Jadeca 21.02.2013, 13:01 Uhr 5 5

Lebensliebe.

Für. B. - Dein Blau in meiner Lebenskunst fehlt.

Oktober 2010: Liebe auf den ersten Blick. Ganz unerwartet hast du mich verzaubert. Für viele warst du einfach nur B., für mich warst du das nicht und wirst es auch nie sein.

10 Monate später: Ich bin zu dir gezogen. Chaos. Du wusstest nicht, wo all meine Kartons Platz finden sollten. Viele IKEAbesuche hast du über dich ergehen lassen, aber du warst glücklich. Wir waren glücklich. Unser erster gemeinsamer Sommer auf dem Balkon. Gegrillt, gelacht und zusammen kaltes Bier getrunken. Ich verstand dich ohne Worte. Du mich. Und dann unser erster gemeinsamer Urlaub. Eine Woche Türkei. Diese Tage gehörten zu einer unserer schönsten. Sehe mir die  Bilder oft an, weil man unsere Verliebtheit regelrecht spüren kann. Du warst glücklich. Ich war glücklich. Wir waren glücklich. Ich erinnere mich so gerne zurück.

4 Monate später, Winter: Draußen war es kalt, in mir war es kalt. Ich verlor mich selbst. Viele Veränderungen in meinem Leben. Du warst immer da, aber ich spürte dich nicht mehr. Ich konnte dich nicht spüren. Leere.

Weitere 3 Monate, Frühlingsanfang: Früher liebte ich es von der Sonne und Vögelgezwitscher geweckt zu werden, aber jetzt wünschte ich mir, dass es draußen wieder kalt wäre, genauso wie ich mich kalt und leer fühlte. Wollte nicht mehr aufstehen. Jeden Morgen überredeste du mich aufzustehen, versuchtest mir den Morgen so gut es geht zu versüßen, aber die Leere in mir ließ kein Gefühl mehr zu. Wollte nicht reden, konnte nicht reden. Ein Wechselspiel von Leere und Gefühlchaos. Auf. Abs. Du warst immernoch da. Ich weinte oft und viel, manchmal grundlos. Wir buchten unseren Sommerurlaub. Du wolltest, dass es etwas gab, auf das ich mich freuen konnte.

Einen weiteren Monat später: Ich fing an die Regentage im Frühling zu lieben und vergaß dich zu lieben. Konnte über Gefühle nicht sprechen. In mir ein Gefühlsvulkan, der überliefen zu schien. Viele Streitereien. Wie oft hätte ich einfach nur gern die Musik aufgedreht. Und gesungen als würde mich niemand hören; getanzt, als würde es keiner sehen. Musik war mein einziger Freund. Musik drückt und löst Gefühle aus.

Noch einen weiteren Monat später: Schriftliches Abitur. Konfrontation mit den Menschen, die in mir die Leere auslösten. Du konntest dir nicht freinehmen, deshalb tat es meiner Mutter. Schenkte mir einen Tag Hamburg. Ich fühlte wieder ein bisschen... sowas wie Freude. Kann die Bilder nicht anschauen. Man sieht mir die letzen Monate an. Ich sehe es. Finde mich hässlich. Während alle weiterhin zur Schule gingen, fing ich ein Praktikum an. Brauchte Ablenkung. Kinder lieben bedingungslos. Das war schön.

2 Monate später: Mündliches Abitur. Du hast mich begleitet, hast mir zugesprochen. Bestanden mit gut. Ich spüre Freude, Stolz und dich wieder. Was ich nicht sah war, dass du dich von mir verabschiedet hattest. Wir bewarben uns fürs Studium. Endlich unser Sommerurlaub. 1 Woche du & ich. WIR. Es war zu spät. Wir hatten uns bereits verloren. Wir stritten uns - auch im Urlaub. Ich erhielt die Zusage für mein Traumstudium, du für deines in zwei Städten. Du entschiedst dich für die Stadt neben mir, nicht wegen mir. Das hattest du oft gesagt. Du wolltest weg von mir. Aus der Traum vom WIR. Was zurückkehrte war wiedermal das Gefühl von Leere.

Weitere 2 Monate später: Umzug, Auszug aus dem WIR. Du meintest, dass es uns gut täte. Hattest mir versprochen bei mir zu bleiben.

3 Tage später, Sommerende: Du hast dein Versprechen gebrochen.


Winter: Neuanfang. im Winter. Ich lernte wieder zu lachen, tat es wie noch nie. Lernte mich zu lieben. Habe zu mir gefunden. Wusste, was ich möchte und wo ich einmal hinmöchte. Lernte, dass Leben eine Kunst ist. Und das die Kunst darin besteht sich das Leben so schön es geht zu malen. Lernte, dass das Leben nicht immer nur bunt ist, sondern das ein Schwarz auch dazu gehört. Lernte selbst mein bester Freund zu sein. Lernte mich von negativen Menschen und Gefühle abzuwenden und mach mir meine kleine Welt wie sie mir gefällt. Das ist Lebenskunst!

2 Jahre und 4 Monate seit Oktober 2010, 6 Monate nach dem Auszug aus dem WIR: Du fehlst. Sehnsucht nach einem happy end... MIT DIR,..."cause I'm looking at you through the glass, don´t know how much time is passed, All I know is that it feels like forever, and no one ever tells you that forever feels like home..." Unser Lied.

... aber ich weiß nicht wie wir wieder zueinander finden können.
Ich wünsche mir nichts Sehnlicheres wie das DEIN Blau in meine Lebenskunst malt...

Deine J.


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5 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Nach jedem Regen scheint nochmal die Sonne, nach jeder Kälte kommt nochmal die Wärme... Nie aufgeben soll man... Man weiß nicht für was das alles gut war....
    sehr schön beschrieben.... :)
    Ich denke auch, der Kerl weiß, was er an dir hatte... aber manchmal muss man sich selbst verlieren um wieder zu wissen wer man ist und was man will...
    Aber wie auch Layla schon gesagt hat, verlorene Zeit kann man nicht zurück holen... vllt entwickelt ihr euch irgendwann in die gleiche Richtung :)

    22.02.2013, 08:48 von Agunia
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  • 1

    Neuanfang im Winter: Sehr gut geschrieben.

    22.02.2013, 01:56 von Mann_vom_Meer
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 1

    Schön wie du den Neuanfang beschrieben hast. Aufstehen ist soo wichtig.

    21.02.2013, 14:15 von CharlyGuardian
    • 0

      Dankeschön.

      21.02.2013, 15:41 von Jadeca
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