unzerbrechlich 04.08.2011, 10:53 Uhr 1 0

Irgendwann geht dir die Puste aus.

Das mit uns wird nicht funktionieren. Es hat ja auch die letzten drei Jahre nicht funktioniert. Es ist besser so, sagst du. Besser als was, frage ich.

Das mit uns geht nun schon gute drei Jahre. Aus einer anfänglich belanglosen Liebelei wurde nie wirklich mehr, aber auch nie weniger. Nicht, dass wir es nicht versucht hätten, doch die große Liebe war es nie.
Du hast mich betrogen, ich dich verlassen und doch haben wir immer wieder zurück zueinander gefunden. Ich mit meiner Inkonsequenz und du mit deiner Hartnäckigkeit, wir beide mit unserem Masochismus.

Man kann nicht verlieren was man nie wirklich hatte, denk ich mir so oft. Aber du hinterlässt jedes Mal eine Lücke, wenn du gehst. Und du gehst ganz schön oft. Ich weiß, und ich kann die Uhr danach stellen, du kommst wieder. Was ich noch weiß ist, dass ich warte bis du zurückkommst, mich vielleicht hier und da mal ablenke, aber doch immer nur auf dich warte. Du willst mich, sagst du. Aber nie lange genug um ernst zu machen. Ich brauche Zeit, bin was Beziehungen angeht ein gebranntes Kind, vorsichtig und zögernd. Ich brauche Zeit, um mich überhaupt wieder fest an jemanden zu binden. So richtig, mit allem drum und dran. Das ist aber das, was du willst, sagst du. Eine richtige Beziehung. Und was machst du? Statt mir Zeit zu geben, läufst wieder einmal weg. Zu schnell und zu plötzlich um dir hinterherzulaufen. Aber vielleicht bin ich auch mittlerweile einfach zu müde dazu.

Manchmal denke ich, du willst mich nur, wenn du mich nicht haben kannst. Wenn du mich willst, dann sofort, sonst lieber erst in ein paar Monaten wieder. Du hattest mich und hast mich betrogen. Du hattest mich und bist abgehauen. Du hattest mich, hast dich für eine Andere entschieden und wolltest mich dann zurück, als du merktest, dass sie mich nicht ersetzen kann.

Es geht schon lange nicht mehr um mich oder uns, sondern nur um dich. Was du willst. Mittlerweile glaube ich, dass dich einzig und allein die Jagd reizt. Nicht die Beute.

Das mit uns wird nicht funktionieren. Es hat ja auch die letzten drei Jahre nicht funktioniert. Es ist besser so, sagst du. Besser als was, frage ich.

Während du wegläufst, oder vielleicht auch einfach erneut Anlauf nimmst, bestaune ich die Lücke, die du jedes mal hinterlässt, wenn du gehst. Manchmal denke ich, dass sie kleiner wird, während du weg bist. Einmal sogar, da war sie fast wieder geschlossen. Bis du zurück kamst, nur kurz, um sie dann größer als je zu vor wieder zu hinterlassen. Du rennst und rennst. Machst ab und an mal eine kurze Pause bei mir. Ich bin, wenn man so will, dein Rastplatz.

Ich warte auf dich. Bis du zurückkommst. Länger als drei Monate hast du es nie ohne mich ausgehalten. Bin ganz sicher, irgendwann geht dir wieder die Puste aus.

1 Antworten

Kommentare

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    Dem Typen würde ich den Marsch blasen.. ich glaube, das Thema ist vielen bekannt und du hast es gut dargestellt - kurze, nüchterne Sätze, ein paar Bilder, die nicht zu intensiv sind, aber passen.

    Alles in allem zwar nich innovativ, aber stimmig.

    04.08.2011, 13:22 von LaVieCurrieux
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