hinitus.kleinus 30.11.-0001, 00:00 Uhr 70 27

Kommunikation 2.0

Gefangen in dieser verdammten Zeitschleife ohne Ausgang. Mein Drang mit dir digital zu kommunizieren.

Die Kommunikation zwischen Mann und Frau im Web 2.0 ist eigentlich zum scheitern verurteilt. 
Du, als Mann, siehst eine virtuelle Kommunikation als Informationsaustausch an. Meistens kurz angebunden und ohne viel Tamtam.

Ich, ja ich als Frau, sehe eine virtuelle Kommunikation als ein Beweis dafür, dass du mich magst und wir damit eine gemeinsame Bindung aufrecht erhalten. 

Denn ich sehne mich oft nach dir und du, du hast kaum Zeit für mich und kannst mich nur zwischenzeitlich in deiner Arbeitswelt mit Textnachrichten dazwischen schieben. 

Wenn du bloß wüsstest, dass jede Nachricht von dir Gold wert ist und ich danach ringe, als wäre es ein Wassertropfen in der heißesten Wüste. 

Natürlich müsste ich wissen, dass das reale Leben sich Offline abspielt, aber du, du gibst mir das zwanghafte Gefühl Online glücklicher zu sein. 

Denn es ist wie eine Sucht, eine Sucht die Bindung zwischen uns aufrecht zu erhalten. 

Manchmal, ja manchmal da macht es mich Wahnsinnig, wenn du nicht auf meine Fragen antwortest, meine Nachrichten liest und nichts mehr zurück kommt. 

Auch die vergangenen Nachrichten gehe ich durch, wenn du mir nichts zurück sendest. Gehe jeden einzelnen Fetzen durch, als würde ich auf Fehlersuche gehen und auf eines stoßen. Nur damit ich mir erklären kann, wo es in unserer Kommunikation gerade gescheitert ist. 

Denn dann wiege ich ab, plane meinen Tag wann ich dir als nächstes schreiben soll, damit es sich nicht anfühlt als hätte ich nur dich im Kopf. 

Ich lege mir Texte zurecht, wiege meine Emotionen in jedem verdammten smiley ab, nur um nach deiner Aufmerksamkeit zu ringen. 

Dann, ja dann, wenn du mir antwortest, dann fange ich an Dinge hinein zu interpretieren, die wahrscheinlich gar nicht vorhanden sind.

Denn das verdammte kommunizieren im Web 2.0 verführt mich dazu! 

Während du, ja du, wahrscheinlich keine Zeit für diesen Schwachsinn verschwendest. 




Tags: web2.0
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70 Antworten

Kommentare

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    Kann ich gut nachvollziehen, aber ich glaube, dass das eh ein riesen Unterschied ist wie Männlich und Weiblich online kommunizieren und wir Mädchen in alles so viel mehr interpretieren als wahrscheinlich gemeint ist.

    18.02.2016, 18:53 von heartofreeny
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  • 1

    Kenn ich nur zu gut! -.- 

    18.02.2016, 02:23 von rockmycurvesbaby
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    Es ist besser die Energie dafür aufzuwenden bei dir selbst zu sein, als die Energie dafür zu verschwenden Erwartungen zu nähren, die der andere wohl ohnehin nicht erfüllen kann oder will.

    08.02.2016, 12:01 von annelieb
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    Man interpretiert wirklich viel zu viel hinein. 


    Man schätzt das reale Leben nicht mehr, denn man lebt im Chat.

    08.02.2016, 01:14 von EleniJackson
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    Web 2.0 war doch vorgestern.

    04.02.2016, 10:51 von Hattori-Hanzo
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  • 1

    Ein Live Treffen im Real Life sagt tausend mal mehr als jede elektronische Message!

    27.01.2016, 14:51 von Larmue
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    Da bin ich viel zu alt für solche "Gedankenspiele". Auch wenn ich mit zunehmendem Alter die Kunst der Kommunikation langsam mehr und mehr erkenne, bezweifele ich irgendwelche besondere, "außergewöhnliche" Möglichkeiten im "Web 2.0" oder gar im Internet, besonders nicht zwischen Mann und Frau. 

    Kommunikation ist zwar eine besondere Kunst und Fähigkeit sich verständlich mitzuteilen, auszutauschen; ob digital oder analog. Trotzdem "verführt" mich die digitale Welt nicht zu "mehr Gefühlsäußerungen", noch erleichtert sie es für mich.

