JuniKuss 30.11.-0001, 00:00 Uhr 6 0

Irgendwann werde ich sicher kotzen

...ein schlechter Text über die eine komische Angst...

Ich war ziemlich lange damit beschäftig nicht den blassesten Schimmer zu haben. Permanent stand ich mit beiden Beinen fest auf dem Schlauch, der mich mit Erkenntnissen versorgen sollte, die mich selbst betrafen.

Innere Unruhe und die Fähigkeit nichts fertig zu bekommen zogen sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Dazu noch Selbstzweifel en masse. Ich bin nix, ich kann nix und ich seh noch nicht mal nach was aus. Dass das so nicht stimmt sickert nur langsam wirklich in den Teil meines Seins, der mich und meine Handlungen bestimmt. Von der besten Freundin mit der Begründung, dass man nicht cool genug wäre verlassen werden und plötzlich unheilbar krank sein machen es da nicht grad leichter sich liebenswert zu finden.

Nach meiner ersten großen Liebe folgte der Reinfall des Jahrhunderts. Ich hätte mich auf mein Bauchgefühl verlassen sollen, denn viel mehr als "ganz nett" fand ich den Typen zu Anfang nicht. Er war halt da. Irgendwann hab ich mich dann doch irgendwie verliebt oder so. Mittlerweile würde ich das eher Abhängigkeit nennen, von der er wusste und die er ausgenutzt hat. Was für ein Held. Ich war dann eine ganze lange Weile damit beschäftig zu trauern und Ausreden zu finden, wieso Menschen so sind. Schwere Kindheit und so. Wurde auch mal verletzt, der Arme. Blablabla. Dann saß ich in einer Klinik und lernte zu hassen. Auch nicht das Optimum, aber schon mal ein kleiner Fortschritt. Und so hasste ich vor mich hin. Hasste hier, lästerte da und sah dann und wann einfach nur großartig aus um ihm zu zeigen, was er verpasste.

Ich hab dann irgendwann tatsächlich von allein begriffen, dass das nichts bringt und das mich das nur behindert. Ich hasste nicht nur ihn sondern vor allem mich. Für meine grenzenlose Dummheit und Naivität. Das musste aufhören. Der Typ sollte aus meinem Kopf verschwinden. Das tat er lange nicht. Ich versuchte hier und da mich neu zu verlieben, aber es klappte einfach nicht. Schnell ergriff ich immer wieder die Flucht.

Ich hatte tatsächlich den einen oder anderen Freund. Wenn man das bei wenigen Tagen so nennen mag. In der Pubertät aber schon ne große Sache. Und immer war ich diejenige, die Schluss machte, bevor es ernst wurde. Bei meiner ersten richtig großen Liebe hab ich es ohne nachzudenken gewagt. Ich war mir sicher, dass er ein Mensch sein würde, der für immer bleibt und das ist tatsächlich so. Wir sind nicht mehr zusammen, aber wir gehören trotzdem zusammen. Beste Freunde.

Plötzlich war da aber jemand. Da war nach langer Zeit wieder son Peng! wie bei meiner ersten großen Liebe und ich dachte nur "Oh nein!" Rumschwärmen würde ich. Mehr nicht. Das gäbe hundertpro eh ne Abfuhr. Besser wär's auch. Bringt doch eh nix.

Viele trauen sich ja nicht Menschen anzusprechen, die sie interessant finden, weil sie Angst vor einer Abfuhr haben. Aber schon mein Uropa sagte, dass man ein Nein längst in der Tasche hat. Viel schlimmer kann es kaum werden. Das stimmt.

Ich hab aber eine ganz andere Angst.

Was ist, wenn es klappt? Was, wenn da ein Ja kommt? Und was, wenn es dann wirklich ernst werden sollte? Und vor allem: Was, wenn ich dann verlassen werde, weil ich wieder nicht genüge? Zu klein, zu unsportlich, zu doof, komischer Humor, nicht cool genug... Was dann? Und da hängt es dann. Eine meiner größten Fähigkeiten ist tatsächlich das zerdenken von Sachen. Endlose was-wäre-wenn-Szenarien, die das System zum Absturz bringen und letzten Endes dafür sorgen, dass ich es einfach sein lasse.

Dummerweise hören diese blöden was-wäre-wenn-Szenarien dadurch aber nicht auf. Das Gedankenkarussell dreht sich einfach weiter. Immer weiter. Bis der nächste kommt. Da wechsel ich dann einfach das Karussell. Sind meist Kettenkarussells, die mich irgendwann sicherlich zum Kotzen bringen.

Aber selbst kotzen ist besser als das Gefühl verlassen zu werden...


Tags: Gedankenkarussell, Angst, Hass, schlechter Text, kotzen, Gefühl, verlassen
6 Antworten

Kommentare

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  • 1

    "Da wechsel ich dann einfach das Karussell. Sind meist Kettenkarussells,.." Genau mein Geschmack an Humor 

    10.07.2015, 18:45 von lilalessa
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  • 1

    Verlassen werden ist auch nicht schlimm...

    Freunde kommen und gehen – Feinde sammeln sich an.

    07.07.2015, 12:41 von sailor
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  • 1

    ... Wow

    Beim Zerdenken dreht
    sich das Karussell immer
    schneller ...
    kein gutes Gefühl.

    Einfach abspringen.
    Oder Notbremse!
    »Unter die
    Leut gehen«

    und sich
    öffnen ...

    07.07.2015, 12:08 von Alexander13
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  • 2

    So schlecht finde ich den Text gar nicht. Und Rico hat recht :)

    07.07.2015, 01:59 von Cyro
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 2

    Auch wenn´s platt klingt, besser raus als rein.

    06.07.2015, 23:34 von nuescht
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