krypton_k 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 3

Im Stadion

Ich schaue jemand anderem beim laufen hinterher. Ich kann deine Liebe nicht nehmen. Und das tut mir leid.

Lieber J.,

was jetzt kommt sind Dinge, die ich Dir nicht sagen darf. Dinge, die ich nicht sagen darf, weil sie Dir nur weh tun. Nicht gleich, aber später. Wenn Du Dich fragst warum es trotz allem nicht geht. Wenn Du nach einem Hoch in ein Tief fällst. Du hast mal gesagt Du fällst auf einen Boden mit scharfen Steinkanten, ich kenne das. Ich weiß was du meinst.

Ich weiß, dass Du glücklich warst wenn wir etwas zusammen gemacht haben. Aber ich weiß auch wie verdammt oft es Dir richtig dreckig ging.

Ich war glücklich. Ich weiß nicht wie oft ich mir wünsche, dass ich einfach zu Dir kommen kann. Dass wir Freunde sind. Egal was war, Du warst immer für mich da. Du hattest immer Zeit. Oder besser, Du hast Dir immer Zeit genommen für mich. Immer. Und wenn ich bei Dir war hab ich alles andere vergessen, Du hast mich immer aufgeheitert. Und ich hab Dir so oft wehgetan.

Du hast geschrieben, dass es eine wunderschöne Zeit war. Das stimmt. Manchmal denke ich, wenn ich von irgendwem höre wie schlecht es Dir geht, dass das alles am besten nie hätte passieren sollen. Aber in Wahrheit stimmt das nicht. Ich bin froh, dass mir jemand so eine schöne Zeit geschenkt hat. Ich werde diese Zeit nie vergessen. Ich werde Dich nie vergessen. Ich denke an Dich, oft. Was ich dazu schreiben muss, da ich hier und jetzt ja mal ganz ehrlich bin. Ich denke nicht immer und einfach so an Dich. Ich denke an Dich wenn ich mich einsam fühle. Immer dann. Fast immer nur dann. Aber das ist oft. Ich denke an Dich wenn ich einsam bin. Dann wünsche ich mir, dass du mich in den Arm nimmst. So fest wie du es immer getan hast. So schön fest, dass man spürt dieser Mensch will mich nicht loslassen, er hält mich. Wenn ich Dich vermisse, dann denke ich daran wie du mir mit deinen Fingern durchs Gesicht streichst, wie du mich streichelst und mir durch die Haare fährst. Es war eine wunderschöne Zeit. Aber es geht nicht mehr, ich verletze Dich zu sehr, weil ich nicht nehmen kann was du mir geben willst. Weil ich deine Liebe nicht nehmen kann.

Du hast mal in einer schönen Metapher gesagt, dass du bei einem Wettkampf im Stadion vergeblich für mich rennst, weil ich in einem anderen Stadion sitze und jemandem beim rennen zu sehe der nicht für mich läuft. Und das stimmt. Ich schaue jemand anderem beim laufen hinterher. Ich kann deine Liebe nicht nehmen. Und das tut mir leid. Deine Metaphern, die oft so verrückt waren wie Du und ich, die hab ich immer sehr gemocht.

J., schau beim weiter rennen ab und zu mal auf. Vielleicht sitzt dann jemand anders bei Dir im Stadion und wartet darauf, dass Du ihn siehst.

Ich hab Dich lieb, trotz allem!

Deine K.

 

 

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