Im Laternenlicht.
Schade, dass du mir nie in die Augen sehen konntest.
Eben noch laufen wir durch die Straßen meines Viertels, im
Laternenlicht. Meine Absätze klackern
und hallen von den Häuserfassaden wieder. Ich schaue auf unseren Weg, auf die
Briefkästen und Vorgärten. Dich kann ich nicht ansehen. Weil dein Blick mich
nervös macht.
Weil du mir permanent Fragen stellst. Wer ich gerne wäre, wohin ich will. Ob
ich manchmal peinliche Musik höre und welche. Was ich gerne kaufen würde, wenn
ich alles Geld der Welt hätte. Wo mein Traumhaus steht und ob ich schon weiß,
welche Farbe die Tapete hat. Du fragst und fragst und ich glaube, du machst
das, weil du wissen willst, wer ich bin.
Und ich antworte.
Du nickst und dabei schaust du mich von der Seite an. Ich spüre das und schaue
nie zurück. Mein Blick klebt am Horizont und deiner an meinem Profil.
Heute habe ich wieder an dich denken müssen. Und daran, dass du damals alles
wissen wolltest. Aber letztendlich hast du nie herausgefunden, wer ich
eigentlich bin. Weil du nicht da warst, wenn ich etwas erlebt habe. Du hast nie
bei mir gesessen, wenn ich weinen musste. Nie hast du mich in Schlafanzug gesehen. Oder mein Gesicht nach
dem Aufwachen, wenn mir noch nicht eingefallen ist, wer ich heute gerne wäre.
Natürlich hast du nie verstanden, wer ich bin. Du warst nie da.
Ich habe dich nie angelogen, wenn ich geantwortet habe. Deine Fragen waren
ernst. Aber alle im Konjunktiv. Und was bringt dir das? Was bringen dir lauter
Wahrheiten, die nie Realität werden?
Schade, dass du mir nie in die Augen sehen konntest, weil ich immer weggeguckt
habe.
Weißt du noch, wie lange wir unterwegs waren? Welche Farbe die Luft hatte? Weißt du noch, wo wir lang gelaufen sind? Der graue Park, die Straße mit meinem
Stammlokal, meine Lieblingsbank.
Und die Sackgasse, in der wir irgendwann stehen bleiben mussten.
Ich weiß doch, dass du so etwas nicht vergisst. Du hast nie vergessen, was ich
in dieser Nacht alles gesagt habe. Ich glaube, jedes einzelne Wort hast du dir
später aufgeschrieben. Vielleicht nicht auf Papier aber irgendwo eben schon.
Schon seltsam, dass ich letztendlich trotzdem recht hatte. Weil du mich nicht kennst. Mich nie gekannt hast. Du kennst weder meine
Vergangenheit noch meine Gegenwart. Du kennst nicht mein ganzes Ich.
Nur den Teil von mir, der damals neben dir herlief, im Laternenlicht, durch die
Straßen meines Viertels.
Tags: Laufen, Fragen






Kommentare
den arrogantesten satz den ich je gelesen hab:
31.03.2013, 23:22 von Filousoph"aber letztendlich hast du nie herausgefunden wer ich eigentlich war"
ansonsten schließ ich mich dem kommenar eines users an, dass man sich fragen muss, wie so ein text auf die startseite kommen kann und dort festheften kann wie ein kaugummi unter einer schulbank....
es ist keine auseinandersetzung mit irgendetwas, mit irgendeiner person oder sonst etwas tiefsinnigen..gar mit gefühlen...es ist niedergeschriebene arroganz. denn auch wenn ich eher ganz, ganz andere bands höre, gibt es so nen song von DIDO, den ich bei meiner schwester gehört habe:No love without freedom, no freedom without love...und das musst du noch lernen...u.a.
Sehr schön geschrieben.
Huch.
18.03.2013, 21:57 von cakisoundsoNetter Text, eine einfache Szene die wohl jeder verstehen kann. Angenehm kurzweilig. Die offenen Gedanken machen symphatisch.
10.03.2013, 00:42 von SirMCPedta"Mir fehlen Spannung und Tiefgang" - Kritiken wirken im Moment auf mich und auf das Thema und die Größe des Textes etwas sinnfrei.
Dein Laufkumpel hat dich deswegen immer mit Fragen überschüttet, weil das Zeitfenster in dem ihr gelaufen seid unglaublich klein ist. Nervosität ist kein angenehmer Begleiter.
Tja. Jetzt haste ihm nich in die Augen gesehen...
Deine Antworten finde ich nicht ehrlich. Du fragst hier im Netz was ihm diese Fragen bringen. Das könntest Du ihn ja selber fragen, hm? Stattdessen hast Du sachlich die Antworten auf seine Fragen gegeben, aber ehrlich finde ich das nicht. Du hast nur sachlich ein interview gegeben und erzählst hinterher dass er den Rest des Lebens nicht kennt...woher auch?