    Ich sehe allerdings die ungehemmten Hasstiraden und blanke Beleidigungen gegenüber Fremde, dem Anderssein im sogenanntem "Informationsnetz". Aber diese unverhohlenen dummen Verbal-Terroristen unterscheiden sich nicht wirklich zwischen "Männlein" oder "Weiblein". Diese Menschen erkennen meines Erachtens nicht ihren eigenen Frust mit ihrem Leben. Sie können nicht mehr lieben. - Wirklich verstehen tue ich diese neuen Erscheinungsformen im virtuellen Netz nicht. Muss ich auch nicht, auch wenn ich mit Sorge diese Entwicklungen beobachte. Die einfachen "User" lechzen vielmehr nach "Like"- Klicks und bewerten selbst einen "Poste" mehr nach Quantität der Klicks, statt nach der Qualität des "Postes". Hirn und eigenständiges Nachdenken wird leider oft, meistens ausgeschaltet. ;-) 

    25.01.2016, 19:45 von andrew
    • 0

      Wirklich verstehen tue ich diese neuen Erscheinungsformen im virtuellen Netz nicht.
      Ist doch auch nur eine andere Spielart von "Was der Bauer nich kennt, dass schlägt er tot". Dann haste die tatsächlichen Trolle, die offenbar irgendwelchen eigenen Druck anderen Leuten ins Gesicht blasen...und dann haste die Satisfaktionisten, die einen vermeintlichen Angriff auf ihre Person als Rechtfertigungsgründ jedweder eigener Reaktion nehmen.

      Hatespeech und das Unterstellen davon ist ja an sich kein besonders neues Phänomen. Natürlich - mit den Möglichkeiten digitaler Kommunikation geht´s schneller und erreicht mehr Leute.
      Aber letztlich bleibt´s halt vA ein Zeichen von Charakter- und mMn vA von erheblichen (Streit/Kommunikations)Kulturdefiziten.

      26.01.2016, 11:43 von PixelAspect
    • 1

      »"Was der Bauer nich kennt, dass schlägt er tot".«

      Ist hier ja schon mit mehreren Usern, die ich noch immer vermisse, gelungen.
      Und nein, ich meine nicht Cordula...

      26.01.2016, 12:47 von sailor
    • 0

      Ich finde schon, dass diese offenen, massiven Hasstiraden und verbalen Wutausbrüchen, sowie die beleidigenden, frechen und dümmlichen Angriffe sehr wohl "neu", und erschreckend zunehmend, ist. Die Streitkultur wandelt sich in die negative Richtung und hat mit Intelligenz und konstruktive Auseinandersetzung mit bestimmten Sachverhalten leider immer weniger zu tun. - Aber, wie geschrieben, werde ich nur alt und schreibe schon wie unsere Väter und Großväter. :-) 

      26.01.2016, 19:20 von andrew
    • 5

      Findste?
      Keine Ahnung...ich hab mit Netzkommunikation zu Zeiten von BBS angefangen...und so richtig "Internet" wie jetzt irgendwann n Tacken später mit AOL. Jedenfalls hat das Internet noch Geräusche gemacht. Und da war das auch schon so und war, finde ich, teils noch deutlich krasser.

      Nimmt man mal zB NEON, dann ist das hier weitestgehend 'n wattebauschwerfender Kleinkindergarten im Vergleich zu dem, was man auf ollen Newsgroupsseiten oder Mailinglisten erleben konnte. Viel persönlicher, viel wilder.

      Heute ist ja im Wesentlichen oberflächliches Angemeier auf eher niederem Niveau. Und die Schmerzgrenzen liegen noch niedriger.
      In Sachen Streitkultur stimme ich, was Wunder, zu...wobei ich es zB als Bestandteil einer gesunden Streitkultur sehe, sich auch mal gepflegt einschenken zu können.

      Heute is ja schon normal, dass man gesperrt wird, wenn man sowas wie "Ach, halts Maul" sagt.

      Barbaren.

      27.01.2016, 03:24 von PixelAspect
    • 0

      Bin von der Meinung her voll bei Dir, Pixel.

      Die heftigen Newsgroup/mailinglisten haben auch den Vorteil, bei aller Härte: Das sie scheiß ehrlich sind, was man ja von dem hier nur noch sehr begrenzt sagen kann - Ich bin z.B. gerade erst Montag wegen nem pillepalle Kommentar gesperrt worden, etwas das mir hier auch früher so gut wie nie passiert ist, auch nicht für wirklich böse und bissige Kommentare.

      @Andrew

      Diese Menschen erkennen meines Erachtens nicht ihren eigenen Frust mit ihrem Leben. Sie können nicht mehr lieben

      Najan, dass hast Du etwas zu hoch aufgehangen vom Thema, Liebe hat damit (und vielen anderem) nichts zu tun

      27.01.2016, 10:08 von chiral
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