Gedanken.art 30.11.-0001, 00:00 Uhr 8 26

Kilometerstand

Jetzt wohnst du 1375 km weit weg. Ich gehe mehr aus, schlafe aus und ein, wann ich will. Aber die Einsamkeit steht wieder öfter vor meiner Tür.

Das letzte Jahr unserer Beziehung haben wir ca. 54m auseinander gewohnt. Glückstreffer. Es ist einfach. Unbeschwert. Jeden Tag du hier. Oder ich bei dir. Jeden Tag gibt es eins: Uns. Wie zusammen wohnen nur mit einem besonders langen Flur. Gemeinsames Leben. Jeden Tag das selbe. Wir werden mir zu viel. Wenn wir uns so oft sehen, dann kann ich mich nicht mehr richtig auf dich freuen. Alltag und Trott. Jeden Tag das selbe. 

Jetzt wohnst du 1375 km weit weg. Ich bin wieder eigenständig. Wie früher. Gehe mehr aus, schlafe aus und ein, wann ich will. Habe so viel Zeit für mich allein. Arbeite wieder mehr. Bin kreativer. Lebe frei und freue mich, wenn wir uns irgendwann wieder sehen. Freue mich auf die Vorfreude. Irgendwann ist ganz schön weit weg. Es ist schwer. Die Einsamkeit steht wieder öfter vor meiner Tür und dein Platz im Bett ist jeden Morgen leer. Jeden Tag aufs Neue. Hoffen, dass wir halten. Sehnsucht und Vermissen. Jeden Tag das selbe.

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Kommentare

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  • 2

    als wären einsamkeit und leere erstrebenswert.
    es sei denn man wählt die fernstenliebe.
    statt der nächstenliebe.

    irgendwie Nietzsche

    25.09.2015, 15:08 von Xspellbound
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  • 3

    Wenn du diesen Menschen so sehr vermisst, solltest du ihm nahe genug sein, um mit ihm kreativer sein zu können, ein und Aus gehen wie du magst, auch wenn er noch da ist. Dein 'freies Leben' sollte nicht erst anfangen wenn er weg ist.


    Ganz nebenbei : ich mag die Art wie du schreibst! Und sich Reime einschleichen, so macht das Lesen viel mehr Spaß :) lg

    08.09.2015, 08:00 von billysGeschichten
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  • 4

    Kilometerstand ist ein toller Titel der muss ja nicht immer auf die räumliche Entfernung bezogen werden. Ich fühle Kilometer für Kilometer fast mit, manchmal ist man eben am weitesten voneinander entfernt, wenn man sich direkt gegenübersteht und es irgendwie nichst mehr zu sagen gibt.

    05.09.2015, 15:01 von Laura_Sophie
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  • 1

    An die Protagonistin & "jeden Tag das Selbe": wenn du willst, dass sich was verändert, verändre was. Ist nicht von mir.
    Und: "Zu erkennen, was man hat, ist Kunst" (Kettcar)

    04.09.2015, 21:15 von LifeInANick
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  • 1

    möglicherweise gibts da jemanden, der nur 53 Meter weiter weg wohnt...

    02.09.2015, 20:24 von marco_frohberger
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    • 2

      Es geht ja nicht immer primär um's recht machen. Ich wollte eigentlich nur darstellen, wie es in der einen Situationen sein kann und wie es ist, wenn plötzlich das Gegenteil der Fall ist. Es gibt ja bekanntlich immer vor und Nachteile... :)

      28.08.2015, 21:34 von Gedanken.art

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