Feodor 30.11.-0001, 00:00 Uhr 20 15

Kalte Füße

Wärmflasche

Die Art, wie du neben mir versuchst Schritt zu halten, verrät deine Bemühungen, meinen Worten zu folgen. Es gab nie etwas, was ich dir erzählen konnte, du hast alles erlebt. Nun sehe ich deine Verlegenheit und mit ihr die Zeit, die nicht mehr deine ist, warst du doch immer jung und ihr voraus, kanntest ihre Sprache, warst Übersetzer für alle, wusstest, wann du sie intensiver erleben musstest, wem sie zu schenken, wie sie aus - und sogar, wie sie anzuhalten war.

Während wir uns unterhalten, du stolzierend, ich im Spaziergang, beobachte ich deine Vergänglichkeit in all deinem Erscheinen. Meine Brust bebt beim Einatmen und ein Seufzer soll Ventil für die Schwere in mir sein. Vergebens.

Wem gilt die Traurigkeit? Deine Schwäche ist meine. Du zeigst mir, was für mich zu früh ist. Es ist nicht deine Schuld. Auch das Mitleid nicht, das ich für dich nicht verspüren möchte. So ist es meine Einfalt, dir Menschlichkeit abzuerkennen.

Die Not steht in der Luft geschrieben, macht das Theater unmöglich. Als wir uns setzen, siehst du mir in die Augen. Die Tränen, die dabei endlich, endlich, endlich über deine Wange rollen, das darauffolgende Schluchzen und das bitterliche und laute Weinen sind wohl das Sinnvollste, was seit langem zwischen uns geschehen ist. Ich kann dich in den Arm nehmen.

Und die Zeit ist wieder deine.

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20 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Jemand, der so geschwollen eine Situation beschreibt, hat sie in Wirklichkeit nicht erlebt.


    Vielleicht war das auch gar nicht die Absicht, etwas Authentisches zu formulieren ??


    12.08.2016, 15:06 von Dr_Lapsus
    • 0

      Fragemente davon und Gefühle, die den Text hervorgebracht, stimmen, aber was spielt es in diesem Fall für eine Rolle?

      13.08.2016, 12:52 von Feodor
    • 0

      *haben

      13.08.2016, 12:55 von Feodor
    • 0

      danke fuer deine Ehrlichkeit und Antwort.


      Well. fuer mich ist es gut, zu wissen, ob es sich um Phantasie  oder Praxis handelt.  

      Ein "aufgeregter" , ergriffener oder enttaeuschter  "Lover" schreibt nicht so abgeklaert.  Der ueberschuettet uns mit seinen Gefuehlen. 

      Dein Aufsatz ist sehr kuenstlich. und abgeklaert.  Macht es fuer mich schwer, die tatsaechliche Situation nachzuempfinden.  Wenn de vaschtehst ?? :-)

      13.08.2016, 14:23 von Dr_Lapsus
    • 1

      Es ist ja auch konstruiert und war nie meine Absicht, die Realität abzubilden. Aber falls dich der Teil an Autobiografie interessiert: Es geht weder um eine romantische Liebe, noch wollte ich einen Lover darstellen, viel mehr einfach eine Stimmung und/ oder ein Gefühl.

      13.08.2016, 14:42 von Feodor
    • 0

      So nimmt es jeder anders auf. Voll ok.

      13.08.2016, 14:43 von Feodor
    • 1

      Ein "aufgeregter" , ergriffener oder enttaeuschter  "Lover" schreibt nicht so abgeklaert.  Der ueberschuettet uns mit seinen Gefuehlen.

      Du kennst die Menschen! ^^

      13.08.2016, 17:51 von HerrJemine
    • 0

      dich noch nicht, Jessemaria :-)

      13.08.2016, 20:26 von Dr_Lapsus
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  • 2

    Gott, wie traurich.

    11.08.2016, 23:53 von HerrJemine
    • 0

      Dann is gut.

      12.08.2016, 09:15 von Feodor
    • 0

      Ich bin mir nich sicher, ob ich den Text wirklich verstanden habe. Aber ich habe eine Vorstellung (und die schließt eine reale Begebenheit keineswegs aus), und letztlich kommt's ja darauf an, was es beim Leser auslöst... *

      Bei mir war's Resignation, eine Bestätigung einer pessimistischen, von Erfahrungen geprägten Erwartung, die besagt: Der andere Mensch kann noch so toll sein und mich noch so sehr wollen oder bereits lieben, bei mir ist irgendein Fehler, der es nicht zulassen kann. 

      Im Großen und Ganzen lösen das alle Deine Texte bei mir aus, ohne dass ich jetzt explizit noch mal nachgeschaut hätte.

      * Es sei denn, es soll eine Art Tagebucheintrag sein, bei dem Du Dir irgendeine Form von Beistand und Verständnis wünschst.


      13.08.2016, 17:49 von HerrJemine
    • 0

      Was lösen sie bei dir aus? Meinst das Gefühl der Resignation?

      Nein, es geht nicht um Beistand. : )

      14.08.2016, 21:10 von Feodor
    • 0

      jup.  

      14.08.2016, 21:11 von HerrJemine
    • 0

      Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich Texte interpretiert werden. Ich habe ihn jetzt gerade noch mal vor dem Hintergund einer Paarbeziehung gelesen. Geht auch, war aber nicht der Auslöser für's Schreiben.

      14.08.2016, 21:33 von Feodor
    • 0

      Ob nun Paarbeziehung oder sonstige Liebe (Mama, Papa), kommt ja auf's gleiche raus.

      14.08.2016, 21:57 von HerrJemine
    • 0

      Okay, bei deinem Beispiel für Resignation, kam es mir vor, als meintest du eine Liebesbeziehung. Und da sehe ich schon noch mal einen Unterschied. Es ist was anderes, ob man den neuen Menschen im Leben nicht an sich heranlassen kann oder die eigenen Eltern, dessen Zuneigung ja meist bedigungslos ist.

      14.08.2016, 22:11 von Feodor
    • 0

      ist das so?

      14.08.2016, 22:31 von HerrJemine
    • 0

      Setzt du die Beziehung zu deinen Eltern gleich zu einer Liebesbeziehung?

      14.08.2016, 23:06 von Feodor
    • 0

      Das war auf

      Eltern, dessen Zuneigung ja meist bedigungslos ist

      bezogen.

      Grundsätzlich sehe ich alle Liebesbeziehungen irgendwie ähnlich.
      Zu den Eltern ist sie dadurch problematisch, dass man sie sich nicht aussuchen kann. Zu einem Lebenspartner dadurch, dass man ihn sich aussuchen kann.

      14.08.2016, 23:13 von HerrJemine
    • 0

      Deswegen sagte ich ja "meist", aber vielleicht ist das schon zu viel. Kann sein.

      14.08.2016, 23:29 von Feodor
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