Fahrstuhlpilot 10.02.2013, 13:58 Uhr 2 8

Kopf aus, Herz an

Zu viel Nachdenken ist auch nicht gut.

Wie schön und befreiend muss es sein, zu wissen, was man will. Sich entscheiden zu können, den Mut überhaupt zu haben für manche Entscheidungen. Allerdings kommt es am Wenigsten auf den Mut an, sondern eher auf die Fähigkeit, nicht lange nachdenken zu müssen. Wie viel leichter würde manches funktionieren, wenn man sich nicht ewig das Hirn über das Wenn und Aber zermartern würde. Dabei ist natürlich nicht garantiert, ob es besser funktionieren würde, in jedem Falle aber schneller. Was uns zu diesem endlosen Überlegen bringt ist Unsicherheit, die Angst, enttäuscht zu werden. Perfektes Beispiel: Liebe. Wie oft und lange haben wir gewartet, bis wir dieser einen Person gesagt haben, dass es uns vielleicht doch um mehr, als Freundschaft, ginge. Sooft und so lang, bis es meistens zu spät war. Aus Angst vor Nichterwiderung, aus Angst die gegenseitige Beziehung zu ruinieren.

Auf der einen Seite mögen das ja berechtigte Ängste sein, die Sehnsucht bleibt trotzdem.

Auch die Sehnsucht danach, auf Knopfdruck seinen Kopf ausschalten zu können, aus dem Bauch heraus handeln zu können. Für manche Menschen ist das ja überhaupt kein Problem, für andere eins der größten, wie zum Beispiel für mich. So lange nicht Alkohol im Spiel ist, aber der macht ja eh alles schlimmer. Meistens.

Am Ende ist es immer noch so, dass man diese eine Person jeden Tag an sich vorbei laufen sieht, mit ihr redet, mit ihr lacht. Und es gibt bestimmte Momente, in denen man zu zweit ist, sich vielleicht ein bisschen länger in die Augen schaut, als es eigentlich nötig ist, weil man sich darin verliert, weil man sucht. Nach Anzeichen von Erwiderung. Und trotzdem ist da etwas, in dir drin, das dich hemmt und du hellst inne und was tust du? Du denkst nach. Und der Augenkontakt bricht ab, und stattdessen kommt ein blöder Witz von dir, und ihr beide lacht gezwungen, und ihr seid wieder da wo ihr die ganze Zeit davor auch schon wart, um 6 Uhr morgens an Neujahr auf der Treppe am Bahnhof, neben einander sitzend- als Freunde.

Aber wenn du wolltest wärst du ja schon längst über deinen Schatten gesprungen. Das einzige was dich hindert ist dein verdammter Kopf. Was hast du denn zu verlieren…?

 

…und schon fängt es wieder an, das Nachdenken, das Abwägen, das „was-wäre-wenn“.

Schlimmsten Falls redet ihr niemals mehr ein Wort miteinander, weil es auf einmal so komisch zwischen euch geworden ist und das erste Mal, dass ihr euch wieder in die Augen schaut ist wahrscheinlich ein halbes Jahr später auf irgend einer Party, weil die andere Person dich im ersten Moment für jemand anderen hält.

Aber so schlimm muss es ja gar nicht kommen. Vielleicht tritt ja wirklich der unglaublichste Fall von allen ein und dein Gegenüber erwidert deine Gefühle.

Unglaubwürdig? Vielleicht. Aber nur, weil diese beiden Vorstellungen genau daraus entstehen, wenn du ihr gerade in die Augen schaust, in dieser einen Sekunde.

Also scheiß einfach mal drauf und sei

Spontan.

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Kommentare

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  • 3

    Dazu fällt mir einer meiner Lieblingssprüche ein: "Von allen Worten, sei es geschrieben oder gesagt, ist das Traurigste: Es wäre gewesen."

    11.02.2013, 10:50 von Sophie_Elpel
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  • 1

    sei abenteuerlustig, sei ein Fahrstuhlpilot.

    11.02.2013, 01:00 von SteveStitches
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