entfesselt 07.03.2013, 19:45 Uhr 43 48

Im Laternenlicht.

Schade, dass du mir nie in die Augen sehen konntest.

Eben noch laufen wir durch die Straßen meines Viertels, im Laternenlicht.  Meine Absätze klackern und hallen von den Häuserfassaden wieder. Ich schaue auf unseren Weg, auf die Briefkästen und Vorgärten. Dich kann ich nicht ansehen. Weil dein Blick mich nervös macht.
Weil du mir permanent Fragen stellst. Wer ich gerne wäre, wohin ich will. Ob ich manchmal peinliche Musik höre und welche. Was ich gerne kaufen würde, wenn ich alles Geld der Welt hätte. Wo mein Traumhaus steht und ob ich schon weiß, welche Farbe die Tapete hat. Du fragst und fragst und ich glaube, du machst das, weil du wissen willst, wer ich bin.
Und ich antworte.
Du nickst und dabei schaust du mich von der Seite an. Ich spüre das und schaue nie zurück. Mein Blick klebt am Horizont und deiner an meinem Profil.

Heute habe ich wieder an dich denken müssen. Und daran, dass du damals alles wissen wolltest. Aber letztendlich hast du nie herausgefunden, wer ich eigentlich bin. Weil du nicht da warst, wenn ich etwas erlebt habe. Du hast nie bei mir gesessen, wenn ich weinen musste. Nie hast du mich in Schlafanzug gesehen. Oder mein Gesicht nach dem Aufwachen, wenn mir noch nicht eingefallen ist, wer ich heute gerne wäre.
Natürlich hast du nie verstanden, wer ich bin. Du warst nie da.
Ich habe dich nie angelogen, wenn ich geantwortet habe. Deine Fragen waren ernst. Aber alle im Konjunktiv. Und was bringt dir das? Was bringen dir lauter Wahrheiten, die nie Realität werden?
Schade, dass du mir nie in die Augen sehen konntest, weil ich immer weggeguckt habe.
Weißt du noch, wie lange wir unterwegs waren? Welche Farbe die Luft hatte? Weißt du noch, wo wir lang gelaufen sind? Der graue Park, die Straße mit meinem Stammlokal, meine Lieblingsbank.  
Und die Sackgasse, in der wir irgendwann stehen bleiben mussten.
Ich weiß doch, dass du so etwas nicht vergisst. Du hast nie vergessen, was ich in dieser Nacht alles gesagt habe. Ich glaube, jedes einzelne Wort hast du dir später aufgeschrieben. Vielleicht nicht auf Papier aber irgendwo eben schon.
Schon seltsam, dass ich letztendlich trotzdem recht hatte. Weil du mich nicht kennst. Mich nie gekannt hast. Du kennst weder meine Vergangenheit noch meine Gegenwart. Du kennst nicht mein ganzes Ich.
Nur den Teil von mir, der damals neben dir herlief, im Laternenlicht, durch die Straßen meines Viertels.














Tags: Laufen, Fragen
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43 Antworten

Kommentare

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  • 2

    den arrogantesten satz den ich je gelesen hab:

    "aber letztendlich hast du nie herausgefunden wer ich eigentlich war"

    ansonsten schließ ich mich dem kommenar eines users an, dass man sich fragen muss, wie so ein text auf die startseite kommen kann und dort festheften kann wie ein kaugummi unter einer schulbank....

    es ist keine auseinandersetzung mit irgendetwas, mit irgendeiner person oder sonst etwas tiefsinnigen..gar mit gefühlen...es ist niedergeschriebene arroganz. denn auch wenn ich eher ganz, ganz andere bands höre, gibt es so nen song von DIDO, den ich bei meiner schwester gehört habe:No love without freedom, no freedom without love...und das musst du noch lernen...u.a.

    31.03.2013, 23:22 von Filousoph
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  • 0

    Sehr schön geschrieben.


    Hat bei mir alte Erinnerungen geweckt. Denn das, ich sage mal, passive verhalten deines Begleiters erinnert mich ein wenig an mich und was wohl hätte alles anders sein können.

    21.03.2013, 16:49 von L3tum
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    Huch.

    18.03.2013, 21:57 von cakisoundso
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  • 2

    Netter Text, eine einfache Szene die wohl jeder verstehen kann. Angenehm kurzweilig. Die offenen Gedanken machen symphatisch.   

    "Mir fehlen Spannung und Tiefgang" - Kritiken wirken im Moment auf mich und auf das Thema und die Größe des Textes etwas sinnfrei.

    Dein Laufkumpel hat dich deswegen immer mit Fragen überschüttet, weil das Zeitfenster in dem ihr gelaufen seid unglaublich klein ist. Nervosität ist kein angenehmer Begleiter.
    Tja. Jetzt haste ihm nich in die Augen gesehen...


    Deine Antworten finde ich nicht ehrlich. Du fragst hier im Netz was ihm diese Fragen bringen. Das könntest Du ihn ja selber fragen, hm? Stattdessen hast Du sachlich die Antworten auf seine Fragen gegeben, aber ehrlich finde ich das nicht. Du hast nur sachlich ein interview gegeben und erzählst hinterher dass er den Rest des Lebens nicht kennt...woher auch?
    Ich verstehe deine Motivation auch nicht ganz. Ist das nun eine "Abrechnung" oder eine kleine Chance für den der neben Dir herlief?

    Wir machen das jetzt nochmal und Du musst einfach nur sagen:

    Jetzt halt die Klappe, ich weiß nicht wo mein Traumhaus steht und ich weiß nicht was morgen ist und kann Dir daher nicht sagen wie die Tapete aussehen wird. Also entspann dich und geh mit mir mit. Dann siehste mich auch mal im Schlafanzug und musst nicht so viele saublöde Fragen stellen.

    Dann klappt das;)



    10.03.2013, 00:42 von SirMCPedta
    • 2

      SirMCPedta, okay, dann erkläre ich mal, wie ich das mal. Ich schrieb, dass es der Text nett geschrieben ist. Es liest sich leicht. 

      Mit fehlender Spannung und Tiefgang meine ich die für mich fehlende Erklärung des Verhaltens der Protagonistin. In etwa so, wie Du es in Deinem Kommentar äußerst. Ich verstehe die Handlung, nicht jedoch die Motivation oder Gründe, denn hier fehlen mir Informationen. Also Tiefgang. Ein tieferer Blick in die Protagonistin. In anderes Worten fragst Du genau hier nach.
      Warum mein Kommentar sinnfrei ist, verstehe ich also nicht. Es ist ein persönlicher Eindruck, den ich als genau diesen so geschrieben habe.

      10.03.2013, 08:57 von miss_mel
    • 1

      danke dass ihr euch so viele gedanken zu so ein bisschen schreiberei macht, das finde ich irgendwie schön. der beste text der welt ist das nicht, das weiß ich. wahrscheinlich muss man manche sachen einfach mal loswerden. (:

      10.03.2013, 14:37 von entfesselt
    • 1

      danke dass ihr euch so viele gedanken zu so ein bisschen schreiberei macht

      Irgendwie komisch, wenn sich Leser mehr Gedanken zum Text machen, ihn vielleicht ernster nehmen, als der Autor selbst, oder? So kam das jetzt rüber...

      01.04.2013, 21:02 von Mrs.McH
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  • 0

    Hab schon bessere Texte gelesen, aber schlecht find ich es nicht. Irgendwie berührt es tief in mir irgendwas, ohne genau sagen zu können was es ist.

    Und mein Herz geht an:

    Ich glaube, jedes einzelne Wort hast du dir später aufgeschrieben. Vielleicht nicht auf Papier aber irgendwo eben schon.

    09.03.2013, 22:19 von Rockstella
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  • 0

    Komisch, ich finde den Text gar nicht so schlecht, wie ich nach dem Lesen der Kommentare erwartet hatte. Ich finde, er müsste inhaltlich mehr auf das Wesentlich runtergebrochen werden, also prägnanter geschrieben und whs. gekürzt werden.

    Du kennst weder meine
    Vergangenheit noch meine Gegenwart.


    Die Vergangenheit eines Jeden steckt unwiderruflich IN ihm, also auch in der Gegenwart. Man muss keine Details kennen.

    09.03.2013, 15:58 von Mrs.McH
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  • 0

    Mir fehlen hier Spannung und Tiefgang. Der Text ist nett geschrieben, aber das reicht mir nicht. Beim Lesen dachte ich, vielleicht holt sie es aus der "du siehst mich nicht"  Ecke raus und es geht gar nicht um romantisches bla sondern um Vater und Tochter, und er versucht nach länger Abwesenheit, sie kennen zu lernen. Aber das war's ja dann doch nicht.


    09.03.2013, 10:36 von miss_mel
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 3

      Nein, ich habe den Text nicht individuell schön-verändert, sondern geschrieben, welche Assoziation mir kam.
      Darf ich meine Meinung nicht äussern? Wenn ich nicht schreiben kann "juhu, genial", soll ich den Mund halten?

      Das Wort "bla" hätte ich mir in mùeiner obigen Kritik sparen können. Aber ansonsten war es eine konstruktive Anmerkung, sogar in Ich-Botschaft.

      09.03.2013, 13:14 von miss_mel
    • 0

      es geht ja nicht mal um romantisches "blablabla", sondern darum, dass sich hier eine frau darüber beklagt, dass der interessent die falschen fragen (da im konjunktiv) stellte und er es tatsächlich nicht geschafft hat, in einer nacht, in der die beiden spazieren gingen, ihr *wahres wesen* zu erkennen.
      zudem bemängelt sie, dass er sich jedes wort von ihr merkte und sie unterstellt, dass sie ihm noch dazu so wichtig gewesen zu sein schien, dass er sich das auch noch notierte.


      09.03.2013, 21:48 von Gluecksaktivistin
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  • 0

    Ich hätt ja jetzt Schlimmeres erwartet.

    09.03.2013, 01:21 von Grumpelstilzchen
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  • 1

    gefällt mir sehr gut, weil es so wahr ist ;)

    weiter so :)

    08.03.2013, 21:35 von hinie
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  • 1

    Kommt jeder Artikel der Userin auf die Startseite?

    08.03.2013, 19:33 von topfbluemchen
    • 1

      Du möchtest keine wirkliche Antwort, oder?

      08.03.2013, 21:26 von Friesin
    • 1

      Ansonsten würde sie wohl kaum fragen, oder?

      08.03.2013, 22:22 von burstingbubble
    • 0

      Langweile mich doch nicht! :D

      08.03.2013, 22:27 von Friesin
    • 0

      Ich? 
      Hatte ich nicht vor ... Ich mein ja nur :)

      08.03.2013, 22:30 von burstingbubble
    • 0

      „Man kann nicht nicht kommunizieren!“

      -Paul Watzlawick-

      ;)

      08.03.2013, 22:40 von Friesin
    • 0

      Ich hatte niemals vor das Gegenteil zu behaupten :)

      08.03.2013, 22:55 von burstingbubble
    • 2

      Doch, die Frage war ernst gemeint.
      Allerdings nicht an die Autorin, die kann da ja nichts für, es sei denn sie schläft mit der Redaktion, oder ähnliches.

      08.03.2013, 23:35 von topfbluemchen
    • 2

      die startseite hat nichts zu bedeuten. gar nichts. ist einfach nur die erste seite, wenn www.neon.de aufgerufen wird. und die menschen in der redax sind auch nur menschen. :D

      01.04.2013, 10:25 von zehnmomente
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