Keine Liebesgeschichte
"Und wenn du mich küsst, schreibt Noel wieder Songs für Liam..."
Es ist Nacht, kurz nach Mitternacht und wir sind leicht berauscht vom Wein aus dem Discounter, die Luft riecht nach Zigaretten, Teer und Versprechen, auf dem Weg in die Innenstadt passieren wir immer wieder Schlägereien und Menschen die entweder betrunken in die nächste Bar taumeln oder versuchen, den Heimweg zu erraten. Und dann stehst da auf einmal Du, und ich kenne dich nicht und du kennst mich nicht, und die Nacht atmet dich ein.
Die Nacht atmet dich ein, als du mich anlächelst und im ersten Moment bist du Magie. Nach ein paar gekippten Shots befinden wir uns in einer Discothek, in der wir es noch nie geschafft haben, länger als drei Lieder durchzutanzen, weil irgendjemand irgendwann immer da ist, der uns aufhält. Wie du sprichst und mich ansiehst, wird mir schwummrig und ich vermute, dass das nicht nur an dem Wodkaglas liegt, das vor mir steht. Du beschwipst mich, und als ich es laut ausspreche, nicht zu dir, aber zu meiner Freundin, da halte ich einen Moment inne und staune. Zweieinhalb Jahre hat es gedauert. Zweieinhalb Jahre, in denen mein Herz sich konsequent weigerte, zu empfinden und dann stehst du auf einmal vor mir, mit deinem verrücken Shirt in dieser warmen Sommernacht in Freiburg und berührst mich noch bevor du sprichst?
Die Nacht atmet uns ein, als wir auf der Tanzfläche sind und du mir zeigst, wie man richtig shuffelt weil man das als Frau durchaus können sollte, findest zwar nicht du, aber ich und ich tanze barfuß, schon die ganze Nacht, weil ich in dieser Nacht keine Schuhe an meinen Füßen mag, und ich fühl mich wie ein Sommermädchen in meinem Kleid, und dann hältst du mich auf einmal fest, und Sekunden später küssen wir uns.
Und die Nacht lässt uns zirkuliern, als wir stundenlang in dieser dunklen Nische sitzen und ich denke, was mache ich bloß, hier saß ich doch schon einmal, mit jemand anders, und jetzt begehe ich den gleichen Fehler erneut. Und im gleichen Moment denke ich, ich sollte es einfach genießen, weil ich das Gefühl habe, dass du anders bist. Zwischen uns besteht eine wortlose Kommunkation und dennoch erzählst du mir viel von dir, und doch bei weitem nicht genug um mein Interesse zu stillen. Und wenn du mich ansiehst, mit deinem meeresgrünblauen Augenaufschlag und mich küsst, vergesse ich dass ich mich in einem Club befinde, keine Schuhe anhabe und die Musik mir Ohrenkrebs verursacht. Wir können lachen, über uns und über diesen Zufall. Und als wir nach Hause laufen, erzählt mir mein Bauch, dass er dich mag. Afterhour bei meiner Freundin und Titanik als Trinkspiel, das klingt zuerst nach einem Plan , der nur gut ausgehen kann und am Ende sitzen wir doch alleine auf dem Balkon und reden und küssen uns, die ganze Nacht hindurch. Deine verschwitzten Haare und dein durchdringender Blick halten mich fest. Und ich wünschte mir, die Nacht würde ewig den Atem anhalten, aber im Morgengrauen sagst du mir, dass du gehen musst.
und schließlich bist du fort,
und schließlich warst du nur flüchtig.







Kommentare
wirklich sehr sehr schön beschrieben und geschrieben. aber was ich mich frage: war es das mit euch ? habt ihr euch nie wieder gesehen?
10.09.2012, 19:13 von anna-mirlnein, haben wir nicht und werden wir auch nicht mehr.
11.09.2012, 19:38 von bunteschaoszucker
02.09.2012, 18:05 von Lina.Tanzend♥. :)
09.09.2012, 20:33 von bunteschaosWunderwunderwunderschön!
29.08.2012, 22:44 von beccayfulvielen vielen Dank.♥
30.08.2012, 21:08 von bunteschaosOh Gott. Da muss ich ja fast heulen... :(((
28.08.2012, 22:00 von goodbyeblueskyMusst du nicht. :) ♥
30.08.2012, 21:08 von bunteschaosEs ist aber sehr traurig geschrieben!
02.09.2012, 13:47 von goodbyeblueskyHabs auch sehr traurig-melancholisch erlebt.:>
09.09.2012, 20:34 von bunteschaosDas ist mir klar...
11.09.2012, 16:15 von goodbyebluesky