Whiskey 02.04.2006, 19:05 Uhr 0 2

Ich rufe es lautstark gen Himmel

Wie es ist, wenn man verliebt ist oder blaue Wolken, grünes Gras und die Gewissheit an einen unvergesslichen Sommer.

Ich öffne das Fenster. Alles scheint rot, blau, grün, gelb, orange, pink. Jedwede Farben sind existent, bis auf schwarz und grau. Sie vereinen sich zu einer unglaublichen Schönheit. Die Blumen blühen, alles ist wunderbar und die Welt scheint sorglos, perfekt, sicher. Meine Schwester kommt ins Zimmer und schaut aus dem Fenster. "Scheiße. Es regnet schon wieder. Seit nun schon 3 Tagen. Gibt's ja nicht."

Ich stehe im Park. Sie steht neben mir und lächelt. Ich lächle. Die Wolken verziehen sich, die Sonne strahlt uns mitten ins Gesicht und ich ziehe meine Jacke aus. Wir sind schon viele Stunden gelaufen und ich habe ihr alles erzählt, was ich fühle. Sie hat verstanden. Hat sie verstanden? Wir reden und wir schweigen. Wie viele Menschen gibt es schon, mit denen man sich selbst schweigend versteht? Alles in diesem Park scheint unweigerlich drauf zu deuten, dass ich sie liebe. Ob sie mich liebt? Ich weiß es. Weiß ich es? Sie schaut mich an. Ihre Augen sind so wunderschön und ihr Gesicht strahlt Liebe, Wärme und unendliches Glück aus.

Doch dann kommen ihre Worte wieder. „Ich will dich nicht verletzen.“ Ich verstehe diese Worte nicht. Diesen Satz verstehe ich nicht. Er geht mir durch den Kopf. Tausend mal. Immer wieder kommen diese Worte in meine Gedanken. Ich muss mich ablenken, lese ein Buch. Doch es erscheinen immer wieder diese Worte. Immer wieder. Ich sitze auf meinem Balkon und der Rauch meiner Zigarette steigt gen Himmel. Alles in mir will mitfliegen. Ich stelle mich hin und beobachte ihn. Den Rauch. Er fliegt immer weiter, da hin, wo alles besser scheint. Wo die Probleme sich in Nichts auflösen, wo die Gedanken unwichtig und surreal erscheinen und sich alles in Glück bewegt. Ich liebe sie. Doch ich will ihr Zeit lassen, will sie nicht bedrängen. Bedränge ich sie? Mein Kopf urteilt zu schnell. Mein Herz ist noch immer in diesem Park. Bei ihr? Bei ihr. Da bin ich mir sicher. Leider nur da. Nur da?

Und dann denke ich an ihre Umarmung. Die vielen Stunden, in denen wir gesprochen haben und einfach spazieren waren. Diese Momente, in denen wir schwiegen und die tausend anderen Emotionen, die mir jede Sekunden durch den Kopf gegangen sind. Es kommt irgendwann der Moment, wo man resigniert. Heißt resignieren aufgeben? Ich möchte nicht aufgeben. Ich möchte ihr Zeit geben. Doch schon denke ich erneut an ihr Lächeln. An die SMS. „Danke für diesen wunderschönen Tag.“ Gleichzeitig denke ich an dieses unbeschreibliche Gefühl, als sie lächelte und mich umarmte. Als sie mich ansah und meinte: „Ich fühle das Gleiche wie du.“

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