Kiyan 27.02.2009, 09:42 Uhr 16 16

„Ist doch nur Liebe“

Hast du gesagt. Und dabei den frischen Parmesan auf meine dampfende Pasta gestreut.

Es gibt viele dieser Situationen mit uns. Zwischen uns. Situationen, die irgendwie so zuhause sind, so du, ich. So wir.

Dann möchte ich gar nichts sagen, dann möchte ich dich einfach nur still genießen. Deinen Anblick, dein Sein. Dich riechen, dich fühlen und dich dabei beobachten, wie du zum x-ten Mal mit dem Kopf in unserem Backofen steckst und herauszufinden versuchst, weshalb die Lampe von dem alten Ding seit Jahren erst dann funktioniert, wenn irgendwas zum Garen um die 200 Grad braucht. Und wie du dabei fluchst. Um mir dann mit einem triumphierenden Grinsen das gelungene Ergebnis deiner Backofen-Kochkünste auf meinen Teller zu geben. Ohne Lampe, aber mit einem Leuchten in deinen Augen, das nicht in Graden zu messen ist.

Unglaublich, wie du mich dabei anschaust.

Unglaublich, wie es bei solchen Ritualen gar nicht ums Essen geht. Aber um das Leuchten, in deinen Augen. Für mich. Schon so viele Jahre. Und um das Erwidern. In meinen Augen. Für dich. Und es ist eigentlich egal, was du tust. Ich könnte dich am Liebsten den ganzen Tag beobachten, still und wortlos. Dir zusehen, mit welcher Leidenschaft du deine Schuhe putzt und wie dabei dein ganzer Körper mitwackelt und deine Zungenspitze keck aus dem Mundwinkel lugt. Herrlich. Oder wie du mich mit leichtem Erstaunen fragst „Was ist?“, wenn ich dich angrinse – und ich „Nichts“ sage, und eigentlich gar nicht aufhören könnte, dir so vieles zu sagen. Hätte nie gedacht, dass mir mal ein Mensch wie du begegnen könnte. Ich mit meinen desillusionierten Gefühlen für Liebe, an die ich gar nicht mehr glauben konnte – und die mich vor langer Zeit so verletzt und in einen Turm namens Einsamkeit verbannt hat . Diese Liebe, mit der so oft leichtfertig umgegangen wird.

Du nicht. Du bist nicht leichtfertig damit umgegangen. Hast mich zart und vorsichtig gelehrt, wie es ist, wieder lieben zu können, vielleicht das erste Mal wirklich und ohne ängstliche Vorbehalte zu lieben, ohne Misstrauen glauben zu können, geliebt zu werden. So wie ich bin, und nicht anders sein kann. Wir haben es dankbar genommen, dieses zarte Etwas, dieses Gefühl, was Liebe sein könnte. Haben es zwischen uns wachsen lassen, es behütet und geschützt, mit Vertrauen und Verständnis füreinander bereichert, Stück für Stück und Jahr um Jahr. Groß geworden ist sie, diese Liebe zwischen uns, für uns. Beständig, und die Basis unseres gemeinsamen Seins, und immer wieder mit diesem Leuchten in deinen Augen, in meinen, in unseren.

Ja, ich mag’s, dich zu beobachten. Egal, ob du dich gerade über etwas ärgerst und sich deine so hübsch geschwungen Augenbrauen zusammenziehen und dabei fast noch hübscher aussehen, oder ob wir uns ne alte Liebes-Schmonzette anschauen, und dir ein paar Tränchen die Wangen runter laufen, weil du so ein großer, intensiver Herzensmensch bist, so gütig und so offen, fast noch so unbedarft wie ein unschuldiges Kind, das die dunklen Seiten des Lebens noch nicht kennt. Aber wir haben sie beide kennen lernen müssen, diese dunklen Seiten, jeder für sich auf seinem Weg zu uns, und zusammen auf dem gemeinsamen Weg, den wir schon so viele Jahre zusammen gehen. Meine Angst um dich, als du so schwer krank warst und mir für immer zu entgleiten drohtest - und es doch geschafft hast, dem Tod zu entkommen. Deine Angst um mich, als ich für lange Zeit glaubte, an meinen Selbstzweifeln zu ersticken und nicht mehr ein noch aus wusste und in dieses tiefe, schwarze Loch gefallen bin – und du immer für mich da warst, mir mit diesem Leuchten in deinen Augen, mit Bedacht und unendlicher Geduld geholfen hast, da wieder rauszukommen.

Endlos, endlos könnte ich von dir erzählen. Von dir, wie du bist und wie niemals ein Anderer sein kann. Wie stolz ich auf dich bin, wie sehr ich dich brauche.

Wie sehr ich dich liebe.

„Ist doch nur Liebe“, hast du gesagt, und mir dabei den frischen Parmesan auf die dampfende Pasta gestreut. „Es ist viel mehr, als das“, habe ich gesagt.

„Es ist alles, was wir brauchen.“

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16 Antworten

Kommentare

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    Mir hat's auch Tränen in die Augen getrieben. Sehr schön.

    07.06.2009, 00:58 von girlcalledm
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    wow

    07.06.2009, 00:23 von moni1984
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    Endlos könntest du erzählen, endlos würde ich lesen.
    gruß aus dus

    03.06.2009, 13:33 von tie.he
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    Nenn mich "Milkana"
    Ich schmelze dahin...
    *seufz*

    03.06.2009, 11:16 von Tilan
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    Schöööööön!

    01.06.2009, 11:28 von Knusperschrippe
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    Hach wie schön... ich kenn das.. und es ist so toll. :)

    27.05.2009, 20:49 von Innocencely18
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    na toll. jetzt weine ich wieder. und wieder und wieder und wieder.

    Aber schön ist er.

    24.03.2009, 17:26 von Jules86
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    (: schön. gut. und wahr.

    02.03.2009, 11:57 von ciao.bella
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    so schön!!!!!!!

    02.03.2009, 09:00 von denktonne
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