Liebeskummerbeißer...
Nicht nur Menschen werden in Sachen Liebe bissig - mein erster Hundebiss ist auch hoffentlich der letzte.
Dass nicht jeder Hund ein freundlicher Artgenosse ist, dringt selbst bei Hundeliebhabern wie mir durch und dass sie, wenn sie dann mit Maulkorb, laut knurrend und mit aufgestellten Nackenhaaren vor einen stehen, nicht „nur spielen“ wollen, weiß ich auch. Was ich heute neu am eigenen Leib spüren durfte, ist die Tatsache, dass von ihrer Libido gelockte, sonst friedliche Rüden, ungemütlich werden, wenn man sie freundlich darauf hinweist, dass sie den eigenen Hund lieber nicht schwängern sollten.
Mein Hund ist seit etwa drei Tagen zum ersten Mal läufig und deswegen zwar eingesperrt, was die Nachbarshunde aber nicht davon abhält, vor meiner Haustür lautstark ihr Interesse zu bekunden. Gestern noch hatte ich einen äußerst freundlichen Doberman, ohne großen Widerwillen seinerseits, nach Hause geleitet, da stand heute auch schon der zweite Anwärter vor der Tür. Ein Mischlingsrüde, der auch sonst immer gerne zu Besuch kommt. Dass er heute, wie sonst auch, unerwünscht war, wollte er dieses Mal leider nicht einsehen und ehe ich mich versah, hatte er auch schon zugeschnappt und mein linkes Handgelenk mit seiner Kauleiste verziert.
Nicht nur Menschen scheinen also in punkto Geschlechtsverkehr und Liebe ungemütlich zu werden. Zuerst fand ich die Idee ja noch ganz nett - man stelle sich vor, liebessuchende Solisten würden sich vor der eigenen Haustür versammeln, um mit einem kleinen Ständchen für sich zu werben. Klingt gut, ist aber leider ähnlich unpraktikabel, wie bei meinem Hund. Mitbewohner oder Familie sortieren nämlich zunächst nach Sympathiepunkten aus, denn mit den Bewerbern so dicht vor der Haustür, fühlen sich plötzlich alle des Mitspracherechtes bemächtigt. Die Stillen, Unscheinbaren gehen im Gekläffe der anderen unter und übrig bleiben nur die, die dann auch keiner haben will, die aber Abweisungen nicht leiden können und das beißen anfangen.
Gewonnen ist damit für keinen etwas - so auch heute bei mir und dem Mischlingsrüden. Nach seinem Attentat auf meinen Arm suchte er schnellstmöglich das Weite, so dass ich ihn leider nicht mehr nach vorhandenen Impfungen oder bekannten Krankheiten fragen konnte. Er hatte keine Freundin, ich hatte meinen ersten Hundebiss. Was macht man damit? Ich weiß es jetzt. Man geht zum Arzt, der klebt dann ein schönes Jodpflaster drauf und den Spruch „freuen sie sich, dass Jod heutzutage nicht mehr brennt“ gibt es gratis dazu. Nachdem die letzte Tetanus Impfung überprüft und die eigenen Hundeerfahrungen mitgeteilt wurden, schickt der einen dann zuversichtlich, dass man es überleben wird, wieder nach Hause.
Das ist schön. Mit dieser neuen Zuversicht warte ich also gespannt auf morgen, wer weiß, vielleicht ist ja dann was Hübsches für meine Hündin dabei, ich persönlich gehe da doch lieber selber auf die Suche und warte nicht alle halbe Jahr einmal darauf, dass jemand dahergelaufen kommt, um mich mit seinem Gekläffe zu beeindrucken.





.jpg)
Kommentare
Herrlich ;)
14.10.2006, 13:13 von MiesepetraBist du denn auch läufig im Moment?
*grins*
13.10.2006, 19:28 von Farianagenial geschrieben!!! Das mit deiner Hand tut mir leid.
Aber wie das so ist im Geschlechtstrieb: Keine Rücksicht auf Verluste....
Wünsch dir eine gute Besserung!!
13.10.2006, 08:53 von zzebra*lach*
Auch wenn wir es bisweilen öfters schon geahnt haben: Nun ist es endlich so weit: Die "Liebe" bei NEON ist auf den Hund gekommen. ROFL.
Ich weiß: Blöd, dass es keine Rubrik "Tiere" mehr gibt. Fehlte mir auch schon. "Umwelt", "Angst" oder "Protest" wären auch eine Möglichkeit gewesen. Wenn es hart auf hart kommt, sogar "Justiz" und "Verbrechen".
(Nicht ganz) zum Thema an sich: Hundehäufchen nerven. Eine Bekannte von mir wurde auch von dem lieben kleinen süßen Bodenwischer einer Nachbarin gebissen, einzige Kommentare: "So etwas macht meiner nicht!" (frei herumlaufen aber schon) und "Das müssen Sie mir beweisen!" (mittels DNA-Analyse?) Ein Prosit auf gute Nachbarschaft! Der hässliche kleine Häufchenverteiler hieß auch noch "Bruna".
Das bringt mich wiederum hierzu: So lange freilaufende Bären in wilder Hatz abgeknallt werden und die Resonanz auf das Totbeißen kleiner Kinder vergleichsweise niedrig ist, läuft etwas schief.
Aber deswegen gleich die Hundehaltung verbieten? Tierliebe ist etwas herrliches. Bloß diskutieren die Viecher leider nie mit. Deren Meinung hätte mich brennend interessiert, denn ihnen kann man nur "artgerecht" Sachen in den Mund legen. Manchmal genügt ein Handgelenk...
Ich empfehle mal für eine Woche lang.
:)
zz.