Ich verstehe deine Motivation auch nicht ganz. Ist das nun eine "Abrechnung" oder eine kleine Chance für den der neben Dir herlief?
Wir machen das jetzt nochmal und Du musst einfach nur sagen:
Jetzt halt die Klappe, ich weiß nicht wo mein Traumhaus steht und ich weiß nicht was morgen ist und kann Dir daher nicht sagen wie die Tapete aussehen wird. Also entspann dich und geh mit mir mit. Dann siehste mich auch mal im Schlafanzug und musst nicht so viele saublöde Fragen stellen.
Dann klappt das;)
SirMCPedta, okay, dann erkläre ich mal, wie ich das mal. Ich schrieb, dass es der Text nett geschrieben ist. Es liest sich leicht.
danke dass ihr euch so viele gedanken zu so ein bisschen schreiberei macht, das finde ich irgendwie schön. der beste text der welt ist das nicht, das weiß ich. wahrscheinlich muss man manche sachen einfach mal loswerden. (:
10.03.2013, 14:37 von entfesseltIrgendwie komisch, wenn sich Leser mehr Gedanken zum Text machen, ihn vielleicht ernster nehmen, als der Autor selbst, oder? So kam das jetzt rüber...
01.04.2013, 21:02 von Mrs.McH
Hab schon bessere Texte gelesen, aber schlecht find ich es nicht. Irgendwie berührt es tief in mir irgendwas, ohne genau sagen zu können was es ist.
Und mein Herz geht an:
Ich glaube, jedes einzelne Wort hast du dir später aufgeschrieben. Vielleicht nicht auf Papier aber irgendwo eben schon.
09.03.2013, 22:19 von RockstellaKomisch, ich finde den Text gar nicht so schlecht, wie ich nach dem Lesen der Kommentare erwartet hatte. Ich finde, er müsste inhaltlich mehr auf das Wesentlich runtergebrochen werden, also prägnanter geschrieben und whs. gekürzt werden.
Die Vergangenheit eines Jeden steckt unwiderruflich IN ihm, also auch in der Gegenwart. Man muss keine Details kennen.
09.03.2013, 15:58 von Mrs.McH
Mir fehlen hier Spannung und Tiefgang. Der Text ist nett geschrieben, aber das reicht mir nicht. Beim Lesen dachte ich, vielleicht holt sie es aus der "du siehst mich nicht" Ecke raus und es geht gar nicht um romantisches bla sondern um Vater und Tochter, und er versucht nach länger Abwesenheit, sie kennen zu lernen. Aber das war's ja dann doch nicht.
Nein, ich habe den Text nicht individuell schön-verändert, sondern geschrieben, welche Assoziation mir kam.
09.03.2013, 13:14 von miss_melDarf ich meine Meinung nicht äussern? Wenn ich nicht schreiben kann "juhu, genial", soll ich den Mund halten?
Das Wort "bla" hätte ich mir in mùeiner obigen Kritik sparen können. Aber ansonsten war es eine konstruktive Anmerkung, sogar in Ich-Botschaft.
es geht ja nicht mal um romantisches "blablabla", sondern darum, dass sich hier eine frau darüber beklagt, dass der interessent die falschen fragen (da im konjunktiv) stellte und er es tatsächlich nicht geschafft hat, in einer nacht, in der die beiden spazieren gingen, ihr *wahres wesen* zu erkennen.
09.03.2013, 21:48 von Gluecksaktivistinzudem bemängelt sie, dass er sich jedes wort von ihr merkte und sie unterstellt, dass sie ihm noch dazu so wichtig gewesen zu sein schien, dass er sich das auch noch notierte.
Ich hätt ja jetzt Schlimmeres erwartet.
09.03.2013, 01:21 von Grumpelstilzchengefällt mir sehr gut, weil es so wahr ist ;)
Kommt jeder Artikel der Userin auf die Startseite?
08.03.2013, 19:33 von topfbluemchenDu möchtest keine wirkliche Antwort, oder?
08.03.2013, 21:26 von FriesinAnsonsten würde sie wohl kaum fragen, oder?
08.03.2013, 22:22 von burstingbubbleLangweile mich doch nicht! :D
08.03.2013, 22:27 von FriesinIch?
08.03.2013, 22:30 von burstingbubbleHatte ich nicht vor ... Ich mein ja nur :)
„Man kann nicht nicht kommunizieren!“
-Paul Watzlawick-
;)
08.03.2013, 22:40 von FriesinIch hatte niemals vor das Gegenteil zu behaupten :)
08.03.2013, 22:55 von burstingbubbleDoch, die Frage war ernst gemeint.
08.03.2013, 23:35 von topfbluemchenAllerdings nicht an die Autorin, die kann da ja nichts für, es sei denn sie schläft mit der Redaktion, oder ähnliches.
die startseite hat nichts zu bedeuten. gar nichts. ist einfach nur die erste seite, wenn www.neon.de aufgerufen wird. und die menschen in der redax sind auch nur menschen. :D
01.04.2013, 10:25 von zehnmomente