. Und trotzdem liebe ich dich, denn du bist real.
Dann geht mein Gustavo irgendwann, verschwindet in eine 2000 Kilometer entfernte andere Welt. Vielleicht sagt er sich auch "Das muss reichen, da sind schließlich noch etliche schreibgeschütze Dateien von mir abrufbar", mit einem kleinen verschmitzten Lächeln versteht sich. Und ohne Ton. Vielleicht versteckt er bewusst sein Wissen einfach perfekt und geht mit mir um wie mit einem besten Freund. Oder er denkt "Fünf Jahre sollten reichen, sie hat doch einen Freund, den sie liebt."
Und so lange Molekülketten gibt es sowieso nicht.





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Kommentare
so, ich finde den text wirklich schön, kann sein dass der faden manchmal schwer zu halten ist,,, was solls!! gustavo ist ein schöner begriff ... hatte (habe) auch einen. unstrukturierter, gebündelter, ausfluss emotionaler gedanken ist super, wem es ähnlich geht der versteht...
31.08.2010, 22:52 von Gaussia80Der Gustavo ist auf jeden Fall wundervoll :D
31.08.2010, 22:19 von Surfpoetin_Finde ich schlecht und verworren.
31.08.2010, 17:25 von SiSaSoIch bin ungefähr an der selben Stelle ausgestiegen wie AnnaEcke. Das Thema des Textes ist meiner Ansicht nach Humbug und nicht mal besonders lustig ausgeführter Humbug. Patrick Dempsey wie fantasielos.
31.08.2010, 11:26 von frolleinmueller@frolleinmueller wenn man nicht zuende liest und das dann noch offen zugibt, aber eine Textbewertung abgibt, über einen Text der nicht vorhatte lustig zu klingen...?
31.08.2010, 11:44 von Die__Eineokay, ich habe auch einen Gustavo. Lasst uns eine Gruppe gründen! Finde das Synonym passend, da er ja nicht als Lukas oder Kevin oder so bezeichnet werden kann. Gustavo hat eine gewisse Distanz und auch eine Art Sexyness.
31.08.2010, 10:28 von dukookim:)
Der Text, ein bissl durchgekämpft, aber der Sinn kommt zum Ausdruck.
Dafür, weil ich verstehe, was gemeint ist.
31.08.2010, 09:50 von TaneaDie Umsetzung könnte an manchen Stellen etwas runder sein, aber na ja..
das ist ja eine sache, die kann ich ja GAR nicht nachvollziehen.
31.08.2010, 09:19 von RedSonjaist mir schnuppe und betrug isses ooch nicht, aber für mich ist das definitiv nicht ... zutreffend.
gustavos. nä. danke.
@RedSonja Gustavo. Den Namen finde ich schon sehr unsexy. Ist das nun ein feststehender Begriff oder ausgedacht? Ich muss an Gustav Gans denken ...
31.08.2010, 09:23 von B.tina@B.tina wieso wurd denn hier mein kommentar gelöscht???
31.08.2010, 10:28 von AnnaEckeweil ich geschrieben hab, dass ich auch an gustav gans denken musste? und geschrieben habe, dass das für mich stets n pannebratzenpinkel (oder so) war?!
ich hab gustav gans beleidigt und nicht den text oder die autorin!!!
jetzt wird man schon für das ächten von comicfiguren geächtet? wird ja immer doller...
31.08.2010, 09:13 von sailor»Gehe ich fremd, auch wenn es nur im Traum ist?«
OMFG...
Die Frage ist doch so albern, daß sie nicht mal lustig ist...
Naja, der Text könnte besser sein. Grade bei diesem Thema. Ich habe auch einen solchen "Gustavo". Ich denke jede Frau trifft einmal im Leben - oder gar mehrere Male- auf diesen einen Mann, der sie einfach nicht mehr loslässt. Von dem Frau sich einredet ihn nicht (mehr) zu lieben, ihn zu vergessen und über ihn hinweg zu sein, der aber immer da ist und immer da sein wird, selbst wenn man glücklich ist, einen tollen freund hat und nichts besser sein könnte als mit eben diesen Freund.
31.08.2010, 03:00 von execratedworldUnd eben deshalb versteh ich nicht, warum du aus diesem Thema nicht mehr raus geholt hast. Denn das Thema ist wirklich wunderbar, der Text aber leider nicht ganz so gut.
Bisschen dran feilen und dann passt das :)
weiter so!
Alptraum. Du bist einer für jeden Mann dem die "eine" Liebe die wichtigste ist.
31.08.2010, 02:23 von HeartwritingAber was solls - du kannst dich eh nicht ändern, denn du bist wie du bist.
Gott sei dank steck ich nicht ich in der Haut deines Mannes