lana82 07.07.2014, 23:21 Uhr 0 2

In einer parallelen Welt

Ein wahrer Gentleman, hieltest mir beim rausgehen jede Tür auf. Vllt hätte ich schon damals merken sollen, dass du sie dir auch selbst offen hälst...

Ich vermisse dich.  Alles begann Ende Oktober. Wir lernten uns auf einer Party kennen und schauten uns, einige Bierchen später, in Mitten der Menge, auf dem Boden liegend, intensiv in die Augen. Du fragtest erst nach meinem Namen, dann nach meiner Nummer. Ich gab sie dir, ohne zu wissen, wie viel du für mich, in den kommenden Monaten, an Bedeutung gewinnen wirst. 

Wir sahen uns oft und lachten viel und wenn wir uns einmal nicht sehen konnten, schrieben wir einander. Du hattest mich und ich? Ich dachte, ich hätte dich. Du warst so unglaublich aufmerksam. Der erste Mann seit langem, der mir das Gefühl gegeben hat, etwas Besonderes zu sein. Du hörtest mir stundenlang zu und lachtest über meine dreckigen Witze. Meinen Ex bezeichnest du als ,,egoistisch’’ und konntest nicht verstehen, weswegen er mich wegen einer anderen verlassen hatte. Wir waren einfach auf einer Wellenlänge. Ständig ließt du dir etwas Neues einfallen um mich zu beeindrucken. Es gelang dir stets! 

Eines Abends sprachst du vom Universum, parallelen Welt und über die Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins, da es uns beide zusammen sicherlich genau in diesem Moment, noch einmal geben würde. Heute frag ich mich, ob sich diese zwei anderen genauso einfach verloren haben wie du und ich…ja, ich spreche von einer wahren Meisterleistung! 

Wir kamen uns näher und waren uns gleichzeitig immer noch so fern. Tage, Wochen, Monate vergingen und du? Immer noch an meiner Seite. Wie viel wir uns bedeuten, konnten wir einander nicht sagen. Ich hätte es dir gerne gesagt, aber dann hörte ich ständig von anderen Partys,einigen Bierchen, mit anderen Mädchen. Nicht von dir. Du gabst mir das Gefühl, die einzige in deinem Leben zu sein. Plötzlich konnte ich es dir nicht mehr sagen. Ich wartete ab. 

Doch dann sprachst du plötzlich über sie, deine neue Freundin. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich stellte dich zur Rede und konnte es dir dann doch noch sagen. Doch es war zu spät. Deinen Nebenbuhler, ein gemeinsamer Freund von uns beiden, nanntest du als Argument…die Freundschaft zu ihm sei dir viel zu wichtig…und außerdem habe ich doch die ganze Zeit über genau gewusst, wie du zu mir stehst. Ich hatte es nicht gewusst und ich weiß es bis heute nicht, denn letztlich hast du dich doch für sie entschieden...Gefühle lassen sich doch nicht einfach so abschalten. Und es ist so unglaublich komisch, nicht zu wissen, wo du steckst und ob es dir gut geht. Gelegentlich sehen wir uns zufällig und du drückst mich lang und fest. Dann sehe ich dich plötzlich wieder eng umschlungen mit irgendwelchen Mädchen tanzen. In dem Moment bin ich froh nicht anstelle deiner Freundin, zu Hause auf dich zu warten. Ab und zu meldest du dich bei mir, wünscht mir Glück oder gratulierst mir und obwohl ich weiß, dass es von Herzen kommt, bewahre ich Distanz. Es macht mir Angst, nach dieser langer Zeit, nichts von dir zu hören, aber noch schlimmer ist deine Nähe für mich…

In der Zwischenzeit lerne auch ich neue Männer kennen. Männer, die mich wirklich wollen und mit denen alles viel einfacher sein könnte, doch dann denke ich wieder an diesen einen Abend, als du vom Universum, parallelen Welten und der Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins sprachst und frage mich selbst, ob wir dort irgendwo uns vielleicht noch nicht aus den Augen verloren haben.… 

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