kokosnussritterin 06.09.2010, 10:24 Uhr 8 11

Ich wollte wenn ich könnte, doch ich will dich nicht

Eigentlich bist du wie ich - nur anders.

Jetzt bist du weg – und ich bin wieder allein allein. Schreibt sich komisch, ist aber so. Ich könnte das Phrasenfass ewig weiterfüllen, aber Tatsache ist nun mal die aktuelle Lage. Ende Gelände, aus die Maus, back to the start.

Das Problem ist, um mal sachlich zu werden, ich kann mich nicht mal erinnern, wann genau du gegangen bist. Als du sagtest, du kannst das alles nicht mehr oder als du dann physisch (also so wirklich, in echt – begreife ichs denn immer noch nicht?!) in die andere Stadt gegangen bist, in das andere M. Zum Arbeiten, Leben, Verstecken. Oder vielleicht schon vorher.

Oh ja, das kannst du gut. Unverständliche Andeutungen machen. Dich verstecken und den Suchern keine Zeichen geben. Dich hinter deinen Mauern verkriechen, zwischendurch mal ein Anstandsbesuch auf dem hohen Turm und lächelnd in die Menge winken. Doch ganz unten an deinen Füßen, da steht sie, die Angst. Sie hält dich am Knöchel mit der einen Hand, in der anderen den Knüppel, jederzeit bereit, ihn dir von hinten zwischen die Beine zu werfen, solltest du es doch einmal wagen, dich in den vollen Lauf zu begeben, wahre Gefühle zu zeigen. Du schaust zu ihr runter und sie lächelt dich an. Eines dieser fiesen Lächeln, das überforderte Verkäuferinnen samstags nachmittags haben. Oder Versicherer. Oder die Typen, die in der Fußgängerzone stehen und dich von WWF, WorldVision, Greenpace, der Bibel oder sonst was überzeugen wollen ohne selbst daran zu glauben. Aber was solls, ich verliere mich..

Du bist also jetzt in der neuen Stadt, im neuen M. Ich hasse diese Stadt. Warum projiziert sich nicht ein bisschen was auf dich, bist ja jetzt immerhin Teil davon.
Du bist nicht da, weil du dort eine WG mit deiner Scheiß-Angst gegründet hast. HA! So sieht das nämlich aus.
Du bist nicht da und wenn du da wärst, könnt ich das nicht schreiben.
Denn ich sitz hier im alten M. Nein, ich saß hier. Bis zu jenem Samstag.. Ist noch nicht mal so lange her.
Denn es gibt die Tage, da bin ich ich, draußen, mit meinen Leuten, in meinem Leben. Wie an jenem Samstag. Sogar betrunken war ich. Vermeidet man ja im Allgemeinen gerne nach Trennungen, Melancholie und so, man kennt das, ekelhaft.
Ich war sogar schon am gehen, war spät und als ich um die Ecke komm, stehst du da. Einfach so. Von deinem M. in mein M. Herzlichen Glückwunsch! Ich könnte mit dir reden, ganz normal, ist immerhin alles fast auf den Tag genau ein Jahr her. Skurril.. Ich mach es nicht. Noch skurriler.
Aber eins kann ich dir doch sagen: Meine Angst hat deine ziemlich fies angeknurrt, als ich sie an die Leine genommen hab und an dir vorbei gelaufen bin.
Deine hat ganz schön blöd gekuckt.

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8 Antworten

Kommentare

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    Ich mag den Schluss ^^
    Die beiden Ängste werd ich wohl noch ne Weile im Kopf behalten :)

    19.02.2012, 18:51 von deluecksartist
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    Ich mag es! Ich mag das andere M. übrigens auch nicht!!!

    16.03.2011, 23:17 von Beautiful_Mistake
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    Gut ausgedrückt und super geschrieben...daumen hoch.

    10.03.2011, 00:20 von DasPanda
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    i like

    15.02.2011, 15:15 von shackles81
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    mag ich, da es nicht soooo weinerlich kling, bei aller Traurigkeit des Themas

    07.02.2011, 15:51 von EliasRafael
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      @EliasRafael Dankeschön :)

      07.02.2011, 15:54 von kokosnussritterin
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    daumen hoch!

    22.12.2010, 09:31 von Minalinali
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    das ist irgendwie wirklich süß.:)

    15.09.2010, 11:03 von KrissiFuchs
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    Schön geschrieben!

    09.09.2010, 10:50 von semperfidelis
